Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Freitag, 30. Oktober 2009 um 09:12 in d.E.d.T.
Über die Jahre des Studierens kann sich ein ganz schön harter Klumpen an Soft Skills ansammeln. Allerdings tritt das Phänomen nicht bei allen Hochschulabsolventen auf.

Steckerbelegung Fußschalteranschluss SWR WorkingPro 12

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 09:49 in Bass
Der im Januar von mir besprochene Bassverstärker SWR WorkingPro12 hat ein nettes Feature: Über einen Fußschalter kann man die Funktionen Mute und Bass Intensifier fernsteuern. Während ich den Bass Intensifier weniger interessant finde, ist ein sanftes Mute doch sehr nützlich, es ploppt nicht und dem Tonmann kommt auch nicht das Grausen, weil der DI-Output eben auch keinen Plopp feuert. Alles cool also? Leider nicht. Der Anschluss für den Fußschalter ist ein fünfpoliger DIN-Stecker. Das genau passende Teil dafür gibt es bei Thomann nicht, aber der Fußschalter für den WorkingPro 400 kostet fast 70 Euro. Zu viel für mich als Löter und als Keyboarder, der noch zahlreiche Standard-Fußschalter herumliegen hat. Außerdem gibt es einfache Fußschalter von Lead Foot schon für einen Zehner.

Also habe ich mal mit etwas educated Guessing, einem Multimeter und ein paar Prüfspitzen den Anschluss inspiziert und die Steckerbelegung herausgefunden. Wenn man einen Taster (den wir meist meinen, wenn wir Fußschalter sagen) zwischen Pin 3 und Pin 1 anschließt, dann kann man die Mute-Funktion steuern. Ein Taster zwischen Pin 3 und Pin 5 steuert den Bass Intensifier. Das ist auch schon alles. Ich habe mir dann einen Adapter von fünfpoligem DIN-Stecker auf Klinkenbuchse gelötet, wie er oben abgebildet ist. Die Bauteile gibt es im Handel. Wer den Bass Intensifier auch schalten will, der muss eben zwei Kabel aus dem DIN-Stecker herauskommen lassen. An diesen Adapter kann jeder preisgünstige Keyboard-Fußschalter angeschlossen werden.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, die teuren und guten Klinkenbuchsen mit Verriegelung von Neutrik zu verwenden. Mir ist es lieber, wenn beim Zug am Kabel die Klinkenkupplung auseinander geht als wenn die naturgemäß wacklige DIN-Buchse belastet wird.

Viel Spaß beim Nachkochen und Sparen!

Song zum Sonntag

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 25. Oktober 2009 um 15:04 in Klangkonsum
Ein Klassiker interpretiert von Eva Cassidy:


(DirektRöhre)

Eva Cassidy starb 1996 mit nur 33 Jahren an Krebs. Richtig bekannt wurde die begnadete Sängerin erst etwa zwei Jahre später.

Die geschenkte Stunde

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 25. Oktober 2009 um 02:12 in Gedanken gehen ihren Gang
Die Uhr rechts unten in der Leiste sagt, es sei höchste Zeit fürs Bett, schon gleich drei Uhr. Dann springt sie von 2:59 auf 2:00 und schenkt mir eine Stunde. Sie versetzt mich in Tief filosofische Gedanken über die Unmöglichkeit des Zurückdrehens der Zeit und darüber, ob mir das nun etwas bringen würde oder nicht. Es ist alles eitel. Realist wie ich sein möchte halte ich es mit Gryphius, doch es haut nicht hin, es haut einfach nicht hin. Schicksal ist, wenn es alle anscheißt und keiner kann was dafür. Und meist auch nicht dagegen.

Konklusion: Narkose mit legalen Drogen. Standby-Modus aktivieren. Was will ich mit einer geschenkten Stunde, wünschte ich doch, es wären die nächsten Wochen schon vorbei.

Das Ende einer Ära

Geschrieben von DrNI am Samstag, 24. Oktober 2009 um 16:54 in Direktsaft
Ein bisschen traurig sehen sie aus, ganz hinten rechts in dem riesigen Container. Meine Sony-Trinitron-Bildschirme. Die guten alten Röhren. Wie ein Streicherteppich liegt dazu passend ein leiser Nieselregen über dem Entsorgungszentrum Dußlingen. Wir verabschieden uns an der Containertür mit einem leisen Schniefen. Anschließend werfe ich noch jede Menge funktionierender Computerteile in eine große Gitterbox. Niemand will sie mehr haben. Sie teilen das Schicksal der Kollegen im Container, denn auch diese sind funktionstüchtig.

Danach noch schnell zum Aldi. Energiesparlampen sind im Sonderangebot. Wehmütiges Wegschmeißen des warmen Lichts, ich sehe dich schon kommen.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Freitag, 23. Oktober 2009 um 11:50 in d.E.d.T.
Im ICE Berlin-Stuttgart: Meine Muttersprache ist noch immer etwas, das heimatliche Gefühle auslösen kann, auch wenn in ihr meist nicht viel Intelligentes gesagt wird.


Nachgereicht vom Dienstag.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Freitag, 23. Oktober 2009 um 11:48 in d.E.d.T.
In Berlin beanspruchen selbst versiffteste Ecken eine hauptstädtische Eleganz für sich. Selbst die Kanalratten sind hier cooler als andernorts.


Nachgereicht vom Wochenende.

Berlin und ich. Was ist das?

Geschrieben von DrNI am Montag, 19. Oktober 2009 um 11:03 in Gedanken gehen ihren Gang
Ich sitze in der typisch städtischen Wohnung meiner Berliner Gastgeberin auf der Schüssel und blättere in einer Ausgabe der Neon. Hohe Decken, zum Teil zweiflüglige Türen, ziemlich groß und ziemlich viel günstiger als Tübingen. In der Neon bekennt eine gewisse Michaela Förster, 24: »Ich pinkel jeden Morgen in die Dusche. Multitasking nenne ich das.« Das dazugehörige Foto ist unterschrieben mit: »Michaela: lila Top von Ben, 45 Euro; Minirock von Replay, 189 Euro; hohe Turnschuhe von Puma by Alexander McQueen, 150 Euro.«

Einige viele Neon-Bekenntnisse später – davon nur ein einziges weiteres zum Thema Pinkeln – powerfläze ich im Sessel, die Sonne scheint herein und ich überlege mir, ob ich mit dem ausgeliehenen MacBook nicht in ein Café gehen sollte. So stelle ich mir als Landei den hippen Kreativberliner vor. Genussvoll wälzt er sich in seiner gespielten Armut der digitalen Bohème mit seinem Edel-Laptop, Latte Macchiato zullend. Die Vorstellung erinnert an das Musik machen zusammen mit Kiffern, wenn man selber nicht kifft. Sie finden es alle furchtbar lustig und vor allem unendlich kreativ, aber man selbst langweilt sich zu Tode.

Gestern in Marzahn, zum Sightseeing. Das andere Berlin. Plattenbauten bis zum Horizont. Schon nach einer Stunde Stadtspaziergang die Beklemmung. Keine Cafés in denen jemand mit einem MacBook sitzen könnte. Schnell wollen wir wieder fort von dem Ort, an den tausende jeden Abend von der Arbeit zurückkehren, der für tausende Heimat ist.

Da sitze ich also mit meinem kratzigen Arbeitskleidungspulli in Berlin, gedanklich zwischen Pinkelmichaela im 189-Euro-Minirock und diesem Typen im Anzug aus echtem Joggins in Marzahn. Berlin, was ist das? Ich weiß es weniger als zuvor. Es wird Zeit, hinaus zu gehen auf die Straßen und rein in die Bahn des Untergrunds und wo anders wieder herausfallen und mehr herausfinden. Mehr herausfinden über mich und Berlin.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Freitag, 9. Oktober 2009 um 15:24 in d.E.d.T.
Macher machen so lange vergeblich Nichtmacher an, bis sie ob deren Nichtmachens völlig müde und ganz machtlos geworden sind.

Love Handles

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 4. Oktober 2009 um 19:27 in Unreine Fiktion
Das erste deutliche Eindringen einer Frau in eine Männerdomäne hatte er vermutlich beobachtet als damals die eine in ihre Latzhosen stieg und in seinem Bulli davondüste und nie wieder gesehen war. Ob sie den wackeligen Zündverteiler selbst wieder geflickt hatte und wie weit sie gekommen war, das blieben unbeantwortete Fragen. Die Jahre zogen in die Länder, andere kamen und gingen in ihren Latzhosen, Women's Laboration breitete sich aus, seine Töchter wollten die Pille, er kaufte und verkaufte weiterhin seine Gitarren und Verstärker und flog durch die Bands der kleinen Stadt.

Dann reinkarnierte das eindringliche Eindringen in eine Männerdomäne. Eine Bassistin, und singen konnte sie auch, sogar noch besser als bassen. Noch etwas schüchtern, ein junges Ding. Schon nach kurzer Zeit boten ihre Love Handles nicht mehr genug Halt und so schob er sie regelrecht quer durch seine Gemächer. Dazu das Original von LP, der Immigrant Song von Led Zep. Ein Refrain, ein Schrei, wir kommen! Im Abspann die Totalentspannung zu Since I've been loving you, er nickt zwischendurch mal ein, sie versucht sich mit seinem Lieblingshemd von seinem Saft zu befreien, das muffelige Ding muss eh in die Wäsche. Sie kommen wieder runter, er fühlt sich so jung wie sie ist und sie schaut so alt aus der noch nicht mal komplett ausgezogenen Wäsche wie er ist.

Dann stieg sie in ihre Hosen, schnappte sich seinen Bass und ihren Koffer und ein Flugzeug und nahm ihre Liebe und eine Erfahrung mehr mit in die Ferne. Vor der Waschmaschine sitzend, sein Hemd rotieren sehend, überlegt er nun, was sich wohl geändert haben mag seit damals.