Bernd Kistenmacher: Celestial Movements
Geschrieben von DrNI
am Sonntag, 24. Januar 2010
um 19:18
in Klangkonsum
»Der beste Bassist aller Zeiten,« so betonte der U. immer wieder. Der U. ist auf die sechzig unterwegs und bei zwanzig stehen geblieben. Hellmut Hattler – den meinte er – ist zweifelsohne einer der besten Bassisten Deutschlands. Aber dass seit den frühen Platten von Kraan in den Siebzigern nur noch Schrott gekommen sei, das behaupten nur eingerostete Junioropas wie der U. einer ist. Krautrock, und wie es daraus jede Menge experimenteller bis elektronischer Musik entstand und warum, das erläutert eine interessante Doku von BBC Four, die es in sechs Teilen bei YouTube zu sehen gibt. Kraftwerk, Klaus Schulze, Tangerine Dream, wo sind wir heute? DirektRöhre
Die Platte Celestial Movements von Bernd Kistenmacher kann man als eine Weiterentwicklung ansehen. Die Scheibe beginnt bedrohlich mit düsteren Flächen, um sich dann im zweiten Stück gleich in Richtung klassischer sequenzerbefeuerter Berliner Schule zu wandeln. Weiter geht es mit kräftigen, man möchte schon sagen epochalen Flächen mit vorsichtigen Melodien aus den Boxen, Ambient herrscht deutlich vor. Klassisch auch die Betitelung der Stücke wie In Face of Saturn oder Living between Asteroids, da klingelt bei den Fans des Genres natürlich gleich der Spacenight-Wecker! Weiter hinten dann dominieren wieder die Melodieautomaten. Im Video ist auch der imposante Octopus-Sequenzer hinten rechts auf der Bühne zu bestaunen. Begeisternd auch die Auswahl der Sounds, wobei ich annehme, dass viele auch extra für diese Platte erstellt wurden. Hier wurde offenbar kein Detail ausgelassen. Für Synthetisisten natürlich immer wieder ein Erlebnis ist die Durchsetzungsstärke der Moog-Synthesizer.
Celestial Movements ist im Webshop von MellowJet Records als CD und als MP3-Download erhältlich.
Alles Quark, würde nun der U. sagen – außer man würde ihm dieses letztes Jahr erschienene Album als eine Produktion der Siebziger verkaufen, ihm das Bier wegnehmen und eine Kräuterzigarette dafür geben. Mir schmeckt's auch so.




