Eine Hymne für den unsichtbaren Mann

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 27. Juli 2010 um 17:47 in Musizieren
Bei jedem größeren Konzert gibt es ihn und kaum einer hat ihn je gesehen. Den Stahlnervenstoiker, der jede noch so schlechte Band aushält, den Schwerstarbeiter, der jede noch so schwere Box trägt, den Erstversorger am akustischen Unfallort. Hier ist seine Hymne:


(DirektRöhre)

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 27. Juli 2010 um 10:33 in d.E.d.T.
…kommt vom WG-Wohnungsmarkt: Frauen suchen meistens Mitbewohnerinnen. Männern ist es eher egal, ob sie mit einer Frau oder einem Mann zusammen wohnen.

Lounge Music

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 25. Juli 2010 um 00:29 in Direktsaft, Tübingen
Sommerabends, es ist kalt, zwei Typen stehen auf dem Holzmarkt:

Der eine so: »Das Beste ist Lounge. Wenn du gemütlichen Sex haben willst, so Lounge Music.«
Der andere so: »Ich will keinen gemütlichen Sex!«

Im Gehen aufgeschnappt, zwei Damen schauen verwundert, wie ich so ganz breit vor mich hin grinsend an ihnen vorbeiflaniere.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Montag, 19. Juli 2010 um 11:06 in d.E.d.T.
Jeder Porno ist weniger frauenverachtend und erniedrigend als die zahllosen, vermutlich überwiegend von Männern erdachten wisch-und-weg-und-putz-ganz easy-Haushaltswerkzeuge. Mit denen schindet man sich wirklich völlig freudlos stöhnend durch alle Zimmer der Wohnung, muss trotzdem dauernd auf die Knie und ist am Schluss ganz nass und eingesaut.

Deutsche Musik?

Geschrieben von DrNI am Montag, 19. Juli 2010 um 00:25 in Rock'n'Roll Backsides
Drei Viertel der Band sitzen Garten und spielen mit Stimme, Cajon, Akustik-Gitarre und Akustik-Bass ein Lied von Schwoißfuaß. Einer kommt her und rühmt überschwänglich, dass wir ja die deutsche Sprache nicht vergessen hätten und endlich singe mal wieder jemand auf Deutsch.

(Trivia: Die aus Bad Schussenried stammende und später in Reutlingen, Tübingen und dem ganzen Schwabenland ihr Unwesen treibende Rockband Schwoißfuaß existierte von 1979 bis 1986 und traf sich 1996 zu einer einmaligen Comeback-Tour. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre intelligenten schwäbischen Texte. Für viele des Denkens mächtige Landjugendliche dürfte sie ein geistiger Rettungsanker gewesen sein.)

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Samstag, 17. Juli 2010 um 12:06 in d.E.d.T.
Ein guter Name für ein Blog mit schwierigem, eher lyrischem oder literarischem Inhalt wäre der folgende: Problemstoff. Das könnte natürlich auch ein Blog für modebegeisterte DIY-Schneider sein. Dann wäre da noch die Problemstoffsammelstelle abzugeben. Vielleicht ein im Kollektiv geschriebenes Blog…

Mach's dir doch einfach selber

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 11. Juli 2010 um 12:20 in Rock'n'Roll Backsides
Träume mit Musik gibt es in vielfältigen Geschmacksrichtungen: Viele Musiker lechzen nach Aufmerksamkeit, also einem möglichst großen Publikum, am Ende geht es also um Berühmtheit. Andere möchten so gut spielen wie ihr persönlicher Held, also so schnell gitarrieren wie Eddie van Halen oder so brutal bassen Marcus Miller oder so geniale Jazz-Stücke schreiben wie Herbie Hancock. Manche möchten auch einfach nur Musik machen und davon leben. Um Gedanken zu Ruhm und Ehre und dem Leben sowie dem Internet als dem dritten Weg soll es in diesem Post gehen.

Früher war die Welt nicht einfacher, aber überschaubarer. Der große irrationale Traum ist schnell erklärt: Man formiert eine Band, schreibt die genialsten Songs, übt und probt sich die Finger und Ohren blutig, und versucht möglichst viele Gigs zu bekommen. Eines hoffentlich baldigen Tages wird man dann von einer hoffentlich großen Plattenfirma entdeckt und hat es geschafft.

Seit einiger Zeit gibt es einen neuen Traum: Man lässt sich von erniedrigenden Casting-Shows biegen, formen und brechen und wenn man nur gut genug ist, dann wird man ein Star. Die Wahrheit ist natürlich, dass man vor allem gut genug verkäuflich sein muss, um so ein relativ schnell wieder fallengelassenes Sternchen zu werden. Der neue Traum ist außerdem nur für tanzende Sänger ein Traum, denn eine Band kommt darin nicht vor. Klar, es spielt eine Band und ohne diese Band wäre das ganze nichts, aber dafür hat sich niemand zu interessieren.

Und dann gibt es noch den dritten Weg: Mach's dir doch einfach selber. In den vergangenen Jahren nicht wenig besungen wurden die Möglichkeiten des Internet. Ich mach das einfach alles selber und werde bekannt und berühmt ohne den ganzen Scheiß, bei dem mich Produzenten und Plattenfirmen abzocken!

Zu erwähnen ist da zunächst noch eine zweite Entwicklung: Brauchbare Tontechnik-Gerätschaften sind mittlerweile recht günstig geworden. Computer können nahezu beliebig viele Audio-Spuren verwalten und während früher eine 4-Spur-Bandmaschine in die Tausende ging, bekommt man heute für unter tausend Euro ein vertretbares 8-Kanal-Interface. Und 8-Kanal heißt auch nur, dass man nicht mehr als acht Kanäle gleichzeitig aufnehmen kann. Das Abspielen besorgt der Computer und der mischt um einiges mehr live auf stereo runter. Synthesizer sind nicht mehr die LKW-füllenden Emerson Castles wie man sie von Fotos von Tangerine Dream oder eben Emerson Lake & Palmer kennt. Für wenig Geld bekommt man viele virtuelle Instrumente als Software und das ganze teure Equipment wie Kompressoren, Delay-Effekte, Chorus und Flanger und was-weiß-ich-noch-alles kommt als Software spottbillig oder bei der Recording-Software mitgeliefert daher. Und einen Computer hat sowieso jeder daheim. Aber selbst wenn man auf Hardware setzt kommt man günstig weg.

Wer den vorangegangene Abschnitt als fachbegriffgeladenes Geschwurbel empfunden hat, der kann sich schon langsam einfühlen in das große Problem des Selbermachens. Aber bleiben wir zunächst beim Machen. Ist also das Homerecording-Studio ausgestattet und sind die genialsten Stücke oder Songs geschrieben, dann geht es ans Aufnehmen, Mischen, ein bisschen grundlegendes Mastering ist auch noch von Nöten. Ist das Album oder auch nur die Single endlich fertig, dann muss ein Cover dafür erstellt werden. Der Selbermacher sucht sich dafür einen anderen Selbermacher, allerdings keinen Musiker sondern einen Fotografen – oder er kauft sich eine passable Kamera und lernt Fotografieren. Dann kommt ein bisschen Grafik-Design auf den Speiseplan, denn das ganze Ding muss ja auch schön gestaltet werden. Ist die Platte dann endlich in Ton und Bild fertig, geht es weiter mit rechtlichem: Was ist die GEMA, möchte ich da Mitglied werden (nein!), aber was passiert wenn ich da nicht Mitglied werde (man kommt niemals im Radio), und wer zockt hier wen auf welche Art ab, und wer war die GVL und was macht die nochmal, ist Creative Commons eine Option, was ist der Unterschied zwischen Urheberrecht und Verwertungsrecht und was ist ein Lizenzvertrag?

Sind die rechtlichen Hürden genommen, dann erscheinen eher komplexe Websites wie MySpace oder Jamendo oder last.fm nur noch Trivialitäten zu sein. Hochladen und berühmt werden! Doch was hochgeladen wurde, das wird noch lange nicht heruntergeladen. Der Selbermacher übt sich nun in Marketing. Pressemitteilungen schreiben, Gigs organisieren, sich promoten.

Wer möchte kann zu dieser langen Aufzählung an Fähigkeiten gerne noch Videoschnitt hinzufügen, denn wer sich auf YouTube versuchen möchte, der muss ja auch was Bewegtes anzubieten haben. Das alles ist also das Selbermachen. Oder vielmehr: Ein Teil der Realität des Traums davon. Ganz klar ist nämlich, dass man als Produzent, Tontechniker, Grafik-Designer und Marketing-Fuzzi und nebenher noch Musiker und Komponist hier nur mit Größenwahn überhaupt vorankommen kann. Niemand kann auf Anhieb das alles können. Findet man keine anderen Selbermacher, die einem Zeit und Knowhow spenden, so muss man Geld ausgeben. Und auch wenn das Equipment viel günstiger als früher ist, Geld ausgeben können heißt, seine Zeit zu verkaufen und einen Job anzunehmen, und dieser Job nimmt noch mehr Zeit weg als das Selbermachen. Noch mehr Zeit, die vom Wesentlichen abgeht: Vom Ersinnen und Realisieren einfach guter Musik.

Immerhin, alles selbst machen heißt auch, alles selbst bestimmen zu können. Nur verlassen kann man sich – wie bei den herkömmlichen Träumen auch – auf nichts.

Deutschland wird Dritter – Grillen zirpen unbeirrt weiter

Geschrieben von DrNI am Samstag, 10. Juli 2010 um 23:26 in Direktsaft
[Grillenfussball herunterladen]

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Montag, 5. Juli 2010 um 18:39 in d.E.d.T., Musizieren
Die Klinkenstecker von Hicon sind noch klobiger als die traditionellen Boliden von Neutrik – und machen dabei bei geringfügig kleinerem Preis einen ähnlich enorm saubrutal robusten Eindruck.

Tierversuche in Tübingen: Das Feliometer

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 4. Juli 2010 um 12:27 in Falsche Forschung, Tübingen
Tierversuchsstadt Tübingen! Aktivisten der Antispeziesistische Aktion Tübingen protestieren schon seit längerer Zeit mit verschiedenen Aktionen, darunter auch dem mehr oder minder legalen Anbringen von Aufklebern, gegen Tierversuche in Tübingen. Tierversuche sind immer wieder ein heiß diskutiertes Thema, bei dem den Forschern gerne das mangelnde Mitgefühl mit den Tieren und generell Grausamkeit unterstellt wird. Kontrovers wird diskutiert, so zitierte die taz unlängst Margot von Renesse, Vizevorsitzende der Deutschen Parkinsonvereinigung: Sie ist der Meinung, dass leider nicht jeder Tierschützer Mitgefühl für leidende Menschen empfinde. Also nur Tierversuche für medizinische Zwecke, nicht aber für kosmetische? Hinter all dem steckt die grundsätzliche Frage, ob der Mensch generell dem Tier höher gestellt sei.

Tübinger Forscher haben nun ein neues, durchaus zweifelhaftes Forschungsprojekt bewilligt bekommen. Dabei geht es um die Erforschung des dreidimensionalen Gravitationssinnes von Hauskatzen. Wie jedem Katzenliebhaber hinlänglich bekannt sein dürfte, fallen Katzen in der Regel auf die Füße, wenn sie denn mal fallen. Ganz gegenteilig verhält sich die Welt der Technik, hier sind komplexe und vor allem sehr teure Laserkreisel bisher vor allem in Kampfjets vorzufinden. Diese können jedoch nur die Bewegung des Fortbewegungsmittels an sich erfassen, nicht die einzunehmende Lage, um auf einer bestimmten Seite (bei der Katze mit den Füßen nach unten) aufzukommen. Interesse an dem Projekt hat unter anderem die NASA bekundet, die für ihr Mars-Projekt eine zuverlässige und lagestabile Landefähre braucht. Aber auch die Automobil- und Rüstungsindustrie zeigte sich interessiert. Gsallbahdr konnte exklusiv einen Shot aus einem Versuchsvideo mit einem frühen Prototypen des Feliometer genannten Gerätes ergattern:


Der sog. Doppelschwanzsensor ist das Kernstück des Feliometers.

Wie auf dem Foto zu sehen ist, werden für die Versuche nur die Schwänze der Katzen verwendet. In diesen vermuten die Forscher um Prof. Dr. Musci Pulaa den eigentlichen Mechanismus der stabilen Lage der Katze im freien Fall. Nun könnte man meinen, die Katzen verspürten kein Leid mehr, denn sie seien ja nach Amputation des Schwanzes sicherlich getötet worden. Leider ist dem nicht so: Durch das komplizierte Verfahren werden die Schwänze von genetisch nahezu identischen Katzen benötigt. Deswegen züchten die Tübinger Forscher eine Variante der Perserkatze in einem eigens dafür eingerichteten Labortrakt, in dem jede Katze nur einen kleinen Einzelkäfig für sich hat. Nach der Amputation des Schwanzes wird die Katze wieder aufgepäppelt. Bewährt sich ihr Schwanz in den zahlreichen Versuchsreihen mit dem Feliometer, so wird sie zur Zucht eingesetzt. Ziel sei die perfekte Züchtung einer Katzenrasse für Gravitationsmessungen, so Pulaa. Sei diese erst gefunden, so könne sie durch künstliche Befruchtung quasi in Serie hergestellt werden, so der indischstämmige Wissenschaftler weiter. Mit einem serienreifen Prototyp sei allerdings frühestens im Jahr 2014 zu rechnen.

Tierversuche in der Medizin hin oder her, meiner Meinung nach brauchen wir sie für die ohnehin unnütze Mars-Mission sicherlich nicht! Das muss auch anders gehen.