Ashdown Envelope Filter: Alt und neu, Licht oder nicht

Geschrieben von DrNI am Samstag, 7. März 2009 um 15:31 in Bass
Im November berichtete ich von einer drastischen Preissenkung der Ashdown Bass-Effekte. Damals bestellte ich mir einen Bass Drive Plus. Ein netter Verzerrer im robusten Gehäuse. Sound muss man mögen, funktioniert aber alles, wie es soll. Mit einer LED wird das Ashdown-typische VU-Meter beleuchtet. Heute kam nun der Ashdown Envelope Filter. Ein etwas großkotziger Name für ein Autowah. Aber sei's drum.

Eingesteckt und rumgekurbelt und hey, das tut ja richtig cool. Ein paar Jahre Synthesizer-Klangschrauberei zu meinen Erfahrungswerten zählend komme ich mit dieser Minimalversion eines Filters schnell klar. Doch dann: Hey, das zerrt. Wieso zerrt das? Ich drehe den Input auf 9 Uhr. Den Output auf Rechtsanschlag. Nun zerrt es nur noch gelegentlich, aber das Ausgangssignal ist nicht so laut wie wenn ich den (true) Bypass betätige. Außerdem fällt sofort auf, dass das VU-Meter nicht leuchtet.

Klärung der Sachlage: Die VU-Meter-Beleuchtung ist einfach nicht eingebaut. Im Drive Plus sieht man die LED noch deutlich, im Envelope Filter ist einfach keine eingebaut. Dann ein Blick auf die Verpackung: »For Low Output/Passive Basses only« steht dort, nachträglich aufgeklebt. Dann fällt auf: Auf der Verpackung hat das Gerät noch schwarze Knöpfe, keine verchromten. Auch ist dort das VU-Meter deutlich beleuchtet.

Die drastische Preissenkung bei Ashdown – nicht nur eine Preissenkung? War der Drive Plus Verzerrer noch aus einer alten Serie? Fragen über Fragen. Der Service von Ashdown beantwortet diese per E-Mail schon eine halbe Stunde später. Es müsse sich um ein Gerät der alten Serie handeln. Die alte Serie der Bass-Effekte habe grundsätzlich kein beleuchtetes VU-Meter, so erfahre ich. Außerdem habe man die Knöpfe nun in Chrom in der neuen Serie. Warum mein Modell zwar Chrom-Knöpfe, nicht aber die Beleuchtung hat, ist dem freundlichen Mitarbeiter aber auch nicht ganz klar. Das VU-Meter sei mit einem zusätzlichen Metallbügel innen befestigt. Und in der Tat: Bei meinem Drive Plus sitzt es bombenfest, beim alten Envelope Filter wackelt es herum. Ansonsten sei das Innenleben gleich, so lässt der Herr von Ashdown verlauten. Zum Thema passive Bässe und Übersteuern kein Kommentar.

Unzufrieden beschließe ich, den asozialen Affen zu machen: Ich schicke das Effektgerät zum Händler zurück und bestelle bei einem anderen Händler das gleiche noch mal. Dieses Mal achte ich bewusst darauf, dass dort keines mehr auf Lager ist, damit ich auch wirklich ein frisches aus der neuen Serie bekomme. Der Haken: Irgend einer kauft nun mein Gerät als günstigen Versandrückläufer und ist womöglich ähnlich wenig erheitert.

Die Sache mit dem Übersteuern bleibt Risiko. Da heißt es dann: Pimpen oder erneut zurückschicken. Doch Autowah-Effekte mit echtem Bypass sind kaum zu bekommen. Zu diesem Preis schon gleich gar nicht.

Kommentare
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Wäre nen Wah-Pedala nicht ne bessere Alternative?
#1 Kil (Homepage) am 07.03.2009 23:02 (Antwort)
Grundsätzlich sind Autowah und Wah-Pedal sich ähnlich. Beim Wah-Pedal wird die Grenzfrequenz eines Bandpass-Filters vom Pedal gesteuert, die anderen Parameter sind dabei meistens fest verdrahtet. Beim Autowah steuert die erkannte Hüllkurve die Grenzfrequzenz, also ist letztendlich der Anschlag am Instrument entscheidend. Meistens gibt es auch noch ein paar mehr Parameter.

Es kommt also drauf an, was man will. Im Fall des Ashdown Drive Plus kann man zwischen Bandpass und Tiefpass wählen, letzteres klingt in meinen Ohren sowieso angenehmer. Und mit einem Pedal herumeiern will ich nicht, bzw. ich bin zu faul, es zu lernen.
#1.1 DrNI am 08.03.2009 18:54 (Antwort)
Also ich empfinde den True-Bypass des EBS Bassiq als ziemlich brauchbar… ist natürlich nicht ganz günstig, aber lohnt sich.
#2 Christian (Homepage) am 12.03.2009 08:59 (Antwort)

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