Sommerinsel vs. Sudhaus
In Tübingen sind die Hosen tot. Es sind Semesterferien und etwa ein Viertel der Bevölkerung sind Studenten. Viele davon sind nun bei Mama und lassen sich endlich mal wieder mit anständigem Essen bekochen, andere stehen beim Daimler am Band und schuften für ihre Studiengebühren. Was also tun gegen das Sommerloch? Die Sommerinsel am Anlagensee soll die Besucher ins Städtchen locken. Die edelsten Gastronomen der Stadt geben sich die Ehre, dazu Live-Musik. Dachte ich. In den letzten Jahren spielten auf der großen Bühne immer hochkarätige lokale und überregionale Kapellen. Das Essen probierte ich in den letzten Jahren auch, aber ich kann nicht behaupten, dass es so lecker wie teuer gewesen wäre. Abgesehen davon: Die Studenten sind ja weg, also muss man sich gar nicht erst an einem studentischen Mampfbudget orientieren. Ich suche also die Bühne, ganz hinten war sie letztes Jahr, doch da ist nichts. Dabei war ich schon lange an der »Festivalbühne« vorbeigerannt, ohne es zu merken:

Die Sommerinsel ist eben, wie Holger anmerkt, eine Fressmeile. Das erklärte Ziel, das Sommerloch zu stopfen, verfehlt sie für mich hingegen völlig. Vor der mikroskopischen Pavillon-Bühne tut sich nichts, und drinnen auch noch nicht, und ich verstehe nicht, wie man die Künstler so nach außerhalb der Fressinsel abschieben und offenbar so geringschätzen kann. Also bevor man die Musiker in so eine Popelpuppenkiste steckt, da sollte man es lieber gleich lassen. Einigermaßen gefrustet besteige ich den Drahtesel wieder und radle raus zum Sudhaus. Dort werde ich dann für den Sport belohnt. Am Lagerfeuer, also de facto im Biergarten, befinden sich schon Silk'n'Steel auf der geräumigen, romantisch gelegenen und ebenso beleuchteten Waldbühne:

Das Bier ist nicht unbedingt günstig, die Atmosphäre aber sehr angenehm, die Leute hören der Musik zu, sicherlich auch für Familie Winter (Vater, Mutter, Tochter, zusammen Silk'n'Steel) ein nicht gänzlich unangenehmer Gig. Musikalisch durchaus überzeugend, der Sound ist auch nicht schlecht, die Songs gefällig. Vor allem die Damen können mit ihren Stimmen überzeugen, wenn auch mancherorts eine zu hohe Dosis Vibrato etwas ermüdend wirkt, so in etwa wie ein zu oft eingesetzter Leslie-Effekt auf der Hammond-Orgel. Doch genug gemeckert. Der Eintritt war frei und bei vollerer Besetzung, die laut Kapelle existiert, würde ich auch bezahlen.
Danach noch zu Hause mit dem B. eine Flasche Wein auf dem Balkon diskutiert. Ein gelungener Ausklang, so sollte eine Sommernacht sein. Fressinsel, du hast verloren. Gründlich.
Am Mittwoch, 07.08. im Sudhaus-Biergarten im Open-Air-Kino: Populärmusik aus Vittula. Filmempfehlung! Auch den ganzen August durch weiterehin: Lagerfeuer-Abend jeden Donnerstag, hier wären am 28.08. Manne Kern und Frank Thomae besonders zu erwähnen. Die Fressinsel wird dann schon gründlich vorbei sein.
Aber mal ehrlich, wirklich brauchen tun wir sie sowieso nicht. In ihrer heimischen Küche können es die örtlichen Chefs sicher genau so gut bis besser. Und da sperren sie auch keine Künstler in Popelpavillons dazu.

Die Sommerinsel ist eben, wie Holger anmerkt, eine Fressmeile. Das erklärte Ziel, das Sommerloch zu stopfen, verfehlt sie für mich hingegen völlig. Vor der mikroskopischen Pavillon-Bühne tut sich nichts, und drinnen auch noch nicht, und ich verstehe nicht, wie man die Künstler so nach außerhalb der Fressinsel abschieben und offenbar so geringschätzen kann. Also bevor man die Musiker in so eine Popelpuppenkiste steckt, da sollte man es lieber gleich lassen. Einigermaßen gefrustet besteige ich den Drahtesel wieder und radle raus zum Sudhaus. Dort werde ich dann für den Sport belohnt. Am Lagerfeuer, also de facto im Biergarten, befinden sich schon Silk'n'Steel auf der geräumigen, romantisch gelegenen und ebenso beleuchteten Waldbühne:

Das Bier ist nicht unbedingt günstig, die Atmosphäre aber sehr angenehm, die Leute hören der Musik zu, sicherlich auch für Familie Winter (Vater, Mutter, Tochter, zusammen Silk'n'Steel) ein nicht gänzlich unangenehmer Gig. Musikalisch durchaus überzeugend, der Sound ist auch nicht schlecht, die Songs gefällig. Vor allem die Damen können mit ihren Stimmen überzeugen, wenn auch mancherorts eine zu hohe Dosis Vibrato etwas ermüdend wirkt, so in etwa wie ein zu oft eingesetzter Leslie-Effekt auf der Hammond-Orgel. Doch genug gemeckert. Der Eintritt war frei und bei vollerer Besetzung, die laut Kapelle existiert, würde ich auch bezahlen.
Danach noch zu Hause mit dem B. eine Flasche Wein auf dem Balkon diskutiert. Ein gelungener Ausklang, so sollte eine Sommernacht sein. Fressinsel, du hast verloren. Gründlich.
Am Mittwoch, 07.08. im Sudhaus-Biergarten im Open-Air-Kino: Populärmusik aus Vittula. Filmempfehlung! Auch den ganzen August durch weiterehin: Lagerfeuer-Abend jeden Donnerstag, hier wären am 28.08. Manne Kern und Frank Thomae besonders zu erwähnen. Die Fressinsel wird dann schon gründlich vorbei sein.
Aber mal ehrlich, wirklich brauchen tun wir sie sowieso nicht. In ihrer heimischen Küche können es die örtlichen Chefs sicher genau so gut bis besser. Und da sperren sie auch keine Künstler in Popelpavillons dazu.





Auch dieses Jahr war die Tübinger Fressinsel wieder eine Verlockung. Immerhin hat man dieses Jahr ehrlicherweise die Live-Musik ganz weggelassen, anstatt die Musiker wie letzten Sommer in eine Puppenkiste zu stecken. Die Preise sind immer noch nicht stude
Aufgenommen: Aug 03, 22:03