Absch(l)ußarbeit abgesch(l)ossen: Copyshop, nie wieder

Geschrieben von DrNI am Freitag, 8. September 2006 um 16:43 in Direktsaft
Das Werk

Bachelor-Arbeit. 41 Seiten, gesetzt mit LaTeX. Vorsichtigst. Erklärung auf der Rückseite zur Titelseite, vor dem Inhaltsverzeichnis ein Literaturzitat, Rückseite frei. Gegenüberliegende Seiten, ein Buchrand einkalkuliert, wo die Abbildungen nicht an Ort und Stelle platziert werden konnten liegen sie so, daß man nicht umblättern muß um sie beim Lesen zu konsultieren. Der Schweiß der Wochen mieft aus den letzten Ausdrucken, die mit diversen Farben korrigiert sind.

Ein Problem, eine vermeintliche Lösung

Der heimische Drucker druckt mit Streifen. Aber kein Problem, es gibt ja Copyshops. Da trägt man einfach seine PDF-Datei hin, sagt was man will, und die machen alles. Außerdem dauert das mit Klebebindung und allem drum und dran nur 30 Minuten. Man hat sich ja informiert.

Die Papierwerdung

Heute, 9 Uhr. Copyshop geschlossen, erst ab 10 geöffnet. Na gut. Gemütlich in der Cafete frühstücken, Stadtspaziergang, und dann ran.
6 Exemplare (2 für die Uni, 1 für mich, 3 zum Angeben), Klebebindung, Klarsichtdeckel, Rückseite blauer Karton. Alles kein Problem, die PDF-Datei ist auch super. Yeah!
»Bis wann soll es fertig sein?«, werde ich gefragt.
»Heute.«
»Uh!«, sagt er und blickt mich kritisch an. Ich mache ein wichtiges Gesicht.
»OK, sagen wir 16 Uhr«
Ich schlucke, unterschreibe und ziehe Leine.

(Pause)

Wie man ohne wahnsinnig zu werden 6 Stunden wartet, das ist eine andere Geschichte...

Wer A sagt, sollte B auf keinen Fall vergessen

15:45. Dem Wahnsinn schon recht nahe. Aber es ist schon fertig, gleich beim Reinkommen nickt man mir zu.

Wer »drucken« sagt, der sollte auch »duplex« sagen.


Der Laden macht um 10 auf, um 16 Uhr kriegt man das Ergebnis. Montag 15 Uhr wäre der letzte Termin zur Abgabe, also reicht es nicht, alles nochmal machen zu lassen. Ich zahle 43,14€ und ziehe Leine. Den Wahnsinn schlucke ich herunter. Ich habe schon 6 Stunden gewartet. Ich will für diesen Deppenladen nicht 15 Jahre mit Warten verbringen.

Erkenntnis

1) Der erste Eindruck zählt. Zerknirtscht liefere ich meine 2 Exemplare bei meinem Betreuer ab. Die Seitenzahlen mal links mal rechts, die Ränder falsch, leere Seiten, die mal Rückseiten waren. Der erste Eindruck ist schon hinüber. Und daß mein Inhalt so perfekt ist, daß er das alles wieder gut macht, das träume ich nicht mal.

2) Ich habe damals die Abizeitung mitgestaltet und drucken lassen. Außerdem habe ich 10 Monate in einer Druckerei gearbeitet. Und ich bin mir jetzt endgütig sicher:

Tonerstaub zerstört Hirnzellen!


3) Die anderen 4 Exemplare kann ich wegwerfen, sieht zu scheiße aus, um sie jemandem zu geben.

4) Für die Zukunft: Unterschreibe erst, wenn das Wort »Druckfreigabe« gefallen ist. Nein, nicht diese. Die unterschreibst du, wenn ein schönes Muster vorliegt, auf das man sich geeinigt hat.

5) Mein Spaß ist dahin, mal sehen ob es beim Rewe noch billigen Scotch gibt.

Nachtrag 18:00: Dem verwunderten Leser sei ergänzend erklärt: Ich wohne auf dem Land und je nach Verkehrslage und -mittel reise ich bis zu einer 2h hin und zurück zu einem Copyshop. Den Scotch gab es noch.

Trackbacks

Der Spiegel, der sich Google nennt (2)
Seit dem letzten Blick in den Googlespiegel hat sich viel getan hier. Noch immer ist das Bild der Leserschaft unklar. Die jedenfalls, die über Suchmaschinen reinkommen, haben wohl irgendwie etwas anderes erwartet. Gesucht haben sie jedenfalls folgendes:
Weblog: Gsallbahdr
Aufgenommen: Sep 30, 18:42
Absch(l)ußarbeit: Gutachten
...wilde Träume. ...Affentheater. ...Traumatisierung. ...Gutachten: »sehr gut«
Weblog: Gsallbahdr
Aufgenommen: Okt 04, 15:32

Kommentare
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So ein scheiß... die ham sich das PDF wohl gründlich angeschaut, bevor sie es in den drucker geworfen haben....
#1 Tobi am 08.09.2006 17:15 (Antwort)

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