Pussy

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 24. Januar 2010 um 19:34 in Direktsaft, Tübingen
Winterabends, also Nachts, es ist kalt, Vater und der der knapp noch präpubertäre Sohn kommen aus dem X und trapsen zu ihren Fahrrädern.

Sagt der Vater: »Wenn wir jetzt das Auto da hätten, dann wäre es schön warm und wir müssten nicht frieren.«
Entgegnet der Sohn: »Pah, ich bin halt keine so Pussy wie du!«

Daneben stehend muss mich wirklich beherrschen, nicht lauthals loszulachen.


Für Ortsfremde: Das X ist der Imbiss überhaupt in Tübingen, der seit über 30 Jahren dem Zahn der Zeit trotzt und stets bis nachts um eins mit Fritten, Burgern und Currywurst für alle Leute da ist.

Das Letz niest. Und auf die Zwei.

Geschrieben von DrNI am Montag, 4. Januar 2010 um 11:04 in Direktsaft, Tübingen
Hier nun mal zwei Ankündigungen in eigener und fremder Sache. Zunächst einmal: Am 13. Februar, das ist ein Samstag, lese ich zusammen mit anderen im Club Voltaire. 20 Uhr geht's los, kostet fünf Öcken. Aus Gsallbahdr gibt es ein kleines BestOf der Beobachtungen aus dem Alltag, genaueres muss ich mir noch zurechtlegen. Sehr gespannt bin ich auf die Bloggerkollegen. Deren treibendes Unwesen wird ganz nett charakterisiert auf der Website der Veranstaltung, besser könnte ich es keinesfalls beschreiben. Hier noch ein hübscher Flyer:


Aufmerksame Leser haben nun schon bemerkt, dass auf der Website von Das Letz niest mein Umzug nach zwei.drni.de angedroht wird. Diese Drohung kann ich hier nur bekräftigen. Der Plan zählt zu den ausnahmsweise freiwilligen Änderungen in der Peripherie meines Daseins. Umsetzung folgt.

Hörsaalbesetzung in Tübingen: Kupferbau geräumt

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 12. November 2009 um 09:22 in Gebührend studieren, Tübingen
Wie das Lokalmagazin der Wüsten Welle berichtet, wurde heute morgen der von Studierenden als Protest gegen die Studienbedingungen besetzte Kupferbau geräumt. Der Kupferbau ist der größte Höörsaalkomplex der Uni im Tal, dort hatten die Protestler seit dem 5. November einen Hörsaal unter Beschlag genommen. Die in den Kommentaren zum Post des Lokalmagazins verlinkten Fotos zeigen eine große Anzahl von »Bullenbussle«. Es ist wohl alles friedlich verlaufen. Zu Räumungen kam es auch schon an anderen der rund 20 Unis in Deutschland, an denen sich derzeit ähnliches abspielt. In einer Debatte gestern Abend, bei der auch Uni-Rektor Bernd Engler anwesend war, stellte sich heraus, dass die Uni 50.000€ Vertragsstrafe zahlen müsste, könnte sie nicht wie geplant den Kupferbau am Samstag an die SWR3-Partynacht vermieten. Bevor man sich diesen finanziellen Schmerzen aussetzt lässt man doch lieber die Bude räumen. (Zu dieser Partynacht kann man nur sagen: Ich bin froh, dass ich an dem Abend nicht in der Stadt bin. Tausende besoffene Kinder, die in akustisch dafür nicht ausgelegten Unigebäuden Gruselmusik aus der Dose über sich ergehen lassen, sowie zahllose Kneipen, in denen oft recht belanglose Coverbands ihr Programm runterreissen. Eintritt kostet es auch.)

Von einer Strafanzeige gegen die Besetzer möchte die Uni-Leitung absehen, allerdings hat Rektor Engler gestern ein Hausverbot für die Besetzer ausgesprochen. Sollte das Hausverbot für länger gelten, so wäre das natürlich ziemlich schlecht. Wie sollten die Besetzer denn dann weiterstudieren?

Live gibt es das ganze bei Twitter unter @tuebingenbrennt.

Nachtrag 14.11.: Der Sender SWR3 schreibt in einer Pressemitteilung: »SWR3 legt größten Wert auf die Feststellung, dass die Räumung des Hörsaales in Tübingen die alleinige Entscheidung der Universität war. […] Gerüchte über eine angebliche Vertragsstrafe für die Universität, falls der Saal am Samstag für die Party nicht genutzt werden könne, entbehren jeglicher Grundlage.« Stillschweigend sind auch die Infos über die 50.000 Euro an diversen Ecken aus dem Netz verschwunden. Im Lokalmagazin hieß es ursprünglich: »Die Universität hat für das kommende Wochenende den Kupferbau für die “SWR3-Partynacht” an den öffentlich-rechtlichen Sender vermietet und muss bei Nichteinhaltung des Vertrags nach Informationen aus den Kreisen der BesetzerInnen eine Vertragsstrafe in Höhe von 50.000€ befürchten.« Jetzt steht dort: »Die Universität hat für das kommende Wochenende den Kupferbau für die “SWR3-Partynacht” an den öffentlich-rechtlichen Sender vermietet und muss bei Nichteinhaltung des Vertrags nach Informationen aus den Kreisen der BesetzerInnen eine Vertragsstrafe befürchten. Der SWR allerdings eine Verantwortung in einer Stellungnahme konsequent ab.«

Uni Tübingen: Hörsaal besetzt

Geschrieben von DrNI am Samstag, 7. November 2009 um 10:37 in Gebührend studieren, Tübingen

Morgenstellen-Campus der Uni Tübingen, Mai 2007
Lange ist es her, dass ich hierzublog über Studienbedingungen und -gebühren lamentiert habe. Mittlerweile hat sich die Situation ja nochmals verschlechtert, da durch die Geschwisterregelung ein großer Teil der Einnahmen aus den Studiengebühren ersatzlos ausgefallen ist. (Wer zwei Geschwister hat, muss nicht oder nicht für alle Semester bezahlen.) Die Studierenden scheinen alles mitzumachen. Was will man auch tun, man will ja einen Abschluss und möglichst schnell wieder raus aus dieser Hochschule, in der nicht mal die zentrale Notenverwaltung (das sog. Campus-System) überhaupt funktioniert.

Doch nicht alle machen alles mit. Gegen Studiengebühren, für einen Asta, der auch was zu sagen hat. Gegen Zugangsbeschränkungen. »Bildung für alle!« So eine Auswahl aus den Stichworten der Truppe, die einen Hörsaal im Kupferbau, dem größten Hörsaalkomplex der Tübinger Uni, besetzt hält. Im Detail erklären das Rafaela und Fabian in einem Interview im Lokalmagazin. Wer also nicht so recht weiß, warum man einen Hörsaal besetzt hält und was das alles soll, der sollte da dringend mal reinhören. Einen relativ informativen Artikel gibt es auch im Reutlinger Generalanzeiger. Das in Tübingen ansässige schwäbische Tagblatt arbeitet weiter an seinem Abstieg in der regionalen Zeitungsliga und hat nichts zum Thema online.

Ich habe ja nun die Seiten gewechselt und bin Mitarbeiter eben dieser Universität. Nicht in allen Punkten kann ich mit den Bildungsaktivisten übereinstimmen, aber dennoch ist der Tenor unter den Dozenten oft mehr im Einklang mit den Forderungen als viele Außenstehende vermuten würden. In der Schule ist der Lehrer der Feind. An der Uni sollte das Ideal sein, dass Studenten und Dozenten gemeinsam einen guten Unterricht gestalten. Doch in Seminaren mit fast 100 Teilnehmern in den Massenfächern ist das natürlich schon lange nicht mehr drin. Das stört eben nicht nur die Lernenden sondern auch die Lehrenden.

Massenveranstaltungen sind nur einer von vielen Punkten. Ich sollte wohl hier mal wieder eine saftige Polemik zur Gesamtproblematik loswerden. Aber vorerst bin ich gespannt, was aus der Hörsaalbesetzung in den nächsten Tagen noch wird.

Morgen ChillLive

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 12. August 2009 um 11:40 in Klangkonsum, Musizieren, Tübingen
Morgen findet wie jeden zweiten DonnerstHaag im Monat im Café Haag in Tübingen die ChillLive statt.


Frische Sounds von Chillout bis experimentell, alles live! Reinhören MySpace.

Los geht's um 21 Uhr, der Eintritt ist frei.

Schwabensushi auf der Fressinsel

Geschrieben von DrNI am Montag, 3. August 2009 um 22:01 in Tübingen
Auch dieses Jahr war die Tübinger Fressinsel wieder eine Verlockung. Immerhin hat man dieses Jahr ehrlicherweise die Live-Musik ganz weggelassen, anstatt die Musiker wie letzten Sommer in eine Puppenkiste zu stecken. Die Preise sind immer noch nicht studentisch, aber auch die geschätzte Gefährtin ist ja nun unter die arbeitende Bevölkerung gegangen, also versuchen wir es mal auf der Insel.

Die Weinstube Forelle bietet ein Schwabensushi. Interessant! Normalerweise versteht man unter einer schwäbischen Portion einen reichlich gefüllten Teller. Doch auf der Tübinger Sommerinsel ist der Wirt der Schwabe, nicht der Gast. 9,50€ kostet der oben abgebildete Teller. Geschmackliches Highlight ist dabei die Sushi-Scheibe mit dem Fisch. Der Fisch ist der rote Klecks im rechten Rund. Der Rest ist scho recht, aber irgendwie auch nicht speziell, außer man passt mit dem Wasabi nicht auf, dann steigt der Getränkumsatz.

Ich hätte einfach aus meinen Fehlern aus den vergangenen Jahren lernen sollen. Denn dort war zwar kein Sushi dabei, dafür waren die Preise auch da schon knapp über der Schmerzgrenze. Was laut Tagblatt allerdings letztes Jahr 50.000 Leute nicht vom Konsumieren abhielt.

Wie dem auch sei. Selbst schuld. Nächstes Jahr gehen wir hoffentlich gleich normal essen, es gibt dutzende Restaurants in der Stadt, die mehr fürs Geld bieten. Darunter paradoxerweise auch zum Teil auch die, die auf der Fressinsel mit einem teuren Stand vertreten sind.

Schlammschlacht Broder vs Palmer

Geschrieben von DrNI am Samstag, 1. August 2009 um 09:21 in Direktsaft, Tübingen
Das Tagblatt druckt eine E-Mail-Schlammschlacht zwischen Henrik M. Broder und dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ab. Der gute Herr Broder bekleckert die Blogosphäre dabei leider sehr wenig mit Ruhm, man kann sich doch des Eindrucks nicht erwehren, dass der gute keinerlei Manieren hat. Eine Polemik zu schreiben mag das eine zu sein, unflätige E-Mails abzusondern ist das andere. (Abgesehen davon, die permanente Kleinschreibung Broders ist ein PITA.)

Die Tagblatt-Site wird den Artikel wohl nicht zu lange vorhalten, dann bleibt ironischerweise allein das Blog des Herrn Broder als Quelle zum Nachlesen übrig.

Nachts am Neckar geschehen seltsame Dinge

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 22. Juli 2009 um 00:21 in Direktsaft, Tübingen
Ich schlappe runter zur Neckarbrücke, Stativ unterm Arm und Fototasche über der Schulter. Die Polizei hält mich mal wieder an. »Nicht auch noch zu Fuß,« denke ich. Doch heute geht es nicht um mich. Ob ich einen Mann habe wegrennen sehen, fragen die Beamten mich. Ich verneine. Ich gehe über die Brücke, baue das Stativ auf und versuche mich an ein paar Langzeitbelichtungen. Als ich wieder abziehe suchen Leute am anderen Ufer mit Taschenlampen nach etwas oder jemandem. Daheim angekommen lade ich die Fotos auf den Rechner. Ich kann durch die offene Balkontür einen Hubschrauber hören, er ist ganz nah, aber da ist nichts zu sehen. Dann macht er den Suchscheinwerfer an, ein ganz heller Fleck am Himmel. Er steht eine Weile und wirft Schein, entschwindet dann genau so schnell hinter dem Österberg wie er gekommen war.

Es ist mir ein Rätsel. Zwei Fotos sind gut geworden.

Morgen ChillLive im Haag

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 8. Juli 2009 um 10:32 in Klangkonsum, Musizieren, Tübingen
Morgen findet wie jeden zweiten DonnerstHaag im Monat im Café Haag in Tübingen die ChillLive statt.


Wie immer gibt es frische elektronische Musik von Chillout über Ambient bis experimentell, alles on the fly generiert und improvisiert.
Eindrücke gibt es bei MySpace.

Los geht's um 21 Uhr, der Eintritt ist frei.

Cool wie Berlin?

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 24. Juni 2009 um 10:53 in Direktsaft, Tübingen
Ist Tübingen so cool wie Berlin? Sicherlich würden das viele nicht so sehen. Aber das kann noch werden, (fast) pleite ist die Stadt schon mal. Es wurde eine Haushaltssperre verhängt, wie das Schäbige Tagblatt zu berichten weiß. Es kann also nicht mehr lange dauern, bis Tübingen auch richtig cool ist und alle hin wollen.

Falls uns die Mietpreise nicht einen Strich durch die Rechnung machen…