Spheric Lounge

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 29. Januar 2008 um 15:06 in Musik
Es ist mal wieder an der Zeit, ein paar Blumen zu verteilen. Heute geht der Strauß weder an einen Singer/Songwriter noch an einen Jazzer noch an erdige Blueser. Die heutigen Blümelein gehen an Spheric Lounge. Und irgendwie hat dieses Ambient-Projekt ja eine große Gemeinsamkeit mit dem Blues: Es basiert auf Jam-Sessions. Diese finden in München statt und werden einfach aufgezeichnet. Auf dieser Art entstanden seit 2004 über 480 Stücke, über 67 Stunden Musik. Zum aktiven Zuhören genauso geeignet wie zum Relaxen oder zum leise berieseln lassen während der Arbeit.

Das gesamte Team von Spheric Lounge genießt meine Hochachtung. Synthesizer sind nicht gerade triviale Instrumente – die Möglichkeiten der Klangformung und des Ausdrucks nähern sich schnell einer unübersichtlichen Unendlichkeit. Wenn ich die Muße finde für neue Werke für DrNI:EM, dann tüftle ich auch mal einen ganzen Tag an einem Sample oder sitze eine Stunde vor einem der Synthesizer, bis der passende Sound eben gefunden ist. In München geht das alles live und on the fly. Und das hört sich dann zum Beispiel so an:

Dreamer, Spheric Lounge Session vom 03.01.2008

Und natürlich stehen die vielen vielen Stücke, die man alle herunterladen oder online hören kann, unter einer Creative Commons-Lizenz.

»Scheiß Deutsche!«

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 27. Januar 2008 um 00:47 in Direktsaft
Mit Verlaub, so mancher Politiker ist doch einfach nur ein scheiß Deutscher. Wohin, Herr Koch, wird man eigentlich als Deutscher Staatsbürger ohne »Migrationshintergrund« (wie DrNI) abgeschoben, wenn man »scheiß Deutsche« sagt?


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Verklagen, alle verklagen!

Geschrieben von DrNI am Samstag, 26. Januar 2008 um 18:46 in Direktsaft
Ich bin Autofahrer. So etwa jedes zweite Mal wenn ich eine Autofahrt unternehme werde ich nonverbal beleidigt. Etwa jedes dritte Mal möchte mich jemand töten. Die grundlegendsten Gesetze der Physik werden von gehirnlosen Cholerikern auf fahrlässige Art und Weise ignoriert, mit dem Argument, sie hätten ja sieben Airbags und ABS. Ich bin meinem popeligen italienischen Auto habe natürlich viel von deren ABS. Und der Fußgänger an der Ampel hätte auch gerne einen Airbag und eine Knautschzone außerhalb seines Körpers.

Deswegen gründe ich nun eine Interessengemeinschaft und verklage die Schumacher-Brüder. Es kann doch nicht sein, dass die in aller Öffentlichkeit das schnelle und riskante Führen von Kraftfahrzeugen propagieren. Weil sie das tun und ihre Rolle als Vorbilder, die sie perverserweise ja nur durch eben dieses Tun innehaben, auf diese Art missbrauchen, sterben jährlich tausende Menschen auf Deutschlands Straßen!

Irrsin? Naja, Helmut Schmidt als Raucher fand das sicher auch nicht komisch.


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Langzeitmomentaufnahme

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. Januar 2008 um 22:45 in Buschpoet

So sitze ich da, glubschglotze aus dem Fenster.
Klaus Schulze wabert aus der Abhöre:
Crystal Lake.

Autos und Lichter ziehen vorbei auf der Trasse.
Wir haben alle noch Arbeit, an diesem Freitag Abend.
Gedanken an eine Flasche vom billigen Whisky.
Rewe-Hausmarke.

Es ist nach 22 Uhr. Glubschglotz nix Rewe mehr!
Totem. Mindphaser. Lichter und die Zeit vergehen.
Die Platte dreht sich. Ein schönes Bild von damals.
Heute anders: Dateien rotieren nicht.

Gedanken auch nicht.
Die Kreisen wie die Geier.

Lugdwig II. von Bayern.
Scheiß Name für ein Musikstück!

Stop-Taste (Windows+V).

Der Herr Schwarz möchte gewonnen werden

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. Januar 2008 um 20:43 in Musik
Basser aufgepasst! (In Gleichberechtigkeitssprech: Bassende aufgepasst!) Nach etlichem Hin und Her verlost Funkbass.de nun doch einen Herrn Schwarz der Bass-Schmiede Le Fay. Befingert habe ich das noble Teil selbstverständlich nicht, aber in der Klasse geht es ja dann doch auch eher um den persönlichen Geschmack als um die Qualität des Niedrigfrequenzsaitenhalters … die dürfte einfach nur top sein.

Wer Bass spielt, der kann ja einfach mal mitmachen.

Prominente Boykott-Befürworter

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. Januar 2008 um 12:39 in Gebührend studieren
Hubert Truckenbrodt ist schon ein toller Hecht. Eben deswegen, weil die unversitäre Lehre sein Ding ist, absolut. Nicht umsonst wurde dem Tübinger Sprachwissenschaftler letztes Jahr der Landeslehrpreis Baden-Würstchenbergs verliehen. Dieser wird ausnahmsweise mal nicht von den Fürsten in Stuttgart direkt an gefällige Untertanen verliehen, sondern kann nur Dozenten verliehen werden, die von ihren Studenten mit einer schriftlichen Begründung und einer größeren Anzahl Unterstützer vorgeschlagen werden. Leider ist unser toller Hecht schon mit einem Fuß in Berlin (naja, mit dem großen Zeh in Potsdam, aber am Ende wird es Berlin sein). Befristete Verträge und so, Baden-Würstchenberg und so, man möchte die guten Leute ja nicht behalten.


Uni-Tristeza im Brechbau (Neuphilologie)

Und irgendwie ist er ja auch unbequem. Gestern hat der doch tatsächlich in einer Schneeball-Rundmail zum Boykott der Studiengebühren aufgerufen. Nun, nicht so direkt. Er hat die Studenten aufgerufen, sich eine Meinung zu bilden und bei entsprechender Version derselben den Boykott als legitimen Protest zu nutzen. Diesen Aufruf haben auch die Chefboykotteure veröffentlicht, er ist lesenswert.

Ich möchte dem noch hinzufügen, dass der Rektor der Universität Tübingen, Bernd Engler, am Sonntag in einem Interview mit dem Uniradio nochmal klar ausgedrückt hat, dass es sehr schwierig ist, neue Lehrkräfte einzustellen. Es sind zum Teil sogar Gesetze auf Bundesebene, die es verhindern, dass von unserem Geld neue Dozenten überhaupt bezahlt werden können. In dieser rechtlichen Situation Studiengebühren einzuführen und permanent von einer »Verbesserung der Lehre« zu faseln, lieber Peter Frankenberg, ist verlogen! (Wer Windows oder Mac OS hat, kann das Interview im Archiv nachhören.)

Ich kann mich also unserem Preisträger nur anschließen: Bildet Euch eine Meinung und nutzt gegebenenfalls den Boykott, um Eurem Protest Ausdruck zu verleihen!

Bachelor lohnt sich nicht als Hiwi

Geschrieben von DrNI am Freitag, 25. Januar 2008 um 12:02 in Gebührend studieren
Neues von der Unikasse. Diesem Sauladen. Im Januar gab es also endlich eine Gehaltsmitteilung für November und Dezember. Darauf zu lesen ein nicht unerheblicher Betrag an Abzügen! Meine E-Mail wird auch schon nach zwei Wochen mit dem Verweis auf eine Telefonnummer beantwortet. Angerufen hab ich also …

Ich bin »geprüfter Hiwi«. Weil ich einen Bachelor-Abschluss habe. Das ist eigentlich ganz toll, man bekommt nämlich 9,11€ die Stunde anstatt nur 7,53€ (je nach Bundesland verschieden, dies gilt für BaWü). Übrigens, als ich mein Studium anfing bekam man da noch 8,02€ auf die Stunde. Nicht uninteressant für die Mindestlohndebatte. Anyways. Man hat Abzüge. Als ungeprüfter Hiwi zahlt man Rentenversicherung. Und jetzt kommt der dicke Hund: Als geprüfter Hiwi mit mehr als 400€/Monat Einkommen bezahlt man Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und Zuschlag.

Resultat: Als Bachelor-Hiwi verdient man genau so viel, oder sogar weniger, wie ohne Bachelor-Abschluss. Und wer jetzt denkt, über 400€ im Monat sei viel, der sollte wissen, dass man oft einen 80h/Monat-Vertrag für genau einen Monat bekommt und den dann über ein Semester lang abschuften darf.

Kurzum: Baden-Würstchenberg und seine Regeln haben den Studenten schon wieder beschissen.


Nachtrag: Es bleibt noch die Resthoffnung, dass die Unikasse einfach mal wieder ihre Inkompetenz beweisen musste, und dass die Wahrheit doch eine andere ist.

Ein alter Mann erinnert sich

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 24. Januar 2008 um 09:48 in Unreine Fiktion
Ja, damals, die Nullerjahre, ich weiß noch … Niemand wusste, wie man dieses Jahrzehnt überhaupt nenne sollte. Glorreiche Jahrzehnte der Vergangenheit saßen uns noch in den Ohren, so Ausdrücke wie die wilden Siebziger. Jedenfalls sage ich nun mal Nuller dazu. Musikalisch fingen die Nuller quasi als Waisenkinder an. Von der Musik der Neunziger war nicht zu viel übrig geblieben. Techno war irgendwann tot und fing an zu verwesen. Im Irrtum, schon alles gesehen zu haben, stürzten wir uns in den Pop. Alles, was irgendwie cool sein sollte, all das nannten wir nun Pop. Dabei sollte es natürlich möglichst Mainstream, möglichst öde, möglichst leicht konsumierbar sein. Sklaven waren wir geworden, Sklaven des Kapitals. Qualität wurde fast ausschließlich über den Preis definiert. Und da alles gleich geworden war, alle Stars, Superstars, Sternchen, Musiker, Schauspieler, Pornos, Autos, Mobiltelefone, Computer, Fernseher und was wir noch so zu lieben fähig waren, sahen wir unser Heil im Durchschnittlichen. Im Spiegelbild unserer selbst, in der Langeweile, in der Verdrängung jeglicher Besonderheit.


Wir waren alle Weicheier geworden, damals in den Nullern. Eine Meinung hatten wir gelegentlich, traten aber nicht für sie ein. We didn't have the balls for it, wie der Amerikaner sagen würde. Den mochten wir zwar nicht so, das machte unserer Volksvertretung, die hauptsächlich das Kapital vertrat, irgendwie nichts aus. Und wir fanden das auch ganz in Ordnung, außerdem hatten die ja recht, wenn sie sagten, man müsse unseren Kindern und Jugendlichen mal zeigen wo der Hammer hänge, und man bräuchte härtere Strafen für Schläger, Kiffer, Wichser und Milchtrinker. Da die Bußgelder für das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit nicht stiegen fanden wir es gut. Was sollten wir auch tun? Es nicht gut zu finden wäre ja irgendwie besonders gewesen, hätte vielleicht sogar Mut gebraucht, wir hatten einfach keine Eier(stöcke) für so eine Scheiße. Und in dieser Lethargie des Normalseins schauten wir einfach weg. Wir wollten nicht mitbekommen, wie die Regierung Stück für Stück unterwandert wurde. Es alarmierte uns auch nicht, dass die Zahl der Terroristen in Deutschland rapide anstieg und wir sahen auch nicht, dass das vor allem daran lag, dass nach einer Grundgesetzänderung nun so gut wie jeder ein Terrorist geworden war.

Heute hat in Deutschland jeder seinen Chip implantiert. In den Neunzigern, damals als man den heute längst gänzlich vergessenen Techno noch konsumierte, da gab es mal einen Film, in dem die Menschen nur noch in so Tanks hingen mit so einem fetten Stöpsel im Hirn und diversen anderen Anschlüssen. Ja heute in Deutschland, das ist so ähnlich. Nur viel schlauer. Der Chip im Kopf macht ihnen dort ihren Alltag und checkt ihre Entscheidungen. Seit Jahrgang 2030 bekommen die sogar gleich eine Giftdrüse mit implantiert, so dass man subversive Elemente einfach mit der Fernbedienung ausknipsen kann. Die Bundesregierung ist in die Zentralbank umgezogen und wurde auf ein ökonomisches Modell umgestellt. Um einem Vorschlag die Mehrheit zu geben investieren die Abgeordneten ihre Meinungspapiere. Die handeln sie auch untereinander. Wenn ein Gesetzesvorhaben durchgeboxt wird, dann erhalten sie eine Meinungsrendite. Der gemeine Bürger hingegen kann es sich nicht leisten, eine Meinung zu haben. Die Meiungspapiere sind einfach zu teuer geworden. Das ist was für die oberen Zehntausend.

Ja so ist das heute. Und ich bin der letzte ohne Chip, dafür mit nicht weniger als 43 Karzinomen in meinem Körper, die von meinem Chemo-Implantat mehr oder weniger in Schach gehalten werden. So ist das eben, hier auf dem Atoll. Keine Regierung, keine Chips im Kopf, dafür die erhöhte Hintergrundstrahlung von der Bombe. Die angeblich eine Drohgebärde von Al Kaida war.

Heute ist diese verseuchte Einöde hier der letzte freie Fleck Erde.

USBeschiss

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 23. Januar 2008 um 14:43
Das abgebildete Produkt ist eigentlich ein Traum. Die gängigsten mobilen Datenträger hier im Haushalt sind USB-Memory-Sticks und SD-Karten. Manchmal auch noch CompactFlash-Karten. Wenn man nicht unter dem Schreibtisch herumkrabbeln will, um den USB-Stick einzustöpseln, dann hilft ein Verlängerungskabel oder ein USB-Hub. Ebenfalls passend auf dem Tisch ist ein Kartenleser. Und damit nicht zu viel auf dem Schreibtisch herumfliegt gibt es das auch kombiniert in einem Gerät. Super!

Betrug ist ein starkes Wort und zieht Abmahnungen auf sich. Im Ebay-Angebot zu obigem Produkt gibt es dann auch keine falschen Versprechungen. Dort wird lediglich ein USB 2.0-Hub mit integriertem Kartenleser versprochen. Über die Geschwindigkeit des Kartenlesers steht da nichts. Ein Lesetest mit dd unter Linux ergibt eine Höchstgeschwindigkeit von 1MB/s. In der Kamera ist die selbe Karte wesentlich flotter. Ganz nüchtern vermeldet der Pinguin im Kernel-Log:

usb 1-8.4: new full speed USB device using ehci_hcd and address 11
usb 1-8.4: not running at top speed; connect to a high speed hub
usb 1-8.4: configuration #1 chosen from 1 choice
scsi4 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices


Nun muss man noch wissen, dass full speed ein Begriff aus der Zeit von USB 1.x ist und so viel wie 12Mbit/s bedeutet. Andernfalls würde dort high speed stehen. Und das tut es auch, wenn das im Gerät integrierte Hub gefunden wird:

usb 1-8: new high speed USB device using ehci_hcd and address 10
usb 1-8: configuration #1 chosen from 1 choice
hub 1-8:1.0: USB hub found


Das Ebay-Angebot ist also korrekt. Ein USB-2.0 Hub mit Kartenleser. Dieser ist allerdings nur USB-1.1. Das steht zwar nirgends, aber man hat ja auch nicht behauptet, dass es nicht so sei. Von Noname-Kombinationen von Cardreader und USB-Hub sollte man daher vor allem eines halten: Großen Abstand. Auf meinem Exemplar steht als einzige Bezeichnung zu lesen: »USB2.0 USB-HUB COMBO CARD READER ALL-IN-1 CARD READER WITH USB HUB.«

Dass der Kartenleser nur richtig funktioniert, wenn man zuerst die Karte und dann den USB-Stecker einsteckt ist eine andere nicht erwähnenswerte Widerwärtigkeit.

Van Peinlich

Geschrieben von DrNI am Montag, 21. Januar 2008 um 18:00 in Musik
Wenn man Van Halen heißt, egal ob als Band oder als Gitarrist und Keyboarder (Eddie Van Halen) oder als Bassist (Wolfgang Van Halen) oder Drummer (Alex Van Halen), oder as Sänger (David Lee Roth), dann hat man ein kleines Problem. Steht ja schon da. Gitarrist und Keyboarder. Das sind zwei Instrumente, die nur sehr eingeschränkt gleichzeitig zu betätigen sind. Man könnte natürlich dann für ein Konzert einfach mal einen Profi anheuern, Keyboarder gibt es ja nicht wenige. Statt dessen entschließt man sich bei Van Halen für Playback. Und das läuft manchmal schief. Oder besser: Falsch. Und zwar zu schnell. Und damit vor allem zu hoch. Das tut dann so:


(Direktschief bei DuRöhre)

Nun ist es als Musiker sicher nicht besonders fair, sich über eine solche Panne lustig zu machen. Dennoch: Wenn ich Van Halen heißen würde, dann würde ich es mir bestimmt nicht herausnehmen, ausgerechnet Jump ohne Keyboarder auf der Bühne zu spielen. Das ist einfach nur frech.

Und klingt dabei kaum schlimmer als der berühmte Final Countdown.


via.