Sechs Uhr fünfzehn
Geschrieben von DrNI
am Mittwoch, 27. September 2006
um 12:41
Unter Käseglocken bekommen man keine Luft. Heute hat jemand die Käseglocke über B. mit weißer Farbe übergossen. Ein Himmel wie aus einem Stück, uniform, ohne Textur, ohne Marmorierung. Gefühlte sechs Uhr fünfzehn. Die Temperatur ist sechs Uhr fünfzehn. Die Stimmung ist sechs Uhr fünfzehn. Und gegen sechs Uhr fünfzehn hilft auch kein Kaffee mehr. Auch keine gelben Lampen, und auch nicht, daß die Zeitung schon gelesen ist (und wie üblich nichts schönes oder nichts neues drin stand). Es hilft auch Jack Johnsons Sonnenscheinmusik nicht. Nur ein etwas größeres Wunder könnte den Tag noch umkrempeln. Something larger than life. Zum Beispiel eine Demonstration für den Frieden, mit Ureinwohnern von B., die nur mit Dreadlock-Toupets bekleidet das Lied »Schon so lang« von Hannes Wader zum Besten geben. Angeführt wird die Demonstration vom neu ins Amt eingesetzten Bürgermeister, der sich dafür ausspricht, aus B. ein Zentrum von Kultur, Kunst, Wirtschaft(en) und Lebensfreude zu machen. Auf seinem Transparent steht: »Ob Koks, Bier oder Gras / Wir wollen Freude anstatt Spaß!«
Doch das, liebe Mitdörfler, wird einem im Outback of Swabia nicht nur vorerst erspart bleiben.





09:00: Aufgestanden, schon. Ca. 27x auf den Wecker geschlagen. Ein knappes Frühstück, denn auf leeren Magen geht das mit dem halben Liter Schwarztee nicht lange gut. 09:15: Maschine läuft, halber Liter Earl Grey steht bereit. (Nicht wie sonst Darjee
Aufgenommen: Okt 14, 14:00