Die eigene Musik hören

Geschrieben von DrNI am Samstag, 27. Oktober 2007 um 21:44 in Musik
»Marie stands up. "I'm about to do something terrible, so please forgive me." She walks over to her radiocassette, ejects one tape, rummages around and then puts in another, and the two of us sit in the dark and listen to Marie LaSalle. [...]
"Is this gross or what?" she says after a little while. "It's kind of like masturbation or something, listening to myself for pleasure. How'd you feel about that, Rob? Three hours after we made love and I'm already jerking off."«
(aus: Nick Hornby - High Fidelity)
Erfahrungsgemäß hat man sich allerdings an der eigenen Musik nach einiger Zeit sattgehört. Man lässt sie für eine Weile ruhen, vergisst sie fast schon. Wenn sie einem dann später noch gefällt, dann hat man vielleicht gute Arbeit geleistet. Dann ist es weniger eine sexuelle Handlung; das Leben und auch das musikalische Schaffen sind weiter fortgeschritten und es ist auf einmal eher eine alte Momentaufnahme. Wie das Lesen einer alten Abschlussarbeit. Man sieht die Fehler, man genießt immer noch die Stärken, man weiß was man schon alles geleistet hat. Aber der schwüle Dampf aus Blut, Schweiß und Tränen ist verblasst in dieser Erinnerung. Wenn das nicht so wäre, dann würde man vermutlich stehenbleiben. Keine neue Platte mehr machen, nicht mehr üben, nicht mehr proben, aber auch nicht glücklich sein.


Manchmal ist es auch nur eine Demo-CD. Nix ernstes, möchte man denken. Aber man nimmt es ernst, man gibt sich Mühe. Geld hat man sowieso nicht für eine »richtige« CD. Also alles selber machen. Alles so gut machen wie es mit den nicht mal so beschränkten Mitteln geht. Die Technik spielt brav mit. Immer und immer wieder, der legendäre First Take lässt Stück für Stück auf sich warten. Nur ein Mal haben wir Glück. Das Mischen dauert dann fast noch länger als das Einspielen. Ohne den Mitbewohner und Tonmann wäre das alles nichts geworden. Und dann ist das Ding endlich fertig, man wirft es in den Player und... denkt an die oben zitierte Stelle des Romans.

Und wer bis hierher gelesen hat kann ja zur Belohnung auch mal reinhören. Mehr als vier Stücke erlaubt MySpace leider nicht.

Applaudiert werden darf dann vor Ort bei den Gigs von Delta B.


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Fachkräfte gesucht bei Samsung

Geschrieben von DrNI am Samstag, 27. Oktober 2007 um 17:40 in Direktsaft
Offenbar sucht Samsung dringend einen fähigen Computerlinguisten, oder am besten eine Horde davon. Doch der Reihe nach. Ich wollte doch mal wieder unterwegs Musik hören und da ich weder einen cool gepolten iPod noch einen netten anderen Player besitze dachte ich an mein ursprünglich auch zu diesem Zweck angeschafftes Mobiltelefon. Nach dem mir dann klar wurde, daß das Hochladen eines Albums als 192er MP3 bei diesem »Player« über ActiveSync bzw. SynCE länger dauert als das Album spielt, versuchte ich es mit dem neuesten Linux-Kernel und dem USB-Storage-Modus. Der funktioniert aber leider immer noch nicht.

Der Samsung-Support sagte ja, das müsse so sein, daß USB-Storage nur mit Windows funktioniert. Frustriert begebe ich mich zur Website von Samsung um herauszufinden, ob man seine Politik geändert haben könnte. Ich solle eine Frage eintragen, heißt es dort.
Meine Frage: »Warum funktioniert das SGH i300 nicht mit Linux?«

Die Antwort: »Das SGH-U700 besteht aus einzelnen Metall- und Chrom-Elementen. Der Rest ist aus Kunststoffteilen in Metall-Optik«
Leute, Leute, da müßt Ihr mal dringend einen Fachmann ranlassen. Allerdings vielleicht nicht mich, als Kunden habt Ihr mich ja schon kräftig veräppelt mit Eurem Handy, das laut diversen Reviews OGG spielt und sich über USB-Storage betanken lässt. In Wahrheit hat es nur einen schlecht zu bedienenden MP3-Player und lässt sich nur mit Windows effizient befüllen.

Attraktiv hingegen erscheinen die neuen dedizierten Player in Stickform von Samsung. Angeblich mit OGG-Support. Aber das glaube ich erst, wenn ich es selbst höre. Und dann kommt es nochmal dick: Die gestern erst angepöbelte komplett falsche Darstellung des MP3-Formats stammt nicht vom Ebay-Verkäufer sondern von Samsung selbst.

Samsung scheint es wirklich an kompetentem Personal zu mangeln.

Das hört ja kein Hund mehr

Geschrieben von DrNI am Freitag, 26. Oktober 2007 um 20:51 in Direktsaft
☠♫✹
⚠♚☈
☯➾☹
Manch einer erinnert sich noch an die spezielle Strahlung, die von den Telefonen von O2 anscheinend ausgeht. Der ungebildete Kunde wird dann schon schlucken was man ihm erzählt, man muß es nur gut rüberbringen. Nicht der Wahrheit entsprechende Aussagen (böse Zungen würden das L-Wort nehmen) sind dabei wohl erlaubt. Eigentlich ist alles erlaubt. Wir sind doch nicht blöd. Und so lese ich gerade bei Ebay in einem Angebot zu einem tragbaren MP3-Player:
»MP3 ist die Kurzform für MPEG 1 Layer 3, ein Dateiformat für die verlustbehaftete Kompression von Audiodaten. Diese Technologie setzt auf die natürlich begrenzte Klangwahrnehmung des Menschen. Das Gehör eines Erwachsenen nimmt in etwa Frequenzen von 20 Hz bis 18 kHz wahr – Musik in CD-Qualität entspricht jedoch 44 kHz. Verzichtet man auf den für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Teil der Frequenzen, nehmen die Musikdateien weitaus weniger Speicherplatz ein.«
Wie viel Müll kann man eigentlich ein einem einzigen Absatz erzählen? Die Samplingfrequenz der CD ist 44,1khz. Nun muß man vielleicht nicht vom Abtasttheorem gehört haben, um zu wissen, daß die Samplingfrequenz etwas anderes ist als die Frequenz der Töne, die man von seinem CD-Player am Ende hört. Aber dann noch einen draufsetzen und suggerieren, daß man einfach alles über 18khz weglässt und das sei dann MP3, das ist dann doch eine grobe Falschvereinfachung. Da könnte man auch ein einfaches Tiefpassfilter benutzen, ein Pfennigartikel (Centartikel, wohl neuerdings?). Anstatt eines komplizierten Encoders.

Der angebotene tragbare Player kann auch OGG Vorbis. Was für ein Glück, daß der Verkäufer darüber nicht auch noch fachsimpeln mußte.

Blues And More

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 25. Oktober 2007 um 15:12 in Musik


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Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 23. Oktober 2007 um 13:26 in d.E.d.T.
Das Leben ist zu kurz, um Musik zu hören, die einem nichts bedeutet. (Radio: Überwiegend boykottiert, mit Ausnahme.)

iPod umgepolt

Geschrieben von DrNI am Montag, 22. Oktober 2007 um 12:49
Die Installation von Rockbox ist etwas tricky, vor allem wenn man ein Theme finden will, das gut aussieht und funktioniert. Ist es erst mal geschafft, so erblüht so mancher iPod als völlig neues und offenes Wesen, das sich auch gerne mit Dateivormaten wie OGG/Vorbis oder FLAC beschäftigt.


Für eher weniger unterhaltsame Vorlesungen bietet das apfelige Styledevice nun die verschiedensten Spiele, natürlich Tetris, Minesweeper, und noch einige mehr. Wer noch die alten WAD-Files von Doom hat kann das auch gleich zocken und die lustigen 2d-Monster abschlachten. Stoppuhr und Taschenrechner finden sich ebenfalls unter den Anwendungen. Just to name a few.

Und was kann das Ding eigentlich nicht? Nun, die ganzen Digital Rights Management-Geschichten funktionieren nicht und auch bei Video sieht es nicht so gut aus. Aber dafür kann man ja bei Bedarf die weiterhin vorhandene Apfel-Firmware booten.

Schade, daß es nicht mein iPod ist und schade, daß auf meinem Telefon nur Windows läuft.

Mal wieder Weiß

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 21. Oktober 2007 um 09:41 in Gedanken gehen ihren Gang
Zoom
Sommer: Zu wenig am Lagerfeuer gesessen. Herbst: Zu wenig durch die Blätter geraschelt. Heute der erste Schnee. Winter in der Stadt - der graubraune Matsch. Kein Blättern mehr im Laub, kein Brutzeln mehr vom Grill.

Wenigstens wird Mann im Winter nicht überall von Beinen und Busen angesprungen.

Gedanken über Kuchen

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 18. Oktober 2007 um 13:50 in Musik
Ja du kannst das natürlich so sagen, daß die alle nur ein Stück von irgend einem großen Kuchen wollen, den es nicht gibt. Indem sie sich bei MySpace anmelden und herumtreiben. Während die datensammelnden Community-Sites asoziale, an Portalismus erkrankte Ungeheuer sind. So einfach ist es aus deiner niederen Warte des stupiden Konsumenten, der einst sagte: »Wenn ich Musik will, dann leg ich ne CD ein.«

Die Kobolde mit den Instrumenten bedanken sich für den Fisch. Aber lieber wäre ihnen ein Stück vom Applauskuchen. Wenn es schon kein Geld gibt.

Neuigkeiten von der anderen Baustelle

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 14. Oktober 2007 um 20:19 in Musik
Manche würden es optimistisch formulieren. »Der DrNI tanzt auf mehreren Hochzeiten!«, würden sie etwas süffisant blödgrinsend tuscheln. Die Tatsache ist: Der DrNI ackert auf mehreren Baustellen. Heute wurde im Kollektiv ganz kräftig auf dieser Baustelle geschuftet und auch der Mitbewohner hatte seinen Spaß - durfte er sich doch wie schon öfter als der Aufnahmeleiter des Vertrauens betätigen. So waren die Living Room Studios gefüllt mit absichtlich schiefen Tönen (aka Blue Notes)... mit dem Abmischen steht noch was ins Haus.

Und auch sonst steht Arbeit an, raus aus dem Mief heißt es. Live-Termine bahnen sich an. Näheres bald dort (und evtl. hier).


Nachtrag: Fast vergaß ich, dies zu erwähnen: Die letzte und erste richtig freie Woche der vorlesungsfreien Zeit wurde auch dazu genutzt, eine weitere Baustelle voranzutreiben.

Da helfen keine Pillen

Geschrieben von DrNI am Samstag, 13. Oktober 2007 um 22:07 in Buschpoet
Ein Fürzchen in Frieden,
komm, trink nicht allein.
Fröhlich ausgeschieden
sollen die Wolken nun sein.

Ein Fürzchen im Stillen,
ich kann nichts dafür,
das kommt von den Pillen
und mit denen flieg' ich zu dir.

Ein Fürzchen im Museum
zeugt von Kultur ohne Klo,
die Ausstellung ist eh um,
ich kann's nicht mehr halten, dieses Niveau.

Das Fürzchen sei heilig.
Der große Bruder Gedankenfurz
hingegen hat es nicht eilig,
eigentlich ist es ihm schnurz.

Denn Dung bleibt Dung,
da helfen keine Pillen.