Geschrieben von DrNI
am Sonntag, 1. August 2010
um 15:29
in Klangkonsum
Die Kapelle hat im Studio2 operiert und das Ergebnis bei Jamendo untergebracht. Ein netter kleiner Sommersong, denn wir alle hoffen ja noch auf einen gnädigen August mit vielen lauen Nächten und vielen kühlen Getränken und vor allem vielen netten Menschen. Ein-Klick-Reinhören hier:
Bei jedem größeren Konzert gibt es ihn und kaum einer hat ihn je gesehen. Den Stahlnervenstoiker, der jede noch so schlechte Band aushält, den Schwerstarbeiter, der jede noch so schwere Box trägt, den Erstversorger am akustischen Unfallort. Hier ist seine Hymne:
Geschrieben von DrNI
am Donnerstag, 1. Juli 2010
um 09:49
in Klangkonsum
Simone Vignola ist Bassist und macht nicht wie die meisten Bassisten eine Form von Musician's Music, also Musik, die vor allem für Musiker interessant ist. Stattdessen präsentiert er einen leichtfüßigen sommerlichen Popsong:
Das dazugehörige Album Going to the Next Level hat der Italiener vor wenigen Tagen erst rausgebracht und es soll bald weltweit erhältlich sein. Eiligen Zeitgenossen muss es solange iTunes oder CDBaby tun.
Die Secret Asian Men mit Frontfrau Janina hatten als Opener der kleinen Bühne am Freitag zunächst unverdient wenig Publikum. (Leider nur Handyfoto.)
Sonntag morgen, das Uniradio eröffnet heute mit Sympathy for the Devil seine Sendung zum Thema Satanismus in der Musik. Die letzten Tage lief auf der 96,6 natürlich nicht das Uniradio sondern die Wüste Welle, die vom RACT!-Festival live sendete. Dem Team dieses Festivals kann nicht genug gehuldigt werden. Mit freiwilligen Helfern und schmalem Budget eine Großveranstaltung derart professionell und reibungslos über die zwei Bühnen zu bringen, das ist einfach eine großartige Leistung. Doch wie so oft, kein Lob ohne Kritik: Der Live-Sound war eine Katastrophe. Undifferenziertes Gewummer in den Tiefen, mittig nicht viel, und oben rum zum Teil recht bissig. Immerhin, so schlimm wie vorletztes Jahr war es nicht, denn da konnte man die Kick und die Snare akustisch nicht auseinander halten. Dieses Jahr schob die Kick alles weg und die Snare war nicht da, Bassisten waren eigentlich überflüssig, denn von ihnen hörte man nur ein tiefes, undifferenziertes Dröhnen. Doch damit genug gemeckert. Nochmal kurz zurück zum Lob: Die Security-Leute waren von der angenehmen Sorte und freundlich. Das macht das kontrolliert werden schon um einiges angenehmer. Gute Wahl.
Nachtrag 2010-06-16: Richtige und richtig schöne Fotos vom RACT! gibt es bei Eldersign.
Geschrieben von DrNI
am Mittwoch, 7. April 2010
um 09:05
in Klangkonsum
RaviShankar wird heute 90 Jahre alt. Er einer der größten lebenden Meister der Sitar. Er ist seit 1956 international unterwegs und erhielt in seinem Leben zahlreiche Auszeichnungen, uns nach Westen blickenden Bundesbürgern dürften darunter die Grammy Awards am wenigsten unbekannt sein, derer er drei erhielt. Oft wird sein Name irgendwo am Rande erwähnt, wenn es um seine jüngere Tochter geht, die uns als Norah Jones bekannt ist. Er selbst tritt schon seit einiger Zeit mit seiner älteren Tochter Anoushka Shankar auf, die ihr Dasein ebenfalls der Sitar widmet. Das klingt dann so:
Geschrieben von DrNI
am Donnerstag, 18. März 2010
um 09:46
in Klangkonsum
Unlängst wurde ich dankenswerterweise auf dieses äußerst nette Album aufmerksam gemacht. Okou nennt sich das Berliner Duo. Die afrikanisch-französische Tatiana Heintz verzaubert mit ihrer Stimme, Gitarre spielen kann sie natürlich auch. Dazu spielt der mehr oder minder ägyptische Gilbert Trefzger Banjo und alles andere was Saiten hat. Auf dem Album Serpentine finden sich auch noch Menschen ein, die Bass, Schlagzeug oder Tuba spielen. Vom Duo bis zur vollständigen Kapelle können die das auch live. Auf den tollen Teppichen von Arte hört sich das dann so an:
Ja was isses nun? Jazz-Folk mit Blues-Einflüssen? Eigentlich egal. To the Bone geht in die Knochen, und der Rest vom Album schafft ebenfalls die Balance zwischen rhythmischer Animation und seelischer Zärtlichkeit. In Hardware zahlt man sich an der Scheibe dusselig aber Amazon verkauft zu vertretbaren Preisen auch MP3s.
Geschrieben von DrNI
am Mittwoch, 17. Februar 2010
um 23:37
in Klangkonsum
Im Jahr 2009 war ich der Organisator der Elektronikmusik-Jamsession ChillLive, die jeden zweiten DonnerstHaag im Monat im Café Haag in Tübingen ausgetragen wird. Fast jede Session wurde live mitgeschnitten. Daraus haben wir nun ein BestOf-Album zusammengenagelt. Und das ist heute rausgekommen und hört sich so an:
Hier wurde mit wenig Netzen und kaum doppeltem Boden gearbeitet, der Recorder hatte halt nur vier Spuren. Es ist also alles echt und alles spontan so auf der Bühne entstanden.
Die Scheibe gibt's unter einer Creative Commons-Lizenz kostenlos aber nicht pflichtenlos zum Download bei Jamendo. Das Sowas-wie-ein-Netlabel DrNI:EM vertreibt die Scheibe in verschiedenen Dateiformaten zu gleichen Konditionen.
Geschrieben von DrNI
am Sonntag, 24. Januar 2010
um 19:18
in Klangkonsum
»Der beste Bassist aller Zeiten,« so betonte der U. immer wieder. Der U. ist auf die sechzig unterwegs und bei zwanzig stehen geblieben. Hellmut Hattler – den meinte er – ist zweifelsohne einer der besten Bassisten Deutschlands. Aber dass seit den frühen Platten von Kraan in den Siebzigern nur noch Schrott gekommen sei, das behaupten nur eingerostete Junioropas wie der U. einer ist. Krautrock, und wie es daraus jede Menge experimenteller bis elektronischer Musik entstand und warum, das erläutert eine interessante Doku von BBC Four, die es in sechs Teilen bei YouTube zu sehen gibt. Kraftwerk, Klaus Schulze, Tangerine Dream, wo sind wir heute?
Die Platte Celestial Movements von Bernd Kistenmacher kann man als eine Weiterentwicklung ansehen. Die Scheibe beginnt bedrohlich mit düsteren Flächen, um sich dann im zweiten Stück gleich in Richtung klassischer sequenzerbefeuerter Berliner Schule zu wandeln. Weiter geht es mit kräftigen, man möchte schon sagen epochalen Flächen mit vorsichtigen Melodien aus den Boxen, Ambient herrscht deutlich vor. Klassisch auch die Betitelung der Stücke wie In Face of Saturn oder Living between Asteroids, da klingelt bei den Fans des Genres natürlich gleich der Spacenight-Wecker! Weiter hinten dann dominieren wieder die Melodieautomaten. Im Video ist auch der imposante Octopus-Sequenzer hinten rechts auf der Bühne zu bestaunen. Begeisternd auch die Auswahl der Sounds, wobei ich annehme, dass viele auch extra für diese Platte erstellt wurden. Hier wurde offenbar kein Detail ausgelassen. Für Synthetisisten natürlich immer wieder ein Erlebnis ist die Durchsetzungsstärke der Moog-Synthesizer.
Celestial Movements ist im Webshop von MellowJet Records als CD und als MP3-Download erhältlich.
Alles Quark, würde nun der U. sagen – außer man würde ihm dieses letztes Jahr erschienene Album als eine Produktion der Siebziger verkaufen, ihm das Bier wegnehmen und eine Kräuterzigarette dafür geben. Mir schmeckt's auch so.
Geschrieben von DrNI
am Mittwoch, 23. Dezember 2009
um 11:48
in Klangkonsum
Als im Jahr 1999 der Film Eiskalte Engel (engl.: Cruel Intentions) herauskam war ich gerade in einem Lebensabschnitt, in dem ich mit einem Freund relativ wahllos in Kinofilme seiner Wahl ging. Vielleicht ging deswegen dieser Song aus dem Soundtrack an mir vorbei, der heute eine meiner Lebensabschnittshymnen ist. Ordinary Life von Kristen Barry:
Glaubt man der Indiepedia, so hat Kristen Barry später Matthew Ellard geheiratet, der laut den Liner Notes ihrer einzigen Platte The Middle. The Beginning. The End. bei der Produktion eben dieser der Second Engineer war. Matthew ist immer noch aktiv in seinem Studio in Boston, von Kristen hat man leider lange nichts mehr gehört. Aber wenigstens richtete vor einiger Zeit ein offenbar mit den beiden persönlich Bekannter auf seiner MySpace-Seite Grüße an sie aus, sie ist also noch da. Ihr »eigenes« Myspace-Profil scheint ein Fake zu sein.
Musikalisch gesehen ist ihre einzige Platte, auf der obiges Stück nicht mal enthalten ist, eine kleine Offenbarung, die ich in die späte Grunge-Zeit einordnen würde. Einflüsse der Neunziger wie Hole und natürlich Nirvana lassen sich vermuten, dennoch bleibt alles etwas eigen, etwas sanfter, etwas mehr Kristen. Schade, dass ich das 1996 bei Virgin erschienene Album nicht damals schon entdeckt habe.
Aber es war eben auch ein anderer Lebensabschnitt. So entdecke ich hinterher, was die Musik meiner Jugend hätte gewesen sein können. Wer weiß, ob und was Kristen Ellard (geborene Barry) musikalisch so macht kann sich gerne kommentierend melden.