Das richtige CMS muss erst noch erfunden werden

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 10. September 2008 um 22:33
Ich suche ein Content Management System (CMS). Einfach soll es sein. Ja eigentlich so wie das liebgewonnene Serendipity hier in diesem Blog, nur eben kein Blog. Kurzfassung: Es ist eine Katastrophe. Die lange Fassung:
  1. Das viel umjubelte Joomla! kann alles. Installiert ist es schnell, dann muss noch im Source Code herumgepfutscht werden, damit es überhaupt läuft. Es kriecht auf meinem Server so vor sich hin, jeder Seitenaufruf lässt sich viel Zeit. Login funktioniert, aber es dauert eine ganze lange Weile, bis ich den Administrationsbereich finde. Das ist nämlich nicht wirklich dokumentiert, sondern wird als triviales Allgemeinwissen angenommen. Dort angekommen scheitere ich an der Installation der Unterstützung für deutsche Sprache. Die Fehlermeldung hilft mir nicht weiter und das ewige Warten nervt. Ich lösche Joomla!.
  2. Contenido erwartet eine PHP-Version, mit der ich nicht aufwarten kann. You're out.
  3. Von sNews hört man, es bringe ein Blog mit. Ich versuche mich an der benutzerunfreundlichen Installation, die mir als Halbguru auch gelingt. Doch dann kann ich mich nicht einloggen, das CMS zeigt immer nur die gleiche Seite. Nur die RSS-Feeds funktionieren. Ich lösche sNews.
  4. Sefrengo installiert sich mit einem kleinen Holperer auch ganz leicht. Es verspricht, einfach zu sein. In der Tat finde ich mich in der Administrationsoberfläche sofort zurecht. Doch der Benutzer, den ich anlege, kann sich nicht einloggen und ich kann zwar neue Ordner anlegen, darin aber keine neuen Seiten erstellen. Laut Handbuch müsste da ein Symbol sein, es ist aber nicht da. Ich lösche Sefrengo.
  5. Seltsamerweise immer noch nicht entmutigt wage ich mich mit Drupal an ein weiteres ausgewachsenes CMS-Monster heran. Doch dem ist mein MySQL zu alt. Also lösche ich Drupal.
  6. Immer noch irgendwie mutig wage ich mich an Geeklog. Das rumpelt träge daher, ist ziemlich mächtig und funktioniert. Trotzdem gefällt es mir irgendwie nicht. Es gibt keine richtige Trennung zwischen »Seite ankucken« und »Seite administrieren«. Nachdem ich das lästige Admin-Zeug aus den Seitenleisten genommen habe, kann ich auch nicht mehr administrieren. Mit wenigen Klicks ins Knie geschossen. Ich lösche Geeklog.
  7. So langsam bin ich mit den Nerven etwas am Ende. Ein letzer Versuch gilt PHP-Fusion. Und das funktioniert sogar mal relativ zügig, sieht auch nicht ganz so schlimm aus und wäre ein Kandidat für die Zukunft. Ich nehme dem Verzeichnis die Zugriffsrechte und vertage die Entscheidung.
Welches CMS würden meine Leser empfehlen?

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Kommentare
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Sorry, aber: Drupal.
"Empfohlen wird : MySQL, v3.23.17 oder aktueller. Für die in Drupal benutzten INNER JOIN's mit join_condition's ist MySQL 4 ausreichend." - nutzt Du MySQL vor 3.23.17 oder ist Drupal für einfach zu doof? Also ich finde ja, heutzutage kann man gerne zu MySQL 5* (wenn nicht pg o.ä.) greifen und bei PHP kommt eh nur noch >4 in Frage.
Ansonsten (so richtig warm werde ich mit keinem CMS) den ungemütlichen Weg gehen: Framework und selber bauen: Kohana (Codeigniter), Zend oder (einfacher?, schneller) Cake.
#1 Julius am 11.09.2008 00:23 (Antwort)
Das ist nicht so trivial mit dem MySQL. Eigentlich müsste ich die ganze virtuelle Kiste generalüberholen, aber dazu habe ich noch weniger Zeit wie zum Webdesign, denn von Hand aufziehen hab ich keinen Bock mehr dazu, das hab ich früher gemacht...
#1.1 DrNI am 11.09.2008 09:10 (Antwort)
Wenig originell, aber wenn Wordpress gehört auch noch in die Liste. Joomla: Zu unübersichtlich. Drupal: Ganz okay, wenn es läuft. Ganz andere Richtung: Ein Wiki nehmen, etwa PmWiki. Es gibt auch schöne Designs und Blog-artige Strukturen damit. Ist aber auch viel Fummelarbeit.
#2 Herr Rau (Homepage) am 11.09.2008 07:13 (Antwort)
Was spricht denn dagegen, s9y als CMS einzusetzen? Mit dem richtigen Templates (z.B. Mimbo) und ein paar Plugins (Statische Seiten, ggf. Erweiterte Eigenschaften von Einträgen usw.) ist das durchaus machbar.

Wenn das nix ist, möchtest Du Dir unbedingt CMS Made Simple angucken. Alleine, weil es Smarty nutzt.
#3 YellowLed (Homepage) am 11.09.2008 08:18 (Antwort)
Ja, an sy9 dachte ich zwischendurch öfter mal, da fühlt man sich zu Hause und es funktioniert einfach. Ich denke, das werde ich auch noch ausprobieren. Kann man dann quasi eine Webseite und ein Blog in einem haben?
#3.1 DrNI am 11.09.2008 09:09 (Antwort)
Die Antwort müsstest Du kennen: »Kommt drauf an[tm].« :-)

Letztlich ist es eine reine Frage des Templates, und ja, man kann auch CMS und Blog vermischen, muss man aber nicht.
#3.1.1 YellowLed (Homepage) am 11.09.2008 09:13 (Antwort)
Ich hab PHPFusion schon seit Jahren auf meiner eigenen Homepage und einigen anderen Seiten laufen, bin recht zufrieden damit, vor allem die neue 7er-Version kommt endlich mit modernen CSS-Layouts klar :-)
#4 Tom am 11.09.2008 22:57 (Antwort)
Ja, Deine Homepage hat mich da ja auch drauf gebracht. Letztendlich sieht es aber so aus, als habe YellowLed mit s9y überzeugen können, nicht zuletzt dank seinem hilfreichen Support als Template-Entwickler. s9y überzeugt mich ja hierzublog schon seit über zwei Jahren.
#4.1 DrNI am 12.09.2008 09:45 (Antwort)
Wordpress ist ein Traum fuer kleine Sites, benutzerfreundlich, flexibel und deppensicher.

Joomla ist super als allround CMS, aber ein bisschen mehr als ne halbe Stunde sollte man sich halt schon Zeit nehmen um die teils eigenwillige Bedienung zu lernen ;-).

Wenn du die absolute Loesung suchst und ein halbes Jahr Zeit hast dich einzuarbeiten, probier TYPO3. Das hab ich grad in meiner Firma durchgeboxt und wir werden alle unsere Sites dahin migrieren.

Gruesse aus Hobart
#5 Matthias (Homepage) am 01.10.2008 12:03 (Antwort)
TYPO 3 was sonst
#6 max (Homepage) am 14.04.2010 19:25 (Antwort)

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