Durch die Nacht

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 26. Mai 2010 um 10:55 in Gedanken gehen ihren Gang

Am Kla4. Ich höre die Akkorde raus, sind ja nicht zu viele, und dann die Melodie, ist ja nicht zu abgefahren. Die Ohren sind Maschinen, immer besser und geschmierter laufen sie, je länger ich mich mit Musik befasse. Doch Pessimist bleibt Pessi-Mist und die Unendlichkeit liegt immer vor mir, die Stimme trifft einfach nicht sauber, die geölten Maschinen ächzen ob der Dissonanzen. Unendlich ist nicht zählbar und liegt auch hinter mir, ich bin nur ein Punkt in Raum und Zeit, der niemals innehalten kann. Es geht immer weiter durch die Nacht. Doch es ist schon Vormittag und in einer hinteren Ecke des Hirnkastens schreit die Arbeit schon nach mir. Halt und stopp, jetzt ist meine Quality Time, die Zeit für meine verbleibende Kreativität, der Slot für den letzten Funken, der nie erlöschen darf. So viele Lieder müssten noch gespielt oder geschrieben werden.

Blubb

Geschrieben von DrNI am Freitag, 23. April 2010 um 14:15 in Gedanken gehen ihren Gang
Und dann der Gedanke: Ich, der kleine tote Fisch.

Draußen

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 22. April 2010 um 10:08 in Gedanken gehen ihren Gang
Es ist nun nicht mehr abzustreiten: Der Frühling ist da und die Frauen schlagen aus. Alles flaniert im Duett. Die Liebe, ich beobachte sie von außen, von weit draußen. Wie ein Gaul das saftige Grün jenseits des Zauns der abgegrasten Weide. Was ist drinnen, was ist draußen? Auf welcher Seite der Scheibe sind denn nun die Affen?

Back and Forth

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 28. März 2010 um 15:25 in English Posts, Gedanken gehen ihren Gang
I'm looking forward to finding the way back to my way of looking forward to things in life.

Anders

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 24. Februar 2010 um 11:19 in Gedanken gehen ihren Gang
Deine Freunde schauen weg, wenn sie mir in der Stadt begegnen. Es ist als hätte ich etwas Furchtbares getan. Es ist als hätte ich dich geliebt.

Der erste Schnee

Geschrieben von DrNI am Samstag, 12. Dezember 2009 um 19:04 in Gedanken gehen ihren Gang
Morgens kurz vor Sechs: Betrunken Frau nach Hause gebracht (walked her home). Zu ihrem Freund. Auto steht irgendwo, PA wo anders wo sie auch nicht hingehört. Aus zunächst gefühlter Selbstlosigkeit wird auf den letzten solitären Metern im ersten Schnee ein kleiner Anflug von Selbstmitleid.

Lebensabschnittshymnen

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 24. November 2009 um 15:27 in Gedanken gehen ihren Gang
Man starrt vor sich hin und hört in der Endlossschleife einen Song. Menschen, Autos, Wolken ziehen unbeteiligt vorbei, Stunde um Stunde. Das ist die Lebensabschnittshymne, die einen am Anfang oder am Ende eines solchen Abschnitts hinterrücks überfällt, dann fesselt, und ein Leben lang nicht mehr loslässt. Das Lied ist verseucht und verdorben für den Rest aller Tage, mag es auch noch so schön sein. Man hört es danach nie wieder. Oder zumindest nie wieder mit den gleichen Ohren.

Wollebobbel

Geschrieben von DrNI am Freitag, 20. November 2009 um 00:32 in Gedanken gehen ihren Gang
Manchmal wünschte ich, ich wäre studierter Erziehungswissenschaftler (auch Pädagoge genannt), dann könnte ich mit den Leuten vielleicht auch mal über schwierige Dinge des Miteinanders reden. Hab ich jetzt was falsch gemacht? Wie geht es dir dabei? Blahblah. Manchmal wäre es besser, zu explizieren woran man gegenseitig ist. Meistens fühlt es sich aber doch natürlich an, das männliche antikommunikative Aussitzverhalten an den Tag zu legen.

Nehmt euch einfach den Wollebobbel wenn ich mal wieder zu viel rede. Es macht mir nichts aus. Aber haltet ihn gut fest.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 4. November 2009 um 14:09 in d.E.d.T., Gedanken gehen ihren Gang
Nun, da mich die allmorgendliche Dosis Schönheit in Form eines sich räkelnden Frauenkörpers schon eine gefühlte Ewigkeit lange im Stich gelassen hat, wächst das Bedürfnis nach mehr Alltagsästhetik in Form von Einrichtungsgegenständen und neuen Bildern an den Wänden.

Die geschenkte Stunde

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 25. Oktober 2009 um 02:12 in Gedanken gehen ihren Gang
Die Uhr rechts unten in der Leiste sagt, es sei höchste Zeit fürs Bett, schon gleich drei Uhr. Dann springt sie von 2:59 auf 2:00 und schenkt mir eine Stunde. Sie versetzt mich in Tief filosofische Gedanken über die Unmöglichkeit des Zurückdrehens der Zeit und darüber, ob mir das nun etwas bringen würde oder nicht. Es ist alles eitel. Realist wie ich sein möchte halte ich es mit Gryphius, doch es haut nicht hin, es haut einfach nicht hin. Schicksal ist, wenn es alle anscheißt und keiner kann was dafür. Und meist auch nicht dagegen.

Konklusion: Narkose mit legalen Drogen. Standby-Modus aktivieren. Was will ich mit einer geschenkten Stunde, wünschte ich doch, es wären die nächsten Wochen schon vorbei.