Ich habe endlich die Fotos von meinem Handy heruntergeladen. Da ich das Handy immer dabei habe sind auch einige sprachlich interessante Botschaften fotografisch dokumentiert worden. Zunächst ein Plakat, das den Betrachter auf den richtigen Weg bringen möchte:
»Christ? Weil… es zum Umsteigen nie zu spät ist!«
Nehmen wir mal an, der begründende Satz »Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist« wäre immer oder wenigstens meistens wahr, was die meisten von uns wohl bekräftigen dürften, dann könnte man aus diesem Satz alles folgern:
»Muslim? Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist.«
»Agnostiker? Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist.«
»Vegetarier? Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist.«
Dieses Muster könnte man beliebig fortsetzen. Außer vielleicht, wenn sofort klar ist, dass ein Umstieg sehr schwer bis unmöglich ist. Nicht alle Daseinsformen hängen vom freien Willen alleine ab, manchmal braucht man auch gewisse formale oder biologische Voraussetzungen:
»Professor? Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist.«
»Frau? Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist.« (Für Männer)
»Homosexuell? Weil es zum Umsteigen nie zu spät ist.«
Es ist jedenfalls keine gute Idee, eine so offensichtlich logisch anfällige Werbeaussage auf einem Plakat in einem von Linguisten bevölkerten Unigebäude anzubringen. Abgesehen davon darf man sich natürlich fragen, warum christliche Organisationen Werbung machen (dürfen) und die anderer Glaubensgruppen nicht. Siehe auch
Atheist Bus Campaign.
Die Hörnchen auf dem Kopf der Dame wurden wohl in ähnlicher Verwunderung von jemand anderem angebracht, sie sind jedenfalls nicht original.