Iranbuschweg: Der Wahnsinn nimmt kein Ende

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 31. Dezember 2008 um 01:43 in Direktsaft
Im April berichtet ich erstmals vom Trichterwort-Rätsel im deutschen Fernsehen, im Mai erweiterte ich den Rätsellöser um Eigennamen. Doch diese Fernsehrätsel sind immer noch da, jetzt gerade läuft eines, das nicht Trichterwort-Rätsel heißt, aber genauso funktioniert. Man muss die Buchstaben eines Nonsens-Wortes umstellen, so dass sich der Name einer deutschen Stadt ergibt:


Nun ist das eigentlich noch nichts Besonderes. Dass man 20.000€ gewinnen können soll, das schon eher. Dass zu dem Zeitpunkt, als der Schirmschuss von mir erstellt wurde, auch schon mehrere Countdowns liefen und das Ende des Gewinnspiel schon mindestens ein Mal (nämlich für 1:30) festgelegt wurde, ist leider auch nichts besonderes. Diese Masche wird Kabel 1 nun noch die ganze Nacht abziehen, und immer wird der »Moderator« betonen, wie schwierig denn das Rätsel sei, er wird etwa alle fünf Minuten die Regie um einen Tipp anbetteln, diese wird ihm aber keinen geben. Zahllose Countdowns werden gezählt werden, und nie wird jemand anrufen. Halt, nie? Nun, das behauptet der freundliche Herr am Rednerpult. Richtiger dürfte sein: Nie wird jemand durchgestellt. Wer nah an die Glotze kriecht, kann dort rechts unten lesen, dass jeder Versuch 50¢ kostet. Ob diese Nacht überhaupt ein Gewinn ausgeschüttet wird? So lange werde ich mir diese geistlose Abzockersendung natürlich nicht mehr anschauen, aber vermutlich wird niemand gewinnen. Dabei wäre es doch ganz einfach:


Der Rätsellöser weiß natürlich Bescheid. Siehe oben. Jetzt stellt sich der mit Intelligenz ausgestattete Leser natürlich die Frage: Wer ist so schlichten Gemütes und ruft dort tatsächlich an? Selbst wenn es jeder Bundesbürger mal versucht, um festzustellen, dass er nicht durchgestellt wird, wer fällt denn schon wiederholt darauf rein? Darauf habe ich auch keine Antwort. Aber die Existenz der Sendung lässt vermuten, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Also muss es auch Opfer geben, die darauf hereinfallen. Als das Rätsel noch Trichterwort hieß, da schienen die Opfer zumindest nicht des Googelns mächtig, denn obwohl Gsallbahdr auf Platz 1 zu diesem Begriff ist, kommt laut Zugriffsstatistik nie jemand über diesen Suchbegriff hier an.

Falls es jemand tatsächlich bis zum Ende ausgehalten hat, kann er oder sie mir ja das Ergebnis mitteilen.


Der Rätsel-Löser funktioniert nicht im Feed-Reader, bitte kommt persönlich mit Eurem Browser vorbei.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 30. Dezember 2008 um 19:35 in d.E.d.T.
Künstler ist, wer sich als Künstler bezeichnet. Weitere Qualifikationen sind leider nicht notwendig.

Offene Vorhänge / Dorf

Geschrieben von DrNI am Samstag, 27. Dezember 2008 um 14:47 in Gedanken gehen ihren Gang
Ein Zimmer, vielmehr mein Zimmer. In diesem sitze ich, in dem Schaukelstuhl, der ganz früher schon einmal hier stand, lange bevor ich Zimmer, Eltern und Dorf verließ. Alles passierte hier. Legosteine gingen hier genauso verloren wie Jungfreulichkeiten, Fischertechnik und Träume gingen hier kaputt, Geld wurde hier am PC verdient und versoffen, Musik und Hausaufgaben wurden hier gemacht, Hausarbeiten und Gedichte geschrieben.

Vieles davon mit nicht zugezogenen Vorhängen. Die Lust an den Blicken anderer, doch es ist Dorf, es ist leer, es blickt niemand. Es hört niemand die Töne und Geräusche, es interessieren niemanden die Träume, die Arbeit, das Studium. Alles ist einfacher, zu einfach: Wenn das Auto vor dem Schuppen steht, dann ist der Sohn zu Hause. Und wer zu Hause ist, der arbeitet nicht. Und wer nichts arbeitet, der ist irgendwie nicht rechtschaffen. Offene Vorhänge, wie eine Aufforderung, aber meinem suchenden Geist half es nicht.

Heute: Unweite Kleinstadt, quasi-anonym, offene Vorhänge, die anderem im Haus schreien beim Tun. Ob ich arbeite oder nicht, Anschein so oder anders, so lange ich zahle kümmert es nicht, kümmert auch mich kein Kümmern, kann ich unbekümmert sein.

Wie eh und je macht Stadtluft noch frei.

Weltweihnachtskrise? Nee, wir hauen rein!

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 23. Dezember 2008 um 20:46 in Direktsaft
Boar-ey Leute geht es der Wirtschaft mies. Ich hatte das Vergnügen, mich sowohl am Samstag als auch gestern in die Innenstadt zu begeben. Vor allem am Montag vor Heilig Abend: Überquellende Parkhäuser, Menschenmassen in den Kaufhäusern. So sieht also die schlimmste Weltwirtschaftskrise seit 1929 aus. Ich bin beeindruckt. Durch den erfolgreichen Verkauf diverser Dinge bei Ebay bin nun auch ich in der Lage, die Wirtschaft zu fördern.

Musikequipment als stabile Anlageform? Das wird die Zukunft zeigen. Die Renditen machen jedenfalls viel Spaß!

Ich wünsche allen Lesern krisenfreie und erholsame Feiertage, was auch immer sie letztendlich feiern.

Das Danach

Geschrieben von DrNI am Samstag, 20. Dezember 2008 um 12:48 in Gebührend studieren, Gedanken gehen ihren Gang
Und wieder was geschafft, denke ich. Abgehakt. Jetzt »nur noch« die Abschlussarbeit schreiben. Und danach? Nach jedem Danach kommt ein neues Danach. Aber heute, am Tag danach, ist erst mal ein Ausflug ins Jetzt angesagt. Wir brauchen alle mehr Jetzt. Sonst schnappt uns das Arschloch eines Tages mit einem großen Knall zu, und dann?

Das ist das eigentliche religiöse Versprechen vom Leben nach dem Tod: Ein Leben ohne ein immer wiederkehrendes Danach.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Samstag, 20. Dezember 2008 um 11:20 in d.E.d.T.
Memory Sticks von Samsung überleben die 40°-Wäsche.

Bibliothekarische Beschaffungskriminalität?

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 18. Dezember 2008 um 10:00 in Gebührend studieren
Schon mal versucht, an eine Dissertation aus den 40ern zu kommen? Eingereicht an einer amerikanischen Uni? Nee? Ich schon. Und das war sogar trivial einfach. Amazon! Gebraucht genau ein Exemplar verfügbar, für läppische 3€. Aus den USA. Drei Wochen später kommt ein Päckchen. Inhalt: Ein ganz anderes Buch und der Zettel im Paket: Ship to Norman I., blah blah, Edinburgh. Der Händler schrieb mir auch prompt auf mein Genörgel hin: Ich solle das Buch der Wohlfahrt spenden, mein Geld erhalte ich zurück. Das ist ja mal nett. Aber die besagte Dissertation habe ich nun halt auch nicht.

Also Fernleihe und Bücherscanner und ausdrucken. Glück gehabt: Genau ein Exemplar im Bibliotheksverbund zu haben. Aber Vorsicht – das letzte Mal dachte ich auch schon, ich hätte Glück gehabt. Amazon ist im Zweifelsfall die bessere Unglück-im-Glück-Variante.

Die Fernleihgebühr muss man nämlich auch bezahlen wenn die Fernleihe fehlschlägt.

ÄÖÜ

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 17. Dezember 2008 um 13:43 in Direktsaft
Amerika. Vielmehr, die Vereinigten Staaten von. Das Land, von dem das Klischee sagt, man könne alles außer Ausländisch. Wozu Fremdsprachen? Die Welt spricht Englisch. Dazu gehört auch die Ignoranz gegenüber fremden Buchstaben. Auch unter Programmierern ist das weit verbreitet. Das Alphabet geht von A bis Z, ÄÖÜ können die Programme nicht. Wer mit Ü heißt und in den USA etwas bestellen wollte, der hat das schon bemerkt.

Nunja. Das ß sieht ja wirklich aus wie ein Beta, da kann man es dem Durchschnittsami nicht übelnehmen, wenn wer die Bahnhofstrabe sucht und nicht weib, wo das ist. Aber die kleinen Pünktchen auf den Buchstaben, die werden gnadenlos als weglassbarer Schnickschnack betrachtet. Und das ist mitunter lustig bis fatal.

Warum ich das schreibe? Ich habe mal wieder Spam bekommen. Da will mir einer ein U für ein Ü verkaufen. Was wäre das Leben ohne lückenhafte Spamfilter. Da hätte man ja nichts mehr zu lachen:
»Den guten Tag.

Du der Prasident? Oder der einfache Burger?,
Ist wer du nicht wichtig.«
Nein, um MacDonalds ging es dabei nicht! Und es hätte vermutlich auch nicht »Isst wer du nicht wichtig« heißen sollen, oder »Was du isst, ist nicht so wichtig«. Jetzt habe ich Hunger. Wieso gibt es eigentlich noch keinen MacPräsident? Das könnten die doch als Aktion machen, wenn Obama offiziell übernimmt. Ich würde einen nehmen.

Mit extra viel Change Sauce, natürlich.

Irre Töne von Hern Hellborg

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 16. Dezember 2008 um 15:20 in Bass
Klar, nichts wird von einem Top-Bassisten mehr erwartet als ein flotter Daumen. Üble Slap-Orgien sind ein Muss. Jonas Hellborg hat die natürlich drauf, aber vorher zeigt er noch, dass man aus einem doppelhalsigen Bässchen noch ganz andere Töne herauskitzeln kann:


(DirektRohr)

Was das Endorsement angeht, so ist Herr Hellborg bei der prominenten deutschen Bass-Schmiede Warwick untergekommen. Ja, mit Hellborg-Federn schmückt es sich eben gut.

Die Romantik des Studierens (4)

Geschrieben von DrNI am Montag, 15. Dezember 2008 um 22:42 in Gebührend studieren

Vor der Prüfung


Mehr Romantik: i--;