Technologie-Zitat von Clarke

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 29. November 2007 um 22:48 in Direktsaft
Der Spiegel überschreibt seinen Artikel: »Erlösung durchs Jesus-Phone« Es geht um Technologie. Unter einem Foto von Googles Messestand auf der Cebit steht zu lesen: »"Jede gelungene Technik ist ununterscheidbar von Magie"« Im Artikel wird das dann auf das iPhone bezogen. Das Zitat stammt, wie auch vermerkt, von Arthur C. Clarke. Mir ist er bekannt durch zwei seiner Bücher, die von Kubrick verfilmt wurden. 2001: A Space Odyssey und 2010: Odyssey Two.

Der gemeine Computerlinguist beschäftigt sich ja nun nicht nur mit allerhand krasser Programmiererei sondern immer mal wieder mit den großen Träumen. Werden Suchmaschinen in Zukunft wirklich verstehen, was wir von ihnen wollen, anstatt nur blödsinnig nach unseren Stichworten herumzusuchen? Werden wir es eines Tages schaffen, daß man mit einem Computer sprechen kann wie mit einem Menschen? (Würden wir das wollen?) Wird die maschinelle Übersetzung jemals funktionieren?

Der Spiegel schreibt von »gelungener Technik« – was Clarke auf Englisch wirklich schrieb hat aber doch eine geringfügig andere Bedeutung:
»Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.«
Jetzt mag sich der geneigte Leser auf die gedankliche Reise begeben und nach Magie dieser Natur suchen. Ich kann nichts finden, was dem entspricht. Auch das Telefon von Apfel gehört wohl nicht dazu.

Lustige Vorräte für Downloadterroristen

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 27. November 2007 um 10:32 in Direktsaft
Erinnert ihr euch noch an die Vorratsdatenspeicherung? Das ist das, was der Bundestag cool findet. Der Bundestag, das sind einige hundert Menschen, die nur an euer Sicherheit interessiert sind. Deswegen wollen sie wissen, mit wem ihr wie lange telefoniert, an wen ihr E-Mails schickt und vom wem ihr welche bekommt und auf welchen Internet-Seiten ihr euch rumtreibt, bald vermutlich auch noch wie lange die Bremsspuren in eurer Unterwäsche sind. Also die wollen, dass die Pozilei das weiß, denn selber wissen sie gar nicht so genau, was Internet eigentlich ist.

Aber dabei geht es gar nicht um euch. Es geht um die bösen Terroristen. Das sind solche, die aus handelsüblichen Substanzen Bomben bauen. (Noch mehr müsst ihr nur bei eurem Chemielehrer aufpassen!) Flugzeuge sind natürlich auch eine heiße Sache, überhaupt Flughäfen an sich können tödlich sein. Aber das ist alles Kindergarten. Das ist nicht mal Lego, das ist noch voll Duplo. Die Bomberterroristen haben nicht mal verschluckbare Kleinteile. Die richtig bösen Buben sind die sogenannten Filesharer.


Filesharer sind Menschen, die Millionen anderen Menschen – darunter vor allem am Hungertuch nagenden Bossen diverser Firmen in Hollywood – die Millionen centweise aus der Tasche ziehen. Und das ist ziemlich doof, findet ihr nicht? Wenn ihr euch für 15€ eine CD im Laden kauft, dann seit ihr Pleite und der Musiker wird irre reich, damit der mit seiner fünfköpfigen Band auf ein Pro-Nase-Monatseinkommen von 1.000€ kommt muss seine Band wohl so etwa 100.000 bis 120.000 CDs pro Jahr verkaufen. Wer am meisten Geld verliert brüllt am lautesten, deswegen brüllen erst mal die laut, deren 14,50€ ihr gerade beim letzten Download nicht gezahlt habt. Vielleicht bist also du, werter Leser, ein Terrorist!

Und das kann natürlich nicht angehen. Deswegen ist der Bundesrat viel cooler als der Bundestag. Die Kerle vom Bundesrat möchten nämlich, dass die Musikindustrie (das sind die mit den 14,50€) und die Filmindustrie (das sind die, die ihre Drehbuchautoren nicht bezahlen wollen) auch mal kucken dürfen, mit wem dein Computer Sex hatte. So steht das zumindest in den News. Und warum sollten wir in Großkonzerne weniger Vertrauen haben als in die Ermittlungsbehörden? Die wollen doch nur unser ihr bestes. Und wollen wir nicht alle unser bestes, nämlich das Geld?

Und wer jetzt glaubt, Kopieren von Musik sei ein terroristischer Akt, der muss sich nun auch von unseren Paranoiapolitikern nicht verschaukelt fühlen.

Wer dies aber nicht glaubt, der sollte bald besser die Stecker aus den Dosen reißen.


Anmerkung: Die Verdienste eines Musikers an der CD sind etwas polemisch gerechnet. Man geht davon aus, dass der Verdienst sich von von »fast nichts« bis 25% am Endpreis erstreckt. Wer ein sog. Star ist, der hat natürlich weniger Sorgen damit …
Uplink: via: Spreeblick. Weniger Polemik und gute Infos beim Spiegelfechter.

Tal Wilkenfeld

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 25. November 2007 um 11:51 in Musik
Wenn man älter wird beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass man was verpasst hat. Mich beschlich gestern dieses Gefühl. Es flüsterte mir ganz raunig-fies ins Ohr, dass ich mit 13 vielleicht nicht vor dem Computer hätte sitzen sollen um mir Programmieren beizubringen sondern besser ein Instrument betätigt hätte. Der Verursacherin dieses Zustands sei ihr Talent und ihr Können gegönnt. Und solange meine werten Leser sich mit Tal Wilkenfelds Platte Transformation zu Gemüte führen, sich auf ihrer MySpace-Seite ein paar richtig coole Bass-Melodien reinlaufen lassen oder dieses Video kucken …


(Direkt bei DuRöhre)

… gehe ich mal 100 Jahre üben, werde wiedergeboren und jamme dann auch mit 22 mal mit Marucs Miller so ganz nebenher auf der NAMM. Realistischer kann ich nur sagen: Hut ab, und keep on rocking! Wer die zwei Tracks bei MySpace lecker fand kann das Album bei iTunes kaufen, insofern er ein von Apple gebilligtes Betriebssystem einsetzt und die lizenzbewehrten Dateiformate zu schätzen weiß. (Album als Hardware gibt's auch, ist halt vermutlich teurer.)


via BassFire, Bass-Blogger

Wer billig kauft muß löten

Geschrieben von DrNI am Samstag, 24. November 2007 um 12:12 in Direktsaft
Wer billig kauft, der kauft zweimal. So ist das bei mir immer wieder. Gestern musste das Mischpult unters Messer, Monitor-Ausgang Rechts hatte einen Wackler. Ein Defekt, der bei einem hochwertigen Pult (sagen wir mal ein Digitalpult von Yamaha) gar nicht erst auftreten würde. Doch ein richtig gutes Pult würde mir das Problem auch aus einem anderen Grund nicht bereiten: Ich kann mir ein richtig gutes Pult sowieso nicht leisten.

Wer billig kauft, der kauft also nicht nur mehrmals sondern auch auf Raten. Man bekommt ein Gerät, das öfter repariert werden muss, das generell weniger zuverlässig ist. Es klingt nicht so gut wie ein anderes, teureres Gerät, es gibt früher den Geist auf, man muss sich öfter mal darüber ärgern. Man muss mit dem heißen Kolben umgehen können. Aber dabei ärgert man sich auch, müsste ja nicht sein. Man bezahlt also alle paar Jahre seine Rate für ein neues Gerät und wesentlich öfter bezahlt man mit Ärger dafür.

Selbst bei etwas profanem wie Klinkenstecker ärgert man sich dauernd, wenn man nicht die teuren von Neutrik gekauft hat. Nach einiger Zeit dreht sich die Spitze wild herum und der Kontakt wackelt nur noch. Manche muss man erst mit der Feile bearbeiten, damit sie in die Buchse passen. Günstig kaufen heißt nämlich nicht nur billige Ware kaufen, es ist auch völlig legitim für Hersteller geworden, Produkte zu verkaufen, die nicht funktionieren. Der Kunde muss es dann hinnehmen, denn um diesen Preis könne man ja keine richtig Funktion erwarten, heißt es.

Letztendlich eine Frage dessen, was man will und was man braucht. Wenn man ein richtig gutes Mischpult, einen richtig guten Bass, ein richtig gutes Auto oder einen richtig guten Kühlschrank will, dann muss man damit leben, dass man ein paar Jahre ohne das Gewünschte auskommen muss. So lange spart man vor sich hin und macht keine Musik, oder fährt eben nicht zur Probe (schon mal einen Bass-Amp im Bus …?), oder lässt den Käse verschimmeln. Nun könnte man also diskutieren, was man wirklich braucht. Beim Kühlschrank sind sich die meisten einig, aber ich habe auch schon hören dürfen, dass man Musikinstrumente nicht wirklich braucht – die sind ja Luxus. Bei Autos kann man auch dieser oder jener Meinung sein. Ich bin mit mir einer Meinung! (Bildet euch eure doch selbst …)

Und was lernen wir aus der Geschichte? Vermutlich nichts. Außer: Nur wenn man das Gerät der Begierde nicht dringend braucht kann man sich ein gutes kaufen. (Dann kann man den Kauf auch wieder sein lassen, man braucht das Teil ja nicht wirklich.) Es bleibt eine Hoffnung: Das Billigzeug möge durchhalten bis man vermögend geworden ist. Allerdings sind die Wörter Musiker und vermögend in einem Satz immer ein Problem.

Alternative: Geldscheißer.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Freitag, 23. November 2007 um 12:33 in d.E.d.T.
Ich werde sowieso nie reich sein. Equipment ist teuer. Daher folgendes Vorhaben: Berühmt werden und Endorsement-Verträge mit Sandberg und Glockenklang haben. (Alternativvorschläge jeglicher Art werden in den Kommentaren angenommen, nicht teuer muß es sein sondern den besten Sound bei bester Bespielbarkeit liefern. Nein, nicht Hifi. Nur E-Bass.)

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 22. November 2007 um 16:40 in d.E.d.T.
Die Zukunft liegt in der Werbebranche. Qualität ist irrelevant geworden. Der Erfolg eines Produkts (Künstlers, Menschen) ist fast allein abhängig davon, wie er beworben wird.

Bald nur noch Stereo?

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 21. November 2007 um 11:52 in Direktsaft, Musik
Glaubt man Heise, so ist die unschuldige Band Mono für Alle! ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Grund dafür sei der Song Amoklauf, der wie ich zugeben muß schon etwas heftig ist. Mono für Alle! durfte ich schon live erleben und es war ein riesiges, lautes, freches und unterhaltsames Spektakel. Amoklauf nahm mit seinem Text Bezug auf aktuelle Ereignisse. Für mich ist das Kunst, auf jeden Fall zusammen mit der Bühnenshow. Da die Webpräsenz der Band angeblich keine Mitglieder nennt wird ihr ein »extrem konspiratives Vorgehen« vorgeworfen. Resultat: Observation! Überwachen wir diese Terroristen, bevor noch etwas passiert! (Webpräsenz: monofueralle.net ist im Moment nicht erreichbar, monofueralle.de enthält nur Tourdaten.)


(11. September direkt bei DuRöhre)

Was ist nun, wenn ein Herr Copperfield in aller Öffentlichkeit eine namentlich nicht genannte Frau zersägt? Das juckt ja mal wieder keinen. Bei Wikipedia liest man von den Bandmitgliedern Mono, Yenzzo und Kick. Hochgradig gefährliche Terrorpseudonyme, fast so schlimm wie Farin Urlaub, Bela B. und Sahnie, deren richtige Namen auch nur echte Terroristen kennen. Man riet also Radiosendern, den Song nicht vor 22 Uhr zu spielen, damit die armen Kinder nicht verwirrt werden. Als ich die Band hörte spielte sie auf einem Festival, auf dem nur GEMA-freie Musik aufgeführt werden durfte. In der GEMA-Datenbank finde ich auch keinen gemeldeten Tonträger. Radioplay ist also eher unwahrscheinlich. Amazon findet hingegen die Single 11. September. Klar, wer sich sowas auf die Fahnen das Cover schreibt, der baut Bomben. Vor allem wenn er live auf der Bühne das Orgelpodest anzündet! Was mit den anderen bei der GEMA gemeldeten Songs mit dem Titel Amoklauf geschehen ist und ob deren Urheber nun auch überwacht werden, das weiß freilich niemand so genau.

Mono für Alle! haben jedenfalls genug und einen Anwalt eingeschaltet. Woraufhin nun gestern eine andere Staatsanwaltschaft dessen Wohnräume durchsuchen ließ, wie ebenfalls Heise berichtet. Mono für Alle! sind unbequem. Man will sie loswerden! (Siehe auch obiges Video.) Meinem Empfinden nach ist das eigentlich alles, was es dazu zu sagen gibt.

An wen muß man eigentlich seinen Ausreiseantrag stellen?


via

Marktwirtschaftlich diskriminiert

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 21. November 2007 um 11:02 in Direktsaft
Diskriminierung? Das ist was für Frauen, oder? Die klagen ja seit Jahrzehnten leider nicht selten immer noch zurecht gegen grundlose Ungleichbehandlung gegenüber Männern und durch Männer. Wenigstens ist die totale Gleichstellung so langsam als utopisch anerkannt. Ich habe einfach keine Mumu, tut mir leid, ihr lieben Feministinnen der ersten Generation, ihr habt auch keinen Pimmel, und solange nicht beide beides haben werden wir nicht gleich sein können. Die armen Damen also, fight for your right, usw.

Zoom

Aber man kann auch anders diskriminiert werden als durch gesellschaftliche Strukturen. Genauso diskriminierend können die marktwirtschaftlichen Konsequenzen solcher Strukturen sein: Was wenig Leute kaufen (wollen), das gibt es nicht zu kaufen. Manchmal ist es auch nur Unwillen der Hersteller. Wenn Küchengeräte sich partout nicht richtig mit der linken Hand bedienen lassen wollen, es aber auch keine Produkte zu kaufen gibt, die sich mit beiden Händen gleich bedienen lassen oder gar Linkshändermodelle sind, was macht man dann? Dann ist der Linkshänder wohl diskriminiert worden.

Glücklicherweise kann ich als Linkshänder einige Dinge auch mit rechts erledigen. Diskriminiert werde ich aber beim Putzen und beim Abwasch. Nein, nicht weil sich die Frau im Hause zu schade dafür wäre. Viel einfacher: Ich benutze Handschuhe. Sonst löst sich meine Bassistenhornhaut an den Fingern auf und ich kann nicht mehr spielen. Für männliche Verhältnisse habe ich relativ kleine Hände. Die sind aber groß genug um in den meisten Supermärkten keine passenden Gummihandschuhe zu bekommen.

Putzhandschuhe sind eben was für Weiber! Und der Mangel an Utensilien in Männergrößen schafft sogar, was die Männer gegenüber den Frauen noch nicht so recht fertig bringen: Er diskriminiert beide Geschlechter. Die Frauen, weil er sie als Putzen abstempelt, und die putzenden Männer weil sie der Hausarbeit nicht wie gewünscht (oder gefordert) nachgehen können.

Blues Culture

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 20. November 2007 um 10:35 in Musik
Kistensitzer aller Länder vereinigt euch! Als Mitglied einer Cajon- und Harp-bewehrten Band kommt man an Blues Culture natürlich nicht vorbei. Genaugenommen - und das ist ja nun ein völlig internes Detail - fand das mit der Bluesband seinen Anfang bei einem Konzert von Blues Culture, die damals noch unter Abi Wallenstein firmierten, was ja auch der Chef der Truppe ist. Blues Culture, das sind Abi Wallenstein - Gesang und Dobro, Steve Baker - Blues Harps, Martin Röttger - Cajon. Und die gehen halt einfach mal voll dreckig ab, schon allein der Sound atmet Erde.


(Direkt bei DuRöhre)

Drei anerkannte Größen der deutschen Blues-Szene in einer Combo. Platten gibt's auch und ab und zu kommen sie auch zu uns in den Süden. Also Augen offen halten bei den Tourdaten, hingehen, einen schönen rockigen Abend haben.

Völlig umsonst: Lohnsteuer à la Karte

Geschrieben von DrNI am Montag, 19. November 2007 um 12:06 in Direktsaft
Lohnsteuerkarte, jaja die braucht man in Deutschland, wenn man Lohn erhalten möchte. Darum macht man ein großes Theater. Also folgende Prozedur:
  1. Zur Stadtverwaltung surfen, Steuerklasse eingeben, persönliche Daten ebenfalls, OK klicken. (In Tübingen. Hingegen auf dem Lande: Persönlich erscheinen zur Öffnungszeit, oder »online« - also PDF herunterladen, ausfüllen, postalisch übermitteln... wochenlang geschieht nichts.)
  2. Hiwi-Vertrag erst mal so unterschreiben. Geld gibt es vorerst keines, denn man könne meine Steuerklasse ja nicht feststellen, so das Argument.
  3. Lohnsteuerkarte kommt dann per Post, diese bei der Uni abliefern.
  4. Von der Unikasse einen Brief erhalten, die Lohnsteuerkarte sei vernichtet worden, man werde die Daten elektronisch übermitteln.
  5. Geld von der Unikasse erhalten.
  6. (Viel später:) Brief vom Finanzamt, meine Lohnsteuerkarte werde vermisst.
So und nun meine Frage: Wenn ich beim Antrag auf Ausstellung der Lohnsteuerkarte sowieso selbst angebe, in welcher Steuerklasse ich bin und daß ich keine Kirchensteuer bezahlen muß, wieso kann ich das nicht direkt der Universität mitteilen und wir sparen uns das Theater? Denn das ach-so-wichtige Dokument wird sowieso in den Shredder gesteckt.

Und jetzt bin ich mal gespannt, ob es bei diesem meinem aktuellen Hiwi-Vertrag noch zum Dezember was gibt, das Bafög wurde mir nämlich gekürzt. Hach wie liebe ich das lockere Studentenleben.