Geschrieben von DrNI
am Samstag, 30. Januar 2010
um 01:23
in d.E.d.T.
Träume braucht der Mensch, um nicht ein langweiliger kleiner Feierabendbiersportschauspießer zu werden, der irgendwann mit 46 oder 51 nicht mehr vom Zigarettenholen zu seiner Frau und den Kindern zurückkehrt. Oder doch, was noch schlimmer sein könnte. Andererseits: Träume, deren Erfüllbarkeit primär nicht in den eigenen Händen liegt, sind riskant für die seelische Gesundheit.
Winterabends, also Nachts, es ist kalt, Vater und der der knapp noch präpubertäre Sohn kommen aus dem X und trapsen zu ihren Fahrrädern.
Sagt der Vater: »Wenn wir jetzt das Auto da hätten, dann wäre es schön warm und wir müssten nicht frieren.«
Entgegnet der Sohn: »Pah, ich bin halt keine so Pussy wie du!«
Daneben stehend muss mich wirklich beherrschen, nicht lauthals loszulachen.
Für Ortsfremde: Das X ist der Imbiss überhaupt in Tübingen, der seit über 30 Jahren dem Zahn der Zeit trotzt und stets bis nachts um eins mit Fritten, Burgern und Currywurst für alle Leute da ist.
Geschrieben von DrNI
am Sonntag, 24. Januar 2010
um 19:18
in Klangkonsum
»Der beste Bassist aller Zeiten,« so betonte der U. immer wieder. Der U. ist auf die sechzig unterwegs und bei zwanzig stehen geblieben. Hellmut Hattler – den meinte er – ist zweifelsohne einer der besten Bassisten Deutschlands. Aber dass seit den frühen Platten von Kraan in den Siebzigern nur noch Schrott gekommen sei, das behaupten nur eingerostete Junioropas wie der U. einer ist. Krautrock, und wie es daraus jede Menge experimenteller bis elektronischer Musik entstand und warum, das erläutert eine interessante Doku von BBC Four, die es in sechs Teilen bei YouTube zu sehen gibt. Kraftwerk, Klaus Schulze, Tangerine Dream, wo sind wir heute?
Die Platte Celestial Movements von Bernd Kistenmacher kann man als eine Weiterentwicklung ansehen. Die Scheibe beginnt bedrohlich mit düsteren Flächen, um sich dann im zweiten Stück gleich in Richtung klassischer sequenzerbefeuerter Berliner Schule zu wandeln. Weiter geht es mit kräftigen, man möchte schon sagen epochalen Flächen mit vorsichtigen Melodien aus den Boxen, Ambient herrscht deutlich vor. Klassisch auch die Betitelung der Stücke wie In Face of Saturn oder Living between Asteroids, da klingelt bei den Fans des Genres natürlich gleich der Spacenight-Wecker! Weiter hinten dann dominieren wieder die Melodieautomaten. Im Video ist auch der imposante Octopus-Sequenzer hinten rechts auf der Bühne zu bestaunen. Begeisternd auch die Auswahl der Sounds, wobei ich annehme, dass viele auch extra für diese Platte erstellt wurden. Hier wurde offenbar kein Detail ausgelassen. Für Synthetisisten natürlich immer wieder ein Erlebnis ist die Durchsetzungsstärke der Moog-Synthesizer.
Celestial Movements ist im Webshop von MellowJet Records als CD und als MP3-Download erhältlich.
Alles Quark, würde nun der U. sagen – außer man würde ihm dieses letztes Jahr erschienene Album als eine Produktion der Siebziger verkaufen, ihm das Bier wegnehmen und eine Kräuterzigarette dafür geben. Mir schmeckt's auch so.
Geschrieben von DrNI
am Freitag, 8. Januar 2010
um 14:07
in d.E.d.T.
Sowohl am Anfang als auch am Ende einer Nahrungsaufnahme stehen oft zwei Namen. Das Ende der Geschichte nimmt Bezug auf den Anfang. Aus der Schüssel durch uns durch und in die Schüssel. Villeroy & Boch, meine Helden das Alltags.
Geschrieben von DrNI
am Donnerstag, 7. Januar 2010
um 15:59
in Direktsaft
In der Bäckerei soeben festgestellt: Heute ist Mutscheltag! Die Mutschel ist sicherlich eines der leckersten Gewächse unserer kleinen Region. Da schaut selbst der akademische Tübinger anerkennend rüber ins industrielle Reutlingen, denn da kommt sie schließlich her.
Geschrieben von DrNI
am Montag, 4. Januar 2010
um 16:13
in Musizieren
Musik machen bedeutet auch Schreibtischarbeit. Meistens also das Schreiben von Pressemitteilungen, das Herumtelefonieren mit Veranstaltern, Internet-Gedöns. Und manchmal dann auch wieder Interessanteres. Dafür braucht man dann aber auch geringfügig mehr Büroausstattung, wie das Foto vermuten lässt. Im Studio2 unserer WG verbrachte ich nun ein Wochenende mit Erkenntnisgewinn. Da bleibt mir nur neidlos anzuerkennen, wie viel mehr Know-how der Bewohner von Studio1 hat.
Nun da der Maschinenpark endlich wieder rund läuft, steht auch neuer elektronischer Musik nur noch Zeitmangel im Wege.
Nachtrag: Dieses Foto ist das erste in einer Serie auf Ardour.org, der Website der besten kostenlosen Digital Audio Workstation.
Hier nun mal zwei Ankündigungen in eigener und fremder Sache. Zunächst einmal: Am 13. Februar, das ist ein Samstag, lese ich zusammen mit anderen im Club Voltaire. 20 Uhr geht's los, kostet fünf Öcken. Aus Gsallbahdr gibt es ein kleines BestOf der Beobachtungen aus dem Alltag, genaueres muss ich mir noch zurechtlegen. Sehr gespannt bin ich auf die Bloggerkollegen. Deren treibendes Unwesen wird ganz nett charakterisiert auf der Website der Veranstaltung, besser könnte ich es keinesfalls beschreiben. Hier noch ein hübscher Flyer:
Aufmerksame Leser haben nun schon bemerkt, dass auf der Website von Das Letz niest mein Umzug nach zwei.drni.de angedroht wird. Diese Drohung kann ich hier nur bekräftigen. Der Plan zählt zu den ausnahmsweise freiwilligen Änderungen in der Peripherie meines Daseins. Umsetzung folgt.