Mayones

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 30. April 2008 um 10:27 in Musik
Ein Name für Bässe und Gitarren, den bisher noch kaum einer gehört hat. Wie der Bass-Blogger schon vor einiger Zeit berichtete, stellt die polnische Instrumentenschmiede Mayones auch die Hausmarke Fame des doch recht bekannten Music Store Köln her. (Music Store bloggt auch selbst darüber.)

Ich persönlich interessiere mich für den Jabba 5, eine Kopie des großen Originals von Fender. Letztgenannter Firma gelang in den 60ern ein großer Wurf mit einem Bass mit sehr charakteristischem Sound, der bis heute sehr beliebt ist. Allerdings beobachtet man, dass die Größen am Instrument (wie z.B. Tal Wilkenfeld) gerne mal unter den Kopien wildern. Fender hat meiner Einschätzung nach durchaus nachgelassen und lebt mehr oder weniger von seinem großen Namen.

Neben Sandberg, Lakland oder gar Sadowsky gibt es nun also mit Mayones einen weiteren Hersteller von Kopien, die das Potential haben, besser (und teurer) als die Originale zu sein. Glücklicherweise scheinen das auch die großen Händler so langsam zu bemerken. Selbst bei Thomann ist nun ein Jabba 5 aufgetaucht.

Wer sich bassistisch oder gitarristisch was Gutes tun will, der sollte wohl mal einen Blick auf die Saitenhalter aus Danzig werfen. Vielleicht ist ja genau das Richtige dabei.

Schilderwaldweg

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 27. April 2008 um 12:03 in Tübingen
[Foto: Verkehrsschilder vor einem Waldweg: Baustelle, Bodenunebenheiten, Fußgängerverbot, Fahrverbot (Landwirtschaftlicher Verkehr frei), kein Winterdienst, Landschaftsschutzgebiet. Außerdem eine Baustellenabsperrung und ein Kompressor.]
Der gemeine Frühlingsspaziergänger wird auf diesem kleinen Waldweg in Tübingen in der Nähe des Bismarckturms derzeit zu Freiluft-Logikspielchen animiert: Was ist hier alles verboten, was ist erlaubt, was muss beachtet werden? Was ist die Schnittmenge des Erlaubten und Verbotenen?

Mein Ergebnis: Radfahren ist erlaubt, man achte aber auf Bodenunebenheiten und die Baustelle sowie spontanen Wintereinbruch (kein Winterdienst).

Warum nicht einfach »Dieser Weg ist gesperrt«?

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Samstag, 26. April 2008 um 15:32 in Buschpoet, d.E.d.T.
[Bildschirmfoto zeigt Login von FreeBSD gefolgt vom Zeichensalat der kaputten (?) Tastatur.

Ist man in Wut entbrannt ob des digitalen Deppenkastens
und behämmert die Eingabeeinheit in wildem Zorn
so verleitet man das Gerät gewiss nicht zum Hasten.
Die Dose übt stilles Schweigen und die Arbeit bleibt verlorn.

Und auch hinüber sind die schönen Tasten.
Sie tippen nur noch Quark.

Ich auch.

Erklärung zur (Haus)arbeit als LaTeX-Paket

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. April 2008 um 20:12 in Gebührend studieren
Wer an der Uni Tübingen studiert, der kennt das ja. Speziell in der Neuphilologie. Jede Hausarbeit – ja jede Arbeit irgendwelcher Art – hat diese Erklärung zu beinhalten:

[Bildschirmfoto zeigt das Programm KDVI, das folgenden Text anzeigt: »Hiermit versichere ich, dass ich die vorgelegte Arbeit selbstständig und nur mit den angegebenen Quellen und Hilfsmitteln (einschließlich des WWW und anderer elektronischer Quellen) angefertigt habe. Alle Stellen der Arbeit, die ich anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinne nach entnommen habe, sind kenntlich gemacht.«]

Und darunter bitte unterschreiben. Wer nun faul wie ich ist, dazu noch LaTeX benutzt und nicht nur das Sprüchle sondern auch noch eine nette Linie mit seinem Namen darunter zum krakeligen Dekorieren mit dem eigenen Kaiser Wilhelm haben will, dem ist mit dem tuebingerspruechle.sty geholfen. Einfach mittels \usepackage{tuebingerspruechle} inkludieren und dann aufrufen mit \SpruechleAufsagen{Vorname Nachname}.

Der oben aufgeführte Wortlaut wurde laut der Webseite der Slavisten im November 2005 vom Fakultätsrat beschlossen. Vielleicht gilt das Sprüchle ja auch in anderen Fakultäten. Ich glaube nämlich nicht, dass der gemeine Neuphilologe überhaupt weiß, was mit LaTeX gemeint ist.

Geeks können übrigens einfach mittels \renewcommand{\DasTuebingerSpruechle}{HierNeuesSprüchle} ein Gesülze ihrer Wahl verwenden.

Musiker: Us and Them

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. April 2008 um 19:31 in Gedanken gehen ihren Gang, Musik
Da sitzt der Musiker also nun, ob Musiker oder Möchtegern-, das ist ja nun egal. Zwischen seinen Instrumenten. Digitales Klavier, Bass, eine Gitarre steht da auch, Mischpult, Sampler, und so weiter. Begriffe, die leicht über die Lippen gehen, wenn man so dasitzt, mit seinen Mitmusikern und vielleicht ein Album hört um mal zu hören, wie der oder die das so macht. Immer eine Inspiration. Vielleicht noch ein Video anschauen. Wie machen die das auf der Bühne, wie präsentiert diese Band sich? Oder: Mal auf die Finger kucken, wie spielt der das eigentlich? Oder einfach nur die Augen schließen und genießen.

Auf der anderen Seite, also potentiell vor der Bühne, die desinteressierte Meute. Auf dieser Seite gibt es keinen Unterschied zwischen Bass und Gitarre. »Was meinst du mit Bass, das ist doch das Schlagzeug?«, wird unser Sänger dann irritiert gefragt. Das genaue Zitat habe ich im Schock vergessen. Und auf den Text hört auch niemand. Hauptsache Party.

[Foto: Eine Packung Weichkäse der Marke "Blue Note"]
Große Teile der Bevölkerung halten Jazz und Blues für Käse.

Der Musiker strebt unterdessen nach Höherem. Immer besser möchte er werden, denn wer aufhört, besser zu werden, der hat aufgehört gut zu sein. Es ist die Suche nach Perfektion, aber auch nach Ausdruck. Wie bekomme ich meine Worte und Töne so sortiert, dass sie Emotionen transportieren? Ist mir der neue Text zu platt, brauche ich nicht noch ein paar glänzende Metaphern, oder werfe ich ihn lieber gleich weg?

Und dann das Erwachen: Was ich mache, das will niemand hören. Zu komplex, zu anstrengend, zu fordernd. Werke, die Aufmerksamkeit fordern. Und Aufmerksamkeit ist das Letzte, das der moderne Konsument investieren möchte. Und dann sieht man im Glotzoskop so eine Dauerwerbesendung für die Amigos und stellt fest, dass diese volkstümlichen Dudelheimer sich nicht mal die Mühe geben, so zu tun, als wären sie gut.

Was soll man noch sagen? Wir freuen uns über jeden Gig. Auch wenn es mal wieder keine Gage gibt.

Nachrichten für Nerds

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. April 2008 um 10:09 in Direktsaft, Tübingen
[Foto: Tübinger Schloss, Platanenallee und Neckar]
Liebe Nerds, die ihr euch von den Tiefensonnen eurer Flachbildschirme bleichen lasst, euch sei folgende Botschaft überbracht: Es ist Frühling. (An alle anderen: Ich weiß, ihr wisst es bereits, da ihr euch womöglich sogar täglich auf die Straße traut, und das womöglich sogar auf eine Straße, an deren Rand das Papier und die Möbel der Zukunft wachsen.)

Unter dem Schloss liegt noch ein Streifen braunen Geästs, die Platanen lassen sich auf Tübingens bekanntester Allee noch etwas Zeit. Weniger weit droben über dem giftig blauen Neckar trohnt ein ästhetischer Unfall der Nachkriegsgeschichte: Das Neckparkhaus. Ich plädiere für Sprengung und Neubau! (Die Farben sind dem billigen Suppenzoom geschuldet, da werden die irgendwie immer so unrettbar. Unschärfe dank Faulheit/Ersetzung eines Stativs durch Pentax Shake Reduction.)

Ein gänzlich sinnloser Post also. Rein dekorativer Natur. Ich fühl mich ganz professionell, ganz heimatzeitung. Dekorativer Ballast wie man ihn auf totem Baum tagblatttäglich findet.

Microsoft veräppelt Kunden

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 24. April 2008 um 13:07 in Direktsaft
Apple verkauft seit längerem über iTunes Musik, die nicht mit Kopierschutzmaßnahmen versehen ist. Diese kostete einen Aufpreis. Warum der Kunde vom Kopierschutz vor allem eines halten sollte, nämlich Abstand, das demonstriert nun Microsoft. Die taz berichtet:
»Microsoft schaltet seinen Dienst MSN Music Ende August endgültig ab. Legal erworbene Titel bleiben ab dann auf dem Käufer-PC gefangen. Pech für den Kunden.«

Victor Wooten wütet

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 24. April 2008 um 12:27 in Musik
Auf der CD von Bass Extremes spielt er zusammen mit Steve Bailey den Song Portrait of Tracy vom kürzlich hierzublog erwähnten Großmeister Jaco Pastorius. Und weil es wohl gerade hip ist, covert er von den Beatles. Wie schon Jeff Beck und Tal Wilkenfeld mit A Day in the Life. Nun dürfen wir uns also Norwegian Wood als Solo-Stück auf dem Bass reinkippen:


(DirektRöhre)

Was soll man dazu sagen? Es ist eben Victor Wooten: Ein wahnsinnig perfekter Techniker, sicher einer der besten Bassisten des Planeten derzeit. Was er spielt, das ist einfach nur unglaublich. Aber gegen Ende wird er eben der wahnsinnig wütende Victor: Möglichst viele Töne in möglichst wenig Zeit. Das ist zwar beeindruckend, wird davon aber nicht gefühlvoller.

Hoffen wir mal, dass sein Bass nicht aus norwegischem Holz gebaut wurde …
»[…]
And when I awoke, I was alone, this bird had flown
So I lit a fire, isn't it good, Norwegian wood«
(aus: The Beatles - Norwegian Wood)

Fühl dich sicher mit UB!

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 23. April 2008 um 19:04 in Gebührend studieren
Was mal gesagt werden muss: Die Universitätsbilbiothek (UB) hier in Tübingen ist einfach super. Es geht so gut wie alles online (Recherche, Vormerkung, Fernleihe, etc.), die Öffnungszeiten sind ausgedehnter Natur, es gibt diverse nützliche Dienstleistungen (z.B. einen Scan-Service für Artikel in Zeitschriften) und das Personal war mir gegenüber bisher immer freundlich und äußerst hilfsbereit. Der technische Support beantwortet E-Mails kompetent in vertretbarer Zeit und kennt sich auch mit Linux aus.

Dieses Lob gilt nicht für die Fachbibliotheken der einzelnen Fakultäten.

Schnöder Mammon, wo gehst du hin?

Geschrieben von DrNI am Samstag, 19. April 2008 um 10:53 in Gebührend studieren
Foto: Stuhl und Flur im Keller
Leerstuhl in einem Kellergeschoss
Bezüglich der Studiengebühren versucht das Schäbige Tagblatt zu klären, was in Tübingen damit passiert. Wer wissen will, wie viel Geld warum wo hin fließt, der sollte in den Artikel mal reinzappen. Ein interessanter Punkt ist auch, dass die Uni-Verwaltung wünscht, die Fakultäten mögen die Verteilung der Gelder detailliert aufschlüsseln und publizieren. Das kann man nur unterstützen.