Geschrieben von
DrNI
am Samstag, 23. Dezember 2006
um 17:21
in
Direktsaft
»Frohe Weihnachten«, überall! In der Grundschule mußte ich mühsam lernen, daß man das mit
h schreibt. Macht man so. Daß das von
weihen herrührt wollte niemand preisgeben. Aber auch so macht das schon genug Probleme. Was schreibe ich unter geschäftliche E-Mails? »Merry Christmas«, das liegt nahe. Aber welches Fest feiert ein Empfänger mit indischem Nachnamen in England? Also schreibe ich auf amerikanisch: »Happy holidays!«. Das ist zwar nicht schön britisch aber verpflichtet auch nicht zum Christentum.
U. verabschiedet sich bei der Weihnachtsfeier. »Frohe Weinachten«, möchte ich sagen, es bleibt mir im Halse stecken, dann kommt mir »Happy Hanukka« in den Sinn und ich merke sofort, ich weiß ja gar nichts über Chanukka. U. ist Jude. Chanukka hat mit Weihnachten nicht wirklich was zu tun, es geht natürlich nicht um Jesus sondern um die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Nach unserer Zeitrechnung war das 164 v. Chr. (Quelle:
Wikipedia). Und gefeiert wird natürlich auch nicht dann, wenn der greogorianische Kalender es sagt. Dieses Jahr hat Chanukka also am 5. Dezember begonnen und ging wie jedes Jahr 8 Tage lang. Mit Weihnachten hat das ganze wirklich nicht mehr zu tun, außer das es je nach Jahr in die selbe Zeit des Jahres fällt.
Es gibt ca. 20 mal mehr Muslime (3,200 Mio) als Juden (0,160 Mio) in Deutschland. Die Buddhisten (0,155 Mio) sind nur etwas weniger an der Zahl als die Juden. (Die
Quelle ist leider nicht sehr präzise, fehlt etwas die Glaubwürdigkeit und die Jahreszahl.)
Aber die Frage bleibt, was feiern nun eigentlich die Muslime und die Buddhisten an Weihnachten? Plötzlich wird bewußt, wie wenig Ahnung wir eigentlich doch von denen haben. Klar, die Juden, die muß man als Deutscher ja irgendwie noch kennen. Wegen den ewigen Schuldgefühlen etc. Zum Islam hilft
Wikipedia weiter, wenigstens ein Stück: Am bekanntesten ist sicherlich der Fastenmonat
Ramadan, das höchste islamische Fest aber ist das
Opferfest ('Īd ul-Adha). Da der islamische Kalender mondbasiert ist kann es nach unserem gregorianischen Kalender zu jeder Jahreszeit stattfinden. Je nach Jahr eben. Und damals war das so: Allah verlangte von Ibrahim, seinen Sohn Ismail zu opfern. Als der das dann wirklich tun wollte, war Allah gütig. Aus Dankbarkeit opferte man ihm einen Widder. Auch das habe sich in Jerusalem zugetragen, am Felsendom. Geläubige Muslime sollen also zum Anlass des viertägigen Opferfestes ein Tier schlachten. Aber nur, wenn sie sich das auch leisten können.
Der Buddhismus macht es einem auch nicht gerade leicht, existiert er doch in zahlreichen Strömungen, die meinem Gefühl nach noch unterschiedlicher als die des Christentums oder Islams sind. Tatsache ist wohl, daß
Siddhartha Gautama (* ca 563 v. Chr.) zur Erleuchtung gelangte und seine Lehre verbreitete. Man nannte ihn Buddha.
Feste gibt es auch im Buddhismus einige. Irgendwie sind die alle wichtig, je nach dem, ob man nun Thailänder, Tibetaner oder sonst ein Buddhist ist. Eines ist beim Buddhismus egal welcher Geschmacksrichtung jedenfalls angenehm: Mit Jerusalem hat das nichts zu tun, um dieses Städchen muß man sich hier nicht mit den anderen streiten.
Wie man sieht: Alles nicht so einfach! Was machen die
Hindus denn so? Und was macht
der ganze Rest? Wie auch immer. Ich hoffe, die Leserschaft nimmt sich auch einfach mal Zeit, nichts zu tun. Dazu muß man nicht einmal gläubig sein. Nichts tun heißt auch, keine langwierigen Blogposts zu lesen.
Frohes Nichtstun und schon mal ein glückliches neues Jahr!