OB-12 Teil 6: Der Arpeggiator und seine Latenz
Ein Arpeggiator ist heutzutage fast nichts besonderes mehr. Wie schon erwähnt machte ich das erste mal mit einem Korg Poly61m die Erfahrung, wie viel Spaß selbst ein einfacher Arpeggiator machen kann. Heute findet man den in besserer Software auf jedem PC oder Apfel wieder. Im Studio ist er also ein zu vernachlässigendes Feature geworden, wenn es um Synthesizer geht. Bleibt also der Einsatz auf der Bühne. Doch genau hier gibt es beim OB-12 ein gewisses Problem... doch der Reihe nach.
Der Arpeggiator an sich präsentiert sich an der Oberfläche ganz gewöhnlich. Man kann das Tempo einstellen, eine hold-Funktion ist da. Von 0 bis +3 Oktaven Range und Up/Down oder Zufall stehen zur Verfügung. Das Pattern ist standardmäßig Achtel. Auf der zugehörigen Menüseite kann man allerdings noch weitere Patterns auswählen, auch »krumme«, allerdings kann man selbst keine definieren. Hier läßt sich die Lautstärke des Tons von ein paar fest eingestellten Werten auf linear (in Bezug auf den Tastaturanschlag) oder einer Betonung des »signifikanten« Schlages im Pattern einstellen.
Der Arpeggiator ist damit weniger flexibel als viele andere. Man übersieht jedoch leicht, daß der Spaß mit dem Arpeggiator nicht dadurch zustande kommt, daß man freakige Patterns zur Verfügung hat, sondern daß man den kleinen Melodiezwerg im Synthesizer so mit der Tastatur füttert, daß er mit einfachen Patterns lustige Lieder singt. Über MIDI mit Drumcomputer und Effekten taktsynchron gehalten sollte sich also auch live eine Menge Spaß breit machen können.
Doch leider macht einem der OB-12 hier einen Strich durch die Rechnung. Drückt man eine Taste, so springt der Arpeggiator wie gewollt an. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis mir klar wurde, warum mich das immer verwirrte: Er springt zu spät an. Vom Tastendruck bis zum Einsetzen des ersten Tons vergeht immer eine gewisse Zeit. Um dies hörbar und sichtbar zu machen griff ich zum folgenden Trick: Über ein Masterkeyboard steuerte ich zwei Synthesizer per MIDI an. Die Ausgänge dieser nahm ich mit einer Mehrspurmaschine auf. (Hörbeispiel: Siehe unten). Hier zunächst ein Screenshot vom Anfang einer kleinen Melodie, gespielt ohne Arpeggiator, dargestellt in Ardour. Die obere Spur ist der OB-12, die untere ein Roland Juno 106.

OB-12 (oben) und Roland Juno 106 (unten) manuell über MIDI angesteuert
Das etwas verspätete Eintreffen des OB-12 ist in meinen Ohren nicht hörbar. Es kann mehrere Ursachen haben. Als Masterkeyboard diente ein Kawai MP900, angeschlossen an eine Kawai MAV-8 MIDI-Patchbay. Die Patchbay verteilte das Signal zum Juno 106 und zum Oberheim OB-12. Vom Juno 106 wurde das entstandene Audiosignal in ein Behringer DDX3216 Digitalmischpult geleitet. Ebenso vom OB-12, hier jedoch über den SPDIF-Eingang des Pultes. Die Verzögerung könnte theoretisch also auch vom permanent aktiven Sampleratekonverter an diesem Digitaleingang stammen. Vom Pult ging es über ADAT digital in eine RME Hammerfall Soundkarte, von dort in Ardour. Die am oberen Rand sichtbare Zeitskala ist die SMPTE Clock.
Aktiviert man nun den Arpeggiator, so ergibt sich ein deutlich anderes Bild: Der OB-12 kommt sichtbar und vor allem hörbar zu spät. Also lieber per MIDI synchronisieren? Das ist leider nicht möglich. MIDI überträgt zwar das Tempo, nicht aber die Position der Taktschläge. Start/Stop-Anweisungen kann der OB-12 nicht verwerten. Und wenn er es könnte, wäre er dann vielleicht auch zu spät dran?

Arpeggiator des OB-12 (oben) und Roland Juno 106 (unten) über MIDI angesteuert
Eine andere Möglichkeit wäre, einen bestimmten SysEx-Befehl abzusetzen. Die Bytefolge F0 31 30 00 04 00 66 01 33 F7 sollte den Arpeggiator an- und ausschalten. Das schrieb mir zumindest der äußerst kompetente Support von Oberheim-Viscount. Da ich Sequenzer nur eingeschränkt einsetze und keinen griffbereit habe, in dem ich SysEx direkt eingeben kann, blieb diese Funktion bisher ungetestet. Die Frage bleibt offen, in wie weit sie das Problem lösen könnte.
Hier noch das versprochene Hörbeispiel: Auf dem Linken Kanal ist der OB-12 zu hören, auf dem rechten der parallel angesteuerte Juno 106. Im ersten Teil erklingt eine kleine, manuell gespielte Melodie, im zweiten ist der verzögert einsetzende Arpeggiator zu vernehmen.
[Arpeggiator mit Latenz herunterladen]
So werde ich den Arpeggiator wohl nur im Studioumfeld einsetzen können - denn in Ardour oder einer anderen Recording-Software kann man ja die Latenz wieder manuell wegoperieren. Wer Logic benutzt kann aber gleich den dort an Bord befindlichen Arpeggiator nutzen. So verspielt der OB-12 auch mit der letzten jemals verfügbaren Firmware-Version ein leckeres Feature für den Live-Betrieb.
Über die Latenzerscheinungen bei überlagerten Timbres (Layers) schreibe ich ein andermal.
Der Arpeggiator an sich präsentiert sich an der Oberfläche ganz gewöhnlich. Man kann das Tempo einstellen, eine hold-Funktion ist da. Von 0 bis +3 Oktaven Range und Up/Down oder Zufall stehen zur Verfügung. Das Pattern ist standardmäßig Achtel. Auf der zugehörigen Menüseite kann man allerdings noch weitere Patterns auswählen, auch »krumme«, allerdings kann man selbst keine definieren. Hier läßt sich die Lautstärke des Tons von ein paar fest eingestellten Werten auf linear (in Bezug auf den Tastaturanschlag) oder einer Betonung des »signifikanten« Schlages im Pattern einstellen.
Der Arpeggiator ist damit weniger flexibel als viele andere. Man übersieht jedoch leicht, daß der Spaß mit dem Arpeggiator nicht dadurch zustande kommt, daß man freakige Patterns zur Verfügung hat, sondern daß man den kleinen Melodiezwerg im Synthesizer so mit der Tastatur füttert, daß er mit einfachen Patterns lustige Lieder singt. Über MIDI mit Drumcomputer und Effekten taktsynchron gehalten sollte sich also auch live eine Menge Spaß breit machen können.
Doch leider macht einem der OB-12 hier einen Strich durch die Rechnung. Drückt man eine Taste, so springt der Arpeggiator wie gewollt an. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis mir klar wurde, warum mich das immer verwirrte: Er springt zu spät an. Vom Tastendruck bis zum Einsetzen des ersten Tons vergeht immer eine gewisse Zeit. Um dies hörbar und sichtbar zu machen griff ich zum folgenden Trick: Über ein Masterkeyboard steuerte ich zwei Synthesizer per MIDI an. Die Ausgänge dieser nahm ich mit einer Mehrspurmaschine auf. (Hörbeispiel: Siehe unten). Hier zunächst ein Screenshot vom Anfang einer kleinen Melodie, gespielt ohne Arpeggiator, dargestellt in Ardour. Die obere Spur ist der OB-12, die untere ein Roland Juno 106.

OB-12 (oben) und Roland Juno 106 (unten) manuell über MIDI angesteuert
Das etwas verspätete Eintreffen des OB-12 ist in meinen Ohren nicht hörbar. Es kann mehrere Ursachen haben. Als Masterkeyboard diente ein Kawai MP900, angeschlossen an eine Kawai MAV-8 MIDI-Patchbay. Die Patchbay verteilte das Signal zum Juno 106 und zum Oberheim OB-12. Vom Juno 106 wurde das entstandene Audiosignal in ein Behringer DDX3216 Digitalmischpult geleitet. Ebenso vom OB-12, hier jedoch über den SPDIF-Eingang des Pultes. Die Verzögerung könnte theoretisch also auch vom permanent aktiven Sampleratekonverter an diesem Digitaleingang stammen. Vom Pult ging es über ADAT digital in eine RME Hammerfall Soundkarte, von dort in Ardour. Die am oberen Rand sichtbare Zeitskala ist die SMPTE Clock.
Aktiviert man nun den Arpeggiator, so ergibt sich ein deutlich anderes Bild: Der OB-12 kommt sichtbar und vor allem hörbar zu spät. Also lieber per MIDI synchronisieren? Das ist leider nicht möglich. MIDI überträgt zwar das Tempo, nicht aber die Position der Taktschläge. Start/Stop-Anweisungen kann der OB-12 nicht verwerten. Und wenn er es könnte, wäre er dann vielleicht auch zu spät dran?

Arpeggiator des OB-12 (oben) und Roland Juno 106 (unten) über MIDI angesteuert
Eine andere Möglichkeit wäre, einen bestimmten SysEx-Befehl abzusetzen. Die Bytefolge F0 31 30 00 04 00 66 01 33 F7 sollte den Arpeggiator an- und ausschalten. Das schrieb mir zumindest der äußerst kompetente Support von Oberheim-Viscount. Da ich Sequenzer nur eingeschränkt einsetze und keinen griffbereit habe, in dem ich SysEx direkt eingeben kann, blieb diese Funktion bisher ungetestet. Die Frage bleibt offen, in wie weit sie das Problem lösen könnte.
Hier noch das versprochene Hörbeispiel: Auf dem Linken Kanal ist der OB-12 zu hören, auf dem rechten der parallel angesteuerte Juno 106. Im ersten Teil erklingt eine kleine, manuell gespielte Melodie, im zweiten ist der verzögert einsetzende Arpeggiator zu vernehmen.
[Arpeggiator mit Latenz herunterladen]
So werde ich den Arpeggiator wohl nur im Studioumfeld einsetzen können - denn in Ardour oder einer anderen Recording-Software kann man ja die Latenz wieder manuell wegoperieren. Wer Logic benutzt kann aber gleich den dort an Bord befindlichen Arpeggiator nutzen. So verspielt der OB-12 auch mit der letzten jemals verfügbaren Firmware-Version ein leckeres Feature für den Live-Betrieb.
Über die Latenzerscheinungen bei überlagerten Timbres (Layers) schreibe ich ein andermal.











