Tierversuchsstadt Tübingen! Aktivisten der
Antispeziesistische Aktion Tübingen protestieren schon seit längerer Zeit mit verschiedenen Aktionen, darunter auch dem mehr oder minder legalen Anbringen von Aufklebern, gegen Tierversuche in Tübingen. Tierversuche sind immer wieder ein heiß diskutiertes Thema, bei dem den Forschern gerne das mangelnde Mitgefühl mit den Tieren und generell Grausamkeit unterstellt wird. Kontrovers wird diskutiert, so
zitierte die taz unlängst Margot von Renesse, Vizevorsitzende der Deutschen Parkinsonvereinigung: Sie ist der Meinung, dass leider nicht jeder Tierschützer Mitgefühl für leidende Menschen empfinde. Also nur Tierversuche für medizinische Zwecke, nicht aber für kosmetische? Hinter all dem steckt die grundsätzliche Frage, ob der Mensch generell dem Tier höher gestellt sei.
Tübinger Forscher haben nun ein neues, durchaus zweifelhaftes Forschungsprojekt bewilligt bekommen. Dabei geht es um die Erforschung des dreidimensionalen Gravitationssinnes von Hauskatzen. Wie jedem Katzenliebhaber hinlänglich bekannt sein dürfte, fallen Katzen in der Regel auf die Füße, wenn sie denn mal fallen. Ganz gegenteilig verhält sich die Welt der Technik, hier sind komplexe und vor allem sehr teure
Laserkreisel bisher vor allem in Kampfjets vorzufinden. Diese können jedoch nur die Bewegung des Fortbewegungsmittels an sich erfassen, nicht die einzunehmende Lage, um auf einer bestimmten Seite (bei der Katze mit den Füßen nach unten) aufzukommen. Interesse an dem Projekt hat unter anderem die NASA bekundet, die für ihr Mars-Projekt eine zuverlässige und lagestabile Landefähre braucht. Aber auch die Automobil- und Rüstungsindustrie zeigte sich interessiert. Gsallbahdr konnte exklusiv einen Shot aus einem Versuchsvideo mit einem frühen Prototypen des
Feliometer genannten Gerätes ergattern:
Der sog. Doppelschwanzsensor ist das Kernstück des Feliometers.
Wie auf dem Foto zu sehen ist, werden für die Versuche nur die Schwänze der Katzen verwendet. In diesen vermuten die Forscher um Prof. Dr. Musci Pulaa den eigentlichen Mechanismus der stabilen Lage der Katze im freien Fall. Nun könnte man meinen, die Katzen verspürten kein Leid mehr, denn sie seien ja nach Amputation des Schwanzes sicherlich getötet worden. Leider ist dem nicht so: Durch das komplizierte Verfahren werden die Schwänze von genetisch nahezu identischen Katzen benötigt. Deswegen züchten die Tübinger Forscher eine Variante der
Perserkatze in einem eigens dafür eingerichteten Labortrakt, in dem jede Katze nur einen kleinen Einzelkäfig für sich hat. Nach der Amputation des Schwanzes wird die Katze wieder aufgepäppelt. Bewährt sich ihr Schwanz in den zahlreichen Versuchsreihen mit dem Feliometer, so wird sie zur Zucht eingesetzt. Ziel sei die perfekte Züchtung einer Katzenrasse für Gravitationsmessungen, so Pulaa. Sei diese erst gefunden, so könne sie durch künstliche Befruchtung quasi in Serie hergestellt werden, so der indischstämmige Wissenschaftler weiter. Mit einem serienreifen Prototyp sei allerdings frühestens im Jahr 2014 zu rechnen.
Tierversuche in der Medizin hin oder her, meiner Meinung nach brauchen wir sie für die ohnehin unnütze Mars-Mission sicherlich nicht! Das muss auch anders gehen.