Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 29. Juli 2009 um 23:08 in d.E.d.T.
Semesterferien wären schon was tolles gewesen, wenn man im Master-Studium denn effektiv mal welche gehabt hätte. Seit ich arbeite habe ich endlich wieder ein Studentenleben: Die halbe Nacht an Flaschen hängen und mittags verblasen in der Uni aufschlagen.

Schwäbisch sechzig werden: Gang mr fott!

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 26. Juli 2009 um 19:31 in Buschpoet, Direktsaft, Musizieren
Gestern spielten wir auf einem schwäbisch-klassischen »Sechzger«, soll heißen eine Feier anlässlich eines sechzigsten Geburtstages. Konzert kann man das nur mit Einschränkungen nennen, denn alle paar Lieder wird man mit einer neuen, natürlich völlig spontanen Einlage vom lustigen Publikum für das Geburtstagskind konfrontiert, für die man dann erst mal Pause machen darf. Besonders bliebt sind dabei selbst verfasste Gedichte.

Auch die Marianne weiß es schon
Man dichtet stets mit Reimlexikon:
Zum Geburtstag stets das Beste.
und für die Gäste nur die Reste.

Drum folgen Schwung um Schwung
ein wenig Kritik und viel Huldigung.
Die Themen sind stark eingeschränkt
Um Rasenmähen und Haushalt wird gezänkt.

Der Reim muss nicht immer ein reiner sein,
das Publikum stets Wein schenkt in sich hinein.
Und ist dann der Lobhudelei genug
Nehmen wir erleichtert einen großen Schluck.

Die Jüngeren aus der Verwandschaft
Machen mit dem Brauch Bekanntschaft
Die wenigen Studierten darunter
Leben bis kurz vor sechzig munter.

Denn bevor man sich derlei Dichterei tut an
Mopediert man lieber zu schnell Autobahn
und schrammt einen Baum mit dem Gesicht.
Alles besser als ein Sechz'ger-Geburtstagsgedicht!

Filmempfehlung

Geschrieben von DrNI am Samstag, 25. Juli 2009 um 00:06 in Direktsaft, Musizieren
… vor allem für Musiker: It might get loud. Ein Dokumentarfilm, in dem sich die Gitarrenhelden Jimmy Page (Led Zeppelin), Jack White (The White Stripes) und The Edge (U2) treffen, um über ihre Wege zur Gitarre, ihre ersten Gitarren und Bands und ihre wichtigsten Einflüsse zu sprechen. Und natürlich haben sie rein zufällig ihr Equipment dabei, und das reicht von unzählbar vielen Gitarren bis zu mannshohen doppelten 19"-Racks gefüllt mit ausschließlich Gitarreneffekten.

Drei Unikate, ein kurzweiliger Abend, nur Open Air Kino bei dem Wetter ist für'n Arsch, denn der wird reichlich kalt dabei. Mein neuer Lieblingsopa heißt Jimmy Page. Der wirkt so sympathisch. Und so einer könnte seinen Enkeln auch was nützliches beibringen.

Nachts am Neckar geschehen seltsame Dinge

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 22. Juli 2009 um 00:21 in Direktsaft, Tübingen
Ich schlappe runter zur Neckarbrücke, Stativ unterm Arm und Fototasche über der Schulter. Die Polizei hält mich mal wieder an. »Nicht auch noch zu Fuß,« denke ich. Doch heute geht es nicht um mich. Ob ich einen Mann habe wegrennen sehen, fragen die Beamten mich. Ich verneine. Ich gehe über die Brücke, baue das Stativ auf und versuche mich an ein paar Langzeitbelichtungen. Als ich wieder abziehe suchen Leute am anderen Ufer mit Taschenlampen nach etwas oder jemandem. Daheim angekommen lade ich die Fotos auf den Rechner. Ich kann durch die offene Balkontür einen Hubschrauber hören, er ist ganz nah, aber da ist nichts zu sehen. Dann macht er den Suchscheinwerfer an, ein ganz heller Fleck am Himmel. Er steht eine Weile und wirft Schein, entschwindet dann genau so schnell hinter dem Österberg wie er gekommen war.

Es ist mir ein Rätsel. Zwei Fotos sind gut geworden.

To the Moon and Back

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 21. Juli 2009 um 20:48 in Direktsaft, Klangkonsum
Heute vor 40 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Im Jahr 1967 schrieb David Bowie den Song Space Oddity, in dem er die Figur Major Tom mit der Ground Control sprechen lies. Die Platte erschien 1969 und begleitete – obwohl ursprünglich eher an Kubricks legendärem Film 2001: Odysee im Weltraum orientiert – die Mondlandung, vermutlich ähnlich wie später Candle in the Wind den Tod von Lady Di oder Only Time den 11. September. Und so sah das dann aus:


(DirektRöhre)

Peter Schilling griff die Figur 1983 im bekannten NDW-Hit Major Tom wieder auf. 1992 erblickte dann ein neuer Song das Licht der Veröffentlichung, in dem die Mondlandung Teil des Themas ist. Und zugleich auch der, den ich am besten finde. Tasmin Archer fragt sich in Sleeping Satellite, warum wir eigentlich so umgehen mit unserem Planeten und uns selbst. Man könnte interpretieren: Nun haben wir (ein paar wenige sogar mit eigenen Augen) die empfindliche blaue Kugel von ganz draußen gesehen, aber die Kacke dampft noch heißer als zuvor.


(DirektRöhre)

To the moon and back wollten Savage Garden 1996 ihre Angebeteten mitnehmen. Ja, zum Mond kommen wir, und auch zurück. Hut ab, das meine ich ehrlich. Aber trotzdem: Überall auf der Welt sterben Leute, weil sie nicht genug Essen haben. Und wenn wir so weiter machen, ist der Planet bald so fucked up, dass eine größere Katastrophe nicht ausbleiben wird. Noch mehr Leute werden hungern, und sie werden uns in Europa und Nordamerika die Bude einrennen, weil noch nicht alles unbewohnbar und nicht nicht aller Boden unfruchtbar geworden ist.

Auch das Problem könnte man lösen, wenn man wirklich wollte.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Samstag, 18. Juli 2009 um 15:20 in d.E.d.T.
Seinen eigenen Weg zu finden kann schwieriger sein als ihn zu gehen.

Wasserwand

Geschrieben von DrNI am Samstag, 18. Juli 2009 um 11:34 in Gedanken gehen ihren Gang
Der Regen schifft durch die Fahne der Beleuchtung, endlos immer neue Tropfen, eine Wand aus weißem Regen in schwarzem Regen. So geht das nun die ganze Nacht. Ich schließe die Augen und schalte aus.

Kaputtalismus Reloaded

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 16:13 in Direktsaft
Als PeterLicht 2006 sein Album Lieder vom Ende des Kapitalismus herausbrachte, dachte noch niemand an eine Weltwirtschaftskrise. Nun ist sie also da, so sagt man uns. Selbst konservativste Holzmedien titelseiten mit Kapitalismuskritik. Alles müsse sich ändern, glauben sie irgendwie, und diverse Bänker investieren das Geld vom Staat in Wackelaktien, denn kein Mensch ändert sich, wenn ihn seine Lebensumstände nicht dazu zwingen.

So denn, zur Anpassung der Lebensumstände schlage ich als ersten Schritt vor, dass alle Sender, Radio wie Fernsehen, ein mal pro Tag ein Lied von der oben genannten Platte spielen müssen.

Ob das die Leute mehr stören würde als die Abermilliarden an Schulden, die sie demnächst mit Steuererhöhungen begleichen dürfen?

Gagaismus

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 15. Juli 2009 um 11:40 in Gedanken gehen ihren Gang
Der kalte Sommerregen nimmt kein Ende. Ben Harper aus der Abhöre:
»She softly kissed my mind, my mind  / and whispers: what will we do with time?«
Gagaismus. Sheeple you!

Und hernach mache ich mich zum Hund und hechle zur Stätte des täglichen Hirnhechelns.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 14. Juli 2009 um 10:16 in d.E.d.T.
Wenn man eine Wasserpumpenzange, einen Rollgabelschlüssel und einen Satz Innensechskantschlüssel kauft, davon aber nur letzteren für das Vorhaben nutzen kann, dann hat man immerhin endlich mal eine Wasserpumpenzange und einen Rollgabelschlüssel, dafür aber fast 20€ zu viel zu wenig.

Außerdem lernt man dabei, dass der Rollgabelschlüssel eigentlich nicht Engländer heißt und vom gleichen Typen erfunden wurde wie die Wasserpumpenzange.