Lounge Music

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 25. Juli 2010 um 00:29 in Direktsaft, Tübingen
Sommerabends, es ist kalt, zwei Typen stehen auf dem Holzmarkt:

Der eine so: »Das Beste ist Lounge. Wenn du gemütlichen Sex haben willst, so Lounge Music.«
Der andere so: »Ich will keinen gemütlichen Sex!«

Im Gehen aufgeschnappt, zwei Damen schauen verwundert, wie ich so ganz breit vor mich hin grinsend an ihnen vorbeiflaniere.

Tierversuche in Tübingen: Das Feliometer

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 4. Juli 2010 um 12:27 in Falsche Forschung, Tübingen
Tierversuchsstadt Tübingen! Aktivisten der Antispeziesistische Aktion Tübingen protestieren schon seit längerer Zeit mit verschiedenen Aktionen, darunter auch dem mehr oder minder legalen Anbringen von Aufklebern, gegen Tierversuche in Tübingen. Tierversuche sind immer wieder ein heiß diskutiertes Thema, bei dem den Forschern gerne das mangelnde Mitgefühl mit den Tieren und generell Grausamkeit unterstellt wird. Kontrovers wird diskutiert, so zitierte die taz unlängst Margot von Renesse, Vizevorsitzende der Deutschen Parkinsonvereinigung: Sie ist der Meinung, dass leider nicht jeder Tierschützer Mitgefühl für leidende Menschen empfinde. Also nur Tierversuche für medizinische Zwecke, nicht aber für kosmetische? Hinter all dem steckt die grundsätzliche Frage, ob der Mensch generell dem Tier höher gestellt sei.

Tübinger Forscher haben nun ein neues, durchaus zweifelhaftes Forschungsprojekt bewilligt bekommen. Dabei geht es um die Erforschung des dreidimensionalen Gravitationssinnes von Hauskatzen. Wie jedem Katzenliebhaber hinlänglich bekannt sein dürfte, fallen Katzen in der Regel auf die Füße, wenn sie denn mal fallen. Ganz gegenteilig verhält sich die Welt der Technik, hier sind komplexe und vor allem sehr teure Laserkreisel bisher vor allem in Kampfjets vorzufinden. Diese können jedoch nur die Bewegung des Fortbewegungsmittels an sich erfassen, nicht die einzunehmende Lage, um auf einer bestimmten Seite (bei der Katze mit den Füßen nach unten) aufzukommen. Interesse an dem Projekt hat unter anderem die NASA bekundet, die für ihr Mars-Projekt eine zuverlässige und lagestabile Landefähre braucht. Aber auch die Automobil- und Rüstungsindustrie zeigte sich interessiert. Gsallbahdr konnte exklusiv einen Shot aus einem Versuchsvideo mit einem frühen Prototypen des Feliometer genannten Gerätes ergattern:


Der sog. Doppelschwanzsensor ist das Kernstück des Feliometers.

Wie auf dem Foto zu sehen ist, werden für die Versuche nur die Schwänze der Katzen verwendet. In diesen vermuten die Forscher um Prof. Dr. Musci Pulaa den eigentlichen Mechanismus der stabilen Lage der Katze im freien Fall. Nun könnte man meinen, die Katzen verspürten kein Leid mehr, denn sie seien ja nach Amputation des Schwanzes sicherlich getötet worden. Leider ist dem nicht so: Durch das komplizierte Verfahren werden die Schwänze von genetisch nahezu identischen Katzen benötigt. Deswegen züchten die Tübinger Forscher eine Variante der Perserkatze in einem eigens dafür eingerichteten Labortrakt, in dem jede Katze nur einen kleinen Einzelkäfig für sich hat. Nach der Amputation des Schwanzes wird die Katze wieder aufgepäppelt. Bewährt sich ihr Schwanz in den zahlreichen Versuchsreihen mit dem Feliometer, so wird sie zur Zucht eingesetzt. Ziel sei die perfekte Züchtung einer Katzenrasse für Gravitationsmessungen, so Pulaa. Sei diese erst gefunden, so könne sie durch künstliche Befruchtung quasi in Serie hergestellt werden, so der indischstämmige Wissenschaftler weiter. Mit einem serienreifen Prototyp sei allerdings frühestens im Jahr 2014 zu rechnen.

Tierversuche in der Medizin hin oder her, meiner Meinung nach brauchen wir sie für die ohnehin unnütze Mars-Mission sicherlich nicht! Das muss auch anders gehen.

Randnotiz zum RACT! 2010

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 13. Juni 2010 um 12:29 in Direktsaft, Klangkonsum, Tübingen

Die Secret Asian Men mit Frontfrau Janina hatten als Opener der kleinen Bühne am Freitag zunächst unverdient wenig Publikum. (Leider nur Handyfoto.)

Sonntag morgen, das Uniradio eröffnet heute mit Sympathy for the Devil seine Sendung zum Thema Satanismus in der Musik. Die letzten Tage lief auf der 96,6 natürlich nicht das Uniradio sondern die Wüste Welle, die vom RACT!-Festival live sendete. Dem Team dieses Festivals kann nicht genug gehuldigt werden. Mit freiwilligen Helfern und schmalem Budget eine Großveranstaltung derart professionell und reibungslos über die zwei Bühnen zu bringen, das ist einfach eine großartige Leistung. Doch wie so oft, kein Lob ohne Kritik: Der Live-Sound war eine Katastrophe. Undifferenziertes Gewummer in den Tiefen, mittig nicht viel, und oben rum zum Teil recht bissig. Immerhin, so schlimm wie vorletztes Jahr war es nicht, denn da konnte man die Kick und die Snare akustisch nicht auseinander halten. Dieses Jahr schob die Kick alles weg und die Snare war nicht da, Bassisten waren eigentlich überflüssig, denn von ihnen hörte man nur ein tiefes, undifferenziertes Dröhnen. Doch damit genug gemeckert. Nochmal kurz zurück zum Lob: Die Security-Leute waren von der angenehmen Sorte und freundlich. Das macht das kontrolliert werden schon um einiges angenehmer. Gute Wahl.


Nachtrag 2010-06-16: Richtige und richtig schöne Fotos vom RACT! gibt es bei Eldersign.

Pussy

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 24. Januar 2010 um 19:34 in Direktsaft, Tübingen
Winterabends, also Nachts, es ist kalt, Vater und der der knapp noch präpubertäre Sohn kommen aus dem X und trapsen zu ihren Fahrrädern.

Sagt der Vater: »Wenn wir jetzt das Auto da hätten, dann wäre es schön warm und wir müssten nicht frieren.«
Entgegnet der Sohn: »Pah, ich bin halt keine so Pussy wie du!«

Daneben stehend muss mich wirklich beherrschen, nicht lauthals loszulachen.


Für Ortsfremde: Das X ist der Imbiss überhaupt in Tübingen, der seit über 30 Jahren dem Zahn der Zeit trotzt und stets bis nachts um eins mit Fritten, Burgern und Currywurst für alle Leute da ist.

Das Letz niest. Und auf die Zwei.

Geschrieben von DrNI am Montag, 4. Januar 2010 um 11:04 in Direktsaft, Tübingen
Hier nun mal zwei Ankündigungen in eigener und fremder Sache. Zunächst einmal: Am 13. Februar, das ist ein Samstag, lese ich zusammen mit anderen im Club Voltaire. 20 Uhr geht's los, kostet fünf Öcken. Aus Gsallbahdr gibt es ein kleines BestOf der Beobachtungen aus dem Alltag, genaueres muss ich mir noch zurechtlegen. Sehr gespannt bin ich auf die Bloggerkollegen. Deren treibendes Unwesen wird ganz nett charakterisiert auf der Website der Veranstaltung, besser könnte ich es keinesfalls beschreiben. Hier noch ein hübscher Flyer:


Aufmerksame Leser haben nun schon bemerkt, dass auf der Website von Das Letz niest mein Umzug nach zwei.drni.de angedroht wird. Diese Drohung kann ich hier nur bekräftigen. Der Plan zählt zu den ausnahmsweise freiwilligen Änderungen in der Peripherie meines Daseins. Umsetzung folgt.

Hörsaalbesetzung in Tübingen: Kupferbau geräumt

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 12. November 2009 um 09:22 in Gebührend studieren, Tübingen
Wie das Lokalmagazin der Wüsten Welle berichtet, wurde heute morgen der von Studierenden als Protest gegen die Studienbedingungen besetzte Kupferbau geräumt. Der Kupferbau ist der größte Höörsaalkomplex der Uni im Tal, dort hatten die Protestler seit dem 5. November einen Hörsaal unter Beschlag genommen. Die in den Kommentaren zum Post des Lokalmagazins verlinkten Fotos zeigen eine große Anzahl von »Bullenbussle«. Es ist wohl alles friedlich verlaufen. Zu Räumungen kam es auch schon an anderen der rund 20 Unis in Deutschland, an denen sich derzeit ähnliches abspielt. In einer Debatte gestern Abend, bei der auch Uni-Rektor Bernd Engler anwesend war, stellte sich heraus, dass die Uni 50.000€ Vertragsstrafe zahlen müsste, könnte sie nicht wie geplant den Kupferbau am Samstag an die SWR3-Partynacht vermieten. Bevor man sich diesen finanziellen Schmerzen aussetzt lässt man doch lieber die Bude räumen. (Zu dieser Partynacht kann man nur sagen: Ich bin froh, dass ich an dem Abend nicht in der Stadt bin. Tausende besoffene Kinder, die in akustisch dafür nicht ausgelegten Unigebäuden Gruselmusik aus der Dose über sich ergehen lassen, sowie zahllose Kneipen, in denen oft recht belanglose Coverbands ihr Programm runterreissen. Eintritt kostet es auch.)

Von einer Strafanzeige gegen die Besetzer möchte die Uni-Leitung absehen, allerdings hat Rektor Engler gestern ein Hausverbot für die Besetzer ausgesprochen. Sollte das Hausverbot für länger gelten, so wäre das natürlich ziemlich schlecht. Wie sollten die Besetzer denn dann weiterstudieren?

Live gibt es das ganze bei Twitter unter @tuebingenbrennt.

Nachtrag 14.11.: Der Sender SWR3 schreibt in einer Pressemitteilung: »SWR3 legt größten Wert auf die Feststellung, dass die Räumung des Hörsaales in Tübingen die alleinige Entscheidung der Universität war. […] Gerüchte über eine angebliche Vertragsstrafe für die Universität, falls der Saal am Samstag für die Party nicht genutzt werden könne, entbehren jeglicher Grundlage.« Stillschweigend sind auch die Infos über die 50.000 Euro an diversen Ecken aus dem Netz verschwunden. Im Lokalmagazin hieß es ursprünglich: »Die Universität hat für das kommende Wochenende den Kupferbau für die “SWR3-Partynacht” an den öffentlich-rechtlichen Sender vermietet und muss bei Nichteinhaltung des Vertrags nach Informationen aus den Kreisen der BesetzerInnen eine Vertragsstrafe in Höhe von 50.000€ befürchten.« Jetzt steht dort: »Die Universität hat für das kommende Wochenende den Kupferbau für die “SWR3-Partynacht” an den öffentlich-rechtlichen Sender vermietet und muss bei Nichteinhaltung des Vertrags nach Informationen aus den Kreisen der BesetzerInnen eine Vertragsstrafe befürchten. Der SWR allerdings eine Verantwortung in einer Stellungnahme konsequent ab.«

Uni Tübingen: Hörsaal besetzt

Geschrieben von DrNI am Samstag, 7. November 2009 um 10:37 in Gebührend studieren, Tübingen

Morgenstellen-Campus der Uni Tübingen, Mai 2007
Lange ist es her, dass ich hierzublog über Studienbedingungen und -gebühren lamentiert habe. Mittlerweile hat sich die Situation ja nochmals verschlechtert, da durch die Geschwisterregelung ein großer Teil der Einnahmen aus den Studiengebühren ersatzlos ausgefallen ist. (Wer zwei Geschwister hat, muss nicht oder nicht für alle Semester bezahlen.) Die Studierenden scheinen alles mitzumachen. Was will man auch tun, man will ja einen Abschluss und möglichst schnell wieder raus aus dieser Hochschule, in der nicht mal die zentrale Notenverwaltung (das sog. Campus-System) überhaupt funktioniert.

Doch nicht alle machen alles mit. Gegen Studiengebühren, für einen Asta, der auch was zu sagen hat. Gegen Zugangsbeschränkungen. »Bildung für alle!« So eine Auswahl aus den Stichworten der Truppe, die einen Hörsaal im Kupferbau, dem größten Hörsaalkomplex der Tübinger Uni, besetzt hält. Im Detail erklären das Rafaela und Fabian in einem Interview im Lokalmagazin. Wer also nicht so recht weiß, warum man einen Hörsaal besetzt hält und was das alles soll, der sollte da dringend mal reinhören. Einen relativ informativen Artikel gibt es auch im Reutlinger Generalanzeiger. Das in Tübingen ansässige schwäbische Tagblatt arbeitet weiter an seinem Abstieg in der regionalen Zeitungsliga und hat nichts zum Thema online.

Ich habe ja nun die Seiten gewechselt und bin Mitarbeiter eben dieser Universität. Nicht in allen Punkten kann ich mit den Bildungsaktivisten übereinstimmen, aber dennoch ist der Tenor unter den Dozenten oft mehr im Einklang mit den Forderungen als viele Außenstehende vermuten würden. In der Schule ist der Lehrer der Feind. An der Uni sollte das Ideal sein, dass Studenten und Dozenten gemeinsam einen guten Unterricht gestalten. Doch in Seminaren mit fast 100 Teilnehmern in den Massenfächern ist das natürlich schon lange nicht mehr drin. Das stört eben nicht nur die Lernenden sondern auch die Lehrenden.

Massenveranstaltungen sind nur einer von vielen Punkten. Ich sollte wohl hier mal wieder eine saftige Polemik zur Gesamtproblematik loswerden. Aber vorerst bin ich gespannt, was aus der Hörsaalbesetzung in den nächsten Tagen noch wird.

Morgen ChillLive

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 12. August 2009 um 11:40 in Klangkonsum, Musizieren, Tübingen
Morgen findet wie jeden zweiten DonnerstHaag im Monat im Café Haag in Tübingen die ChillLive statt.


Frische Sounds von Chillout bis experimentell, alles live! Reinhören MySpace.

Los geht's um 21 Uhr, der Eintritt ist frei.

Schwabensushi auf der Fressinsel

Geschrieben von DrNI am Montag, 3. August 2009 um 22:01 in Tübingen
Auch dieses Jahr war die Tübinger Fressinsel wieder eine Verlockung. Immerhin hat man dieses Jahr ehrlicherweise die Live-Musik ganz weggelassen, anstatt die Musiker wie letzten Sommer in eine Puppenkiste zu stecken. Die Preise sind immer noch nicht studentisch, aber auch die geschätzte Gefährtin ist ja nun unter die arbeitende Bevölkerung gegangen, also versuchen wir es mal auf der Insel.

Die Weinstube Forelle bietet ein Schwabensushi. Interessant! Normalerweise versteht man unter einer schwäbischen Portion einen reichlich gefüllten Teller. Doch auf der Tübinger Sommerinsel ist der Wirt der Schwabe, nicht der Gast. 9,50€ kostet der oben abgebildete Teller. Geschmackliches Highlight ist dabei die Sushi-Scheibe mit dem Fisch. Der Fisch ist der rote Klecks im rechten Rund. Der Rest ist scho recht, aber irgendwie auch nicht speziell, außer man passt mit dem Wasabi nicht auf, dann steigt der Getränkumsatz.

Ich hätte einfach aus meinen Fehlern aus den vergangenen Jahren lernen sollen. Denn dort war zwar kein Sushi dabei, dafür waren die Preise auch da schon knapp über der Schmerzgrenze. Was laut Tagblatt allerdings letztes Jahr 50.000 Leute nicht vom Konsumieren abhielt.

Wie dem auch sei. Selbst schuld. Nächstes Jahr gehen wir hoffentlich gleich normal essen, es gibt dutzende Restaurants in der Stadt, die mehr fürs Geld bieten. Darunter paradoxerweise auch zum Teil auch die, die auf der Fressinsel mit einem teuren Stand vertreten sind.

Schlammschlacht Broder vs Palmer

Geschrieben von DrNI am Samstag, 1. August 2009 um 09:21 in Direktsaft, Tübingen
Das Tagblatt druckt eine E-Mail-Schlammschlacht zwischen Henrik M. Broder und dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ab. Der gute Herr Broder bekleckert die Blogosphäre dabei leider sehr wenig mit Ruhm, man kann sich doch des Eindrucks nicht erwehren, dass der gute keinerlei Manieren hat. Eine Polemik zu schreiben mag das eine zu sein, unflätige E-Mails abzusondern ist das andere. (Abgesehen davon, die permanente Kleinschreibung Broders ist ein PITA.)

Die Tagblatt-Site wird den Artikel wohl nicht zu lange vorhalten, dann bleibt ironischerweise allein das Blog des Herrn Broder als Quelle zum Nachlesen übrig.