Engelsgleich

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 7. September 2006 um 14:37 in Unreine Fiktion
Engelsgleich, blondlockig. Das Klischee eines Flügelwesens, mit Glitzeraugen, auf der Wolke sitzt sie und schwebt vor dem endlosen Blau der Unendlichkeit vorbei. Zwinkert mir zu, »komm mit in das andere Reich«, möchte ich sie flüstern hören. »Dorthin, wo Bassgitarren an Bäumen wachsen und die Musiker zuverlässig sind.«

Es ist wie ein böser Pickel, der immer wieder die Gedanken von der Schönheit des Gesichts abwendet, hin zu einem eitergefüllten Faß, mit kleinem Etikett, es sagt: »Inhalt: 250 Liter Gier«. Und so ist auch ihre unermeßliche, ja schon wahnsinnsnahe Lust ihr Makel, ihr Absturz aus der Engelsgleichheit, ihr Unschuldsverlust, wie unser aller Hemmschuh an Kreativität, Muse, unser Schicksal. Die Lust auf mehr. Mehr Material. Nicht mehr Leben. Nicht mehr Glückseligkeit. Nur mehr Material.

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