Zum Bleistift

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 26. Juli 2007 um 10:06 in Buschpoet
Ach nein, so nicht.
Mein Bleistift, er bricht,
während deiner in Versen spricht.

Es ist wie es ist.
Alles kein Problem,
geht doch mit Links, dieser Mist.

Delirisches Propädeutikum.
Mein Bleistift, nicht doch:
Rote Rosen, enge Hosen, Skrotum!

Ach nein, so nicht.
das ist was rauskommt
wenn mein Stift auch mal spricht.

Müll im Blog wegen den Ignoranten

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 24. Juli 2007 um 10:41 in Musik
Alter Platte, alter Song einer Band, die ich nie live erlebt habe. Der bundlose Bass fällt nicht weiter auf. Doch dann gelegentlich dringt er durch, er singt durch das melancholische Gebräu und es ist als könnte dort kein anderer Bass sein. Ich bin begeistert, höre das Lied in der Endlosschleife und merke: Das kann man ja keinem erzählen. Musik, eine Leidenschaft mit der das »was so im Radio läuft«-Umfeld nichts anfangen kann. Ob der Bass Bünde hat oder nicht, vier oder fünf Saiten oder ob das die Rüttmusmatschine nebenher macht, das ist doch egal.

Mir nicht, also lade ich meinen Müll im Blog ab.

Neue Ohren

Geschrieben von DrNI am Samstag, 21. Juli 2007 um 22:51 in Musik
Lautsprecher gibt es verschiedene. Ein Experiment: Man begibt sich mit verschiedenen Leuten (z.B. einer Horde Kommilitonen) in eine Lokalität, lockert die Zungen auf Alkoholbasis und sagt versonnen einen Satz. »Hach, ich bräuchte mal neue Boxen...« Man wird dann sofort allerlei Interessantes hören, vor allem wenn die Horde zu mindestens 50% aus white & nerdy Geeks besteht. Einige werden gleich von Fünfpunkteins, Sechspunkteins, Siebenpunkteins oder auch nur Zweipunkteins fabulieren. Andere reden von Standboxen mit Kefir Kevlar-Membran, vergoldeten Anschlußplatten und Röhrenverstärkern mit Ringkerntransformatoren.

Falls die Horde nicht nur aus Kommilitonen sondern auch noch aus Menschen mit einer vergrößerten bildungsinstutionellen Distanz besteht, so gleitet das Gespräch auch gerne in den Bereich der simplen Arithmetik in der Menge der natürlichen Zahlen ab. Meistens geht es dann nur noch um Watt. Etwas komplizierter wird es, wenn dafür die Lichtmaschinen von Autos ausgetauscht werden müssen. Ein 18-Zoll Wummermann muß schließlich von einem 500W-Verstärker angetrieben werden und dieser akustische Armaggedon zieht mehr als der tiefergelegte Ford Fiasko hergibt.

Ganz selten trifft man auch Menschen, die von Linearität herumblubbern. Solche, die am liebsten Lautsprecher hätten, mit denen sich jegliche Musik gruselig anhört, so lange man nur die Fliege an der Wand im Studio auch noch neben dem auf Lautstärkestufe elf röhrenden Gitarrenamp furzen hören kann. Ganz so extrem bin ich nun nicht. Aber ich will schon hören, was Sache ist. Wenn da was nicht passt. Das muß man gleich heraushören und wegmachen. Oder neu einspielen, oder sonst was machen. Tu doch was!

Deswegen habe ich mir endlich eine bessere Abhöre gekauft. Ab sofort auf meinen Ohren: Fostex PM-1 MK II. Wie ich finde einen Hör wert. Preis-hör-wert.

Die nächste Scheibe wartet auf mich und die Muße.

Schwarze Süppchen aus unserer Gerüchteküche

Geschrieben von DrNI am Samstag, 21. Juli 2007 um 13:35 in Gebührend studieren
Es sieht im Moment nicht rosig aus um die Tübinger Computerlinguistik. Der Studiengang International Studies in Computational Linguistics (ISCL) leidet sowohl im Bachelor als auch im Master unter einem Mangel an Lehrkräften. Die Pflichtveranstaltungen im Bachelor-Programm können wohl noch abgedeckt werden, aber für Master-Studenten wie mich wird die Auswahl an Seminaren zu Pflichtveranstaltungen: Wer die Anzahl von Credit Points erreichen will, die man pro Semester benötigt um in vier Semestern fertig zu sein, der nimmt eben was da ist. Da kann man dann aus drei Seminaren zwei aussuchen. Auswahl ist meines Erachtens etwas anderes. Der einzige Trost: Einzelne Veranstaltungen von der Informatik können anerkannt werden. Allerdings interessiert sich nicht jeder gleich stark für die Programmiererseite der Computerlinguistik. Genauso berechtigt ist der Wunsch, sich stärker in Richtung Sprachwissenschaft zu orientieren.

Zoom
Masarykova unverzita Brno - Rektorát
Was wirklich dahinter steckt, das erfährt man als Student eigentlich nicht. Aber dann eigentlich doch, denn es gibt ja Kommilitonen mit einer Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft (Hiwi). Und so kommt die eine oder andere Information nach außen. Der Reihe nach: Das Seminar für Sprachwissenschaft besteht aus drei Lehrstühlen. Zwei von diesen sind derzeit nicht besetzt. Einer davon schon seit über zwei Jahren. Man hat einen Nachfolger gerufen aber er wollte nicht kommen. Der andere Lehrstuhl darf nun zunächst einmal für eine gewisse Zeit nicht neu besetzt werden.

Dazu kommt noch, daß die Dozenten nur eine begrenzte Zeit beim Land Baden-Württemberg angestellt sein dürfen. Einige haben unabhängig davon nur befristete Verträge. Letztes Jahr fiel dadurch die erste weg, sie bekam eine Stelle als Assistant Professor in den USA. Ich schätze, sie ging mit anderthalb lachenden Augen. Ich weiß noch von drei weiteren, deren Verträge auslaufen. Und dann haben wir da noch unseren Sonderforschungsbereich, aus dem auch immer wieder Lehrveranstaltungen angeboten werden. Der wird nächstes Jahr geschlossen.

Wenn die entstehenden Lehre-Löcher nicht bald gefüllt werden, dann wird es ernst. Da Gastdozenten pro Semester den Festbetrag von 800€ erhalten ist niemand motiviert, als solcher aufzutreten. Rechnet man alle Vor- und Nachbereitung für eine einsemestrige, einstündige (2x45min) Lehrveranstaltung mit ein, dann ist der Stundenlohn mickrig.

Bleiben also die Studiengebühren als Hoffnung? Wie ich schon berichtete kann sich das Seminar für Sprachwissenschaft nicht mal zwei volle Hiwi-Stellen vom Ertrag aus den Gebühren leisten. Das heißt dann wohl, daß im schlimmsten Fall zwei Professoren und vier weitere Dozenten (Docs) durch zwei Hiwis kompensiert werden müssen? Das ist natürlich grober Blödfug. Aber wir erinnern uns zu gern an die Versprechen der Politik, wie sich doch die Lehre verbessern werde und wie die Uni zum Paradies werde.

Die Studiengebühren scheinen auch noch einen weiteren Effekt zu haben: Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen, aber die Bewerberanzahl sickert jedes Jahr doch irgendwie durch. Letztes Jahr sollen es 160 Bewerber für den Bachelor-Studiengang gewesen sein. Dieses Jahr ist die Rede von 21 Bewerbern. Davon sollen 16 akzeptiert worden sein. Wenn nun also weniger gute Bewerber akzeptiert und als Folge durch den Studiengang geschleift werden (zu hohe Abbrecherquoten machen die zentrale Verwaltung sauer), dann leidet am Ende die Qualität des Abschlusses. Und wenn sich erst mal herumspricht, daß die Absolventen schlechter geworden sind bei gleicher Note, dann wird es schwierig, wieder aus der Misere herauszukommen.

Zusammengefasst: Eine »Verkettung unglücklicher Umstände« (wie es auf Politikerisch heißt) macht es derzeit überlegenswert, lieber wo anders zum Studium der Computerlinguistik anzutreten. Dies gilt vor allem für Master-Studenten. Wenn die richtigen Maßnahmen getroffen werden ist es sicher, jetzt mit dem ISCL Bachelor in Tübingen anzufangen.

Hoffen wir also auf das Beste. Und darauf, daß man es sich auch leisten kann. Sonst heißt es für meinen Jahrgang: Nach uns die Sintflut.


Gerüchte-Quellen: Abgesehen von mündlichen Überlieferungen findet sich im Forum der Fachschaft so einiges.

Nachtrag 05.10.2007: Bitte beachtet auch diesen Artikel, in dem ich diverse Verbesserungen der Zustände schilderen.

Deine Sonne

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 19. Juli 2007 um 11:25 in Buschpoet
Zeigen, was du kannst,
können, was du zeigst,
laut reden während du schweigst.

Zeigen, was du fühlst,
leben, was du zeigst,
eins sein mit dir und deinem Geist.

Lächeln, über was du weinst,
Lachen, das du zeigst,
und tot sein - wie es heißt.

Morgen geht auch deine Sonne auf.


Ein frühes Werk aus dem Archiv, das um so strahlender wird je älter ich werde.

Ein verbessertes Google Gadget für die LEO Online-Wörterbücher

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 18. Juli 2007 um 23:36
Holger hat ein äußerst nettes Google Gadget fabriziert, das es allen Nutzern der Tübinger Unibibliothek ermöglich, eine Suchbox für den Online-Katalog auf ihre iGoogle-Startseite zu setzen. So kam es, daß auch ich (zumindest testenderweise) iGoogle-Nutzer wurde. Aber eines fehlte dann doch sofort: Eine Suchbox für die LEO Online-Wörterbücher.


Es gibt bereits zwei solche Gadgets doch beide funktionieren nur mit Deutsch ↔ Englisch. Das hat sich soeben geändert. Jetzt gibt es auch ein Google Gadget mit Sprachauswahl.

[Zur Installation hier klicken]

Wie es sich für Zwo-Null gehört ist das Gadget natürlich Betatm. Wer einen Fehler findet, der möge berichten.


Nachtrag 19.07.2007: Es gibt anscheinend doch eine ganze Menge weiterer Gadgets für Leo, aber eines mit Sprachauswahl ist mir immer noch nicht bekannt. Sollten in nächster Zeit keine Fehler gefunden werden, dann kann ich das Gadget ja mal offiziell bei Google vorstellen.

Tübingen by Ear

Geschrieben von DrNI am Freitag, 13. Juli 2007 um 12:27 in Direktsaft
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In den letzten Wochen kam ich schon in den mehr oder minder freiwilligen Genuß einer Preview, oder vielmehr einer Prelisten. Nun hat es Mitbetoner Mitbewohner T. rausgelassen: Der Hörbuchstadtführer für Tübingen ist jetzt fertig und online.

Studiengebührenboykott - Massenexmatrikulierung

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 12. Juli 2007 um 21:07 in Gebührend studieren
Der Boykott der Studiengebühren in Tübingen ist ja bekanntlich gescheitert. Das ist auch der Boykott an der Hamburger Kunsthochschule, wie das dortige Abendblatt zu berichten weiß. Dabei wurden dann auch gleich 269 Studenten exmatrikuliert, was ca 60% der gebührenpflichtigen Studenten entspricht. Wer doch noch zahlt, soll sich aber wieder einschreiben dürfen.

Child's Game

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 11. Juli 2007 um 19:04 in English Posts, Gebührend studieren
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Lecture Hall Center Morgenstelle, University of Tübingen
Holy something! Sleeping audience. Sitting there like bricks. My fault, their fault? Dozens of smart comments by the teacher. I feel like a small child trying to do something huge. Like saving the world from the climate catastrophe. Or making parents love each other again. Something you can't do. Something that's not more than a serious game. A child's game.

Unsure about the contents of my bla bla. Not graded. I had no slides for the audience to fall asleep with. Just the black board. And a few lines of source code. Not graded anyways. A child's game. Picking up the bike, riding home to Mami. Game over. Sleeping audience. A hall of bricks.

Nobody likes boring games. Better play alone next time.

Kraan, Wahn, Weib

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 10. Juli 2007 um 20:29 in Buschpoet
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No feedback
die Kräftige hängt in den Seilen
gut und richtig
leben, lassen, muß ich enteilen?

Gefällig rund
an ihrer Brust die Wange reiben
Wissensdurst
hoch der Geist, die Gedanken treiben.

Schmolliger Mund
Nam nam wie saftig der Schoß
Sarahs Ritt
durch den Haarwald, nur einen Stoß.

Restdruck
gaga Mind Quake blahblah
Let it out
aber hallo ich muß - jaja

I don't know.