Vorbei, das Treffern der Vertreter der G8-Staaten. Vorbei, der absolute Gipfel. Was haben wir erreicht? Man spricht von Erfolg. Die
Wildwest Presse fand dafür am Freitag in ihrem Leitartikel schöne Worte:
»Die acht wichtigsten Industriestaaten der Welt haben sich geeinigt,
zu erwägen, die Treibhausgas-Emmissionen bis 2050 zu halbieren.«
(Hervorhebungen von mir, Rechtschreibfehler von denen)
Ich stelle mir gerade vor, wie das ist, so als Prokurist einer Firma. Der Prokurist kommt zu seinem Chef zurück, gerade vom Flughafen, treffen mit den Vertretern eines potentiellen Großkundens. »Es war ein Voller Erfolg! Wir haben uns geeinigt, zu erwägen, ab 2050 50% unserer Charge von Produkt XYZ an sie zu verkaufen.« Man stelle sich vor, wie entzückt der Vorgesetzte wäre. Was für ein
definitiver Erfolg.
Aber ich möchte meine Leser ja nicht mit dem Klimaschutz langweilen. Schließlich wissen wir seit Jahrzehnten, daß wir unseren blauen Planeten in einen graubraunen verrottenden Schimmelpilz konvertieren, wenn wir so weitermachen wie bisher. So langsam kommt das auch beim kleinen Mann an, denn es lohnt sich. Das Gehirn in der Gesäßtasche funktioniert immer noch am besten. Die Solaranlagen wachsen allerorten aus den Dächern, der
Wasserverbrauch sinkt und vielleicht wird des Deutschen liebstes Spielzeug, das Auto, auch bald Ziel von Sparplänen.
Es gibt aber auch Menschen, die vom graubraunen verrottenden Schimmelplanetenpilz nichts wissen willen. Die sind meistens Politiker und Konzernchefs. Die leben sowieso in einer anderen Welt. Ein Trugschluß, daß sie anderes Gemüse äßen und andere Luft atmeten.
Aber es gibt Erkenntnisse des Gipfels. Wir wissen nun, wie man in Deutschland mit den Leuten umgeht.
Allerlei Repressalien und Durchsuchungen, die Medien verschlucken sich an
falschen Agenturmeldungen und stellen jegliche Berichterstattung in Frage.
Die Bundeswehr darf irgendwie doch im Inland auftreten, oder auch nicht, jedenfalls tut sie es. Und allerlei bizarre Randerscheinungen, wie
Einreiseverbote aufgrund von Piratenflaggen. Und
Käfighaltung von Demonstranten haben wir auch gesehen. Es wird Jahre dauern, bis das rechtlich alles
vertuscht aufgearbeitet ist. Kosten, die vermutlich in der offiziellen Abrechnung nicht auftauchen werden.
Keine Frage, die randalierenden Demonstranten sind keine Demonstranten mehr sondern blöde Säcke. Und
Polizisten in Zivil als Demonstranten sind mindestens zweifelhaft, lassen sie doch schnell an die gewollte Aufstachelung des Pöbels beim G8-Gipfel 2001 in Genua denken. Gewalt ist nicht gut, wissen wir. Aber andererseits wissen wir auch, daß die deutsche Polizei sich dazu in der Lage sieht, ohne Vorwarnung Tränengas und Wasserwerfer einzusetzen. Dieser Umgang mit den Menschen macht sicherlich wütend. Und wer sowieso Krawallidiot ist braucht dann keine weiteren Gründe mehr.
»Aber wie immer, wenn blutende Kinder mit dem Finger aufeinander zeigen, haben beide ihren Teil dazu beigetragen, dass es Tränen gab.«, schrieb
Spreeblick.
Via Rabehorst. Der Titel dieses Eintrags ist inspiriert vom Songtitel »Es bleibt uns der Wind (Du bist richtig hier)« von PeterLicht