Marktwirtschaftlich diskriminiert

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 21. November 2007 um 11:02 in Direktsaft
Diskriminierung? Das ist was für Frauen, oder? Die klagen ja seit Jahrzehnten leider nicht selten immer noch zurecht gegen grundlose Ungleichbehandlung gegenüber Männern und durch Männer. Wenigstens ist die totale Gleichstellung so langsam als utopisch anerkannt. Ich habe einfach keine Mumu, tut mir leid, ihr lieben Feministinnen der ersten Generation, ihr habt auch keinen Pimmel, und solange nicht beide beides haben werden wir nicht gleich sein können. Die armen Damen also, fight for your right, usw.

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Aber man kann auch anders diskriminiert werden als durch gesellschaftliche Strukturen. Genauso diskriminierend können die marktwirtschaftlichen Konsequenzen solcher Strukturen sein: Was wenig Leute kaufen (wollen), das gibt es nicht zu kaufen. Manchmal ist es auch nur Unwillen der Hersteller. Wenn Küchengeräte sich partout nicht richtig mit der linken Hand bedienen lassen wollen, es aber auch keine Produkte zu kaufen gibt, die sich mit beiden Händen gleich bedienen lassen oder gar Linkshändermodelle sind, was macht man dann? Dann ist der Linkshänder wohl diskriminiert worden.

Glücklicherweise kann ich als Linkshänder einige Dinge auch mit rechts erledigen. Diskriminiert werde ich aber beim Putzen und beim Abwasch. Nein, nicht weil sich die Frau im Hause zu schade dafür wäre. Viel einfacher: Ich benutze Handschuhe. Sonst löst sich meine Bassistenhornhaut an den Fingern auf und ich kann nicht mehr spielen. Für männliche Verhältnisse habe ich relativ kleine Hände. Die sind aber groß genug um in den meisten Supermärkten keine passenden Gummihandschuhe zu bekommen.

Putzhandschuhe sind eben was für Weiber! Und der Mangel an Utensilien in Männergrößen schafft sogar, was die Männer gegenüber den Frauen noch nicht so recht fertig bringen: Er diskriminiert beide Geschlechter. Die Frauen, weil er sie als Putzen abstempelt, und die putzenden Männer weil sie der Hausarbeit nicht wie gewünscht (oder gefordert) nachgehen können.

Kommentare
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Schon recht - nur was bringt dich auf den Gedanken, dass das ausgerechnet an der Marktwirtschaft liegt? Ich wüsste jetzt keinen zwingenden Grund, warum es in einer Planwirtschaft eher Haushaltshandschuhe in Männergrößen geben sollte.
#1 mawa (Homepage) am 21.11.2007 11:06 (Antwort)
Daß ich der Marktwirtschaft hier und dort Mängel vorwerfe heißt nicht, daß ich die Planwirtschaft befürworte. Meine Aussage ist nur, daß durch das Angebot-und-Nachfrage-Modell Minderheiten benachteiligt werden, wie die von diesen benötigte Produkte nicht hergestellt oder zu Mondpreisen verkauft werden. Und mit Gummihandschuhen putzende Männer sind anscheinend eine Minderheit.
#1.1 DrNI (Homepage) am 21.11.2007 12:23 (Antwort)

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