Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 7. März 2010 um 21:26 in d.E.d.T.
Wenn nach einem Wochenende im Büro nur noch schwere Müdigkeit und der Anflug einer Erkältung in deinen Knochen stecken und dir nur zu hoffen bleibt, dass die Matratze dich bis zum nächsten frühen Morgen gerettet haben wird, dann ist das der Moment in dem du merkst, dass du solo bist. Es ist der Moment, in dem diese kleine aber sonnige Dosis »alles ist gut« fehlt, die einst – fern scheint der Tag – über allem gleichermaßen selbstverständlich wie unsichtbar schwebte.

Hinterm Horizont

Geschrieben von DrNI am Freitag, 5. März 2010 um 00:48 in Buschpoet
Lange Tage, kurze Nächte
gut reicht nicht, besser muss man sein.
Die andern und immer die andern
als ob es mir was brächte
ganz am Ende Stille, jeder ist allein.
Letzter Schnaufer, dann mäandern
unstet die Seelen selbst hinterm Horizont.
Auch das Lassen sollte nun gelernt sein
Ach hätt ich's nur dieses eine Mal gekonnt.

Zitat

Geschrieben von DrNI am Dienstag, 2. März 2010 um 00:14 in Zitate
»Mir send auf dr Suche
nocham Leba voram Tod.
Des schtoht so em Prospekt
vom psychiatrischa Institut.«
(Schwoißfuaß – Gulli auf Rezept)

Windpark Himmelberg im Sturm

Geschrieben von DrNI am Sonntag, 28. Februar 2010 um 16:25 in Direktsaft
Gegen den Wind lehnend vorwärts Schritt für Schritt, die tränenden Augen mehr geschlossen als geöffnet, die Mütze gut festhalten, das dem Wind zugewandte Ohr zuhalten. Um mich das Brausen und Tosen vom wenig barmherzigen Griff des Sturms in jede Falte meiner Kleidung, weiter weg überwältigt das Rauschen der Rotorblätter, noch stärker wird der Wind und drückt die Luft in Böen die Lungen. Dazu blendender Sonnenschein und Schneereste auf 820 Meter über dem Meer.

Die Technik hat sich im Griff, die drei Kraftwerke laufen ruhig als wenn nichts wäre.

Anders

Geschrieben von DrNI am Mittwoch, 24. Februar 2010 um 11:19 in Gedanken gehen ihren Gang
Deine Freunde schauen weg, wenn sie mir in der Stadt begegnen. Es ist als hätte ich etwas Furchtbares getan. Es ist als hätte ich dich geliebt.

Schnüffler und Drücker

Geschrieben von DrNI am Montag, 22. Februar 2010 um 09:01 in Direktsaft
Auf der flinken Flasche von Uhu steht nun werbewirksam:
»Drücken jetzt kinderleicht«
Vom Klebstoffschnüffler zum Junkie? Drücken, kinderleicht!

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Montag, 22. Februar 2010 um 00:26 in d.E.d.T.
Lösbare Probleme sind Aufgabe der Ingenieure. Unlösbare Probleme die der Philosophie.

Zitat

Geschrieben von DrNI am Freitag, 19. Februar 2010 um 00:17 in Zitate
»Man spricht von Liebe, wenn die Sorge um sich selbst auf die Spitze getrieben und ebenso, wenn die Sorge um den Anderen in den Himmel gehoben wird.«
Alain Finkelkraut (1998): Die Weisheit der Liebe. Reinbek, Rowohlt.

Die Erkenntnis des Tages

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 18. Februar 2010 um 19:19 in d.E.d.T.
Beziehungen zwischen Menschen sind wie Pflanzen: Es gibt robustere und empfindlichere Sorten. Sie können wachsen oder eingehen. Alle sind wir Gärtner in dieser Seelenlandschaft, aber nicht jeder von uns hat einen grünen Daumen.

Das Letz machte Hatschi.

Geschrieben von DrNI am Donnerstag, 18. Februar 2010 um 09:22 in Direktsaft
»Ja wie war's denn am Samstag bei der Lesung?« Das fragen mich meine Freunde – also die Halunken, die nicht anwesend waren – und detailliert lege ich dann dar, wie sich so eine Gefühlslage auf einer Lesebühne von der einer Rock'n'Roll-Bühne unterscheidet. Kurz gefasst: Eigentlich nicht so sehr. Das Lampenfieber kommt im zweiten Song oder Text richtig. Vorher fragt man sich, ob Leute kommen und hinterher fragt man sich, ob man gut oder schlecht oder irgendwo in der Mitte war. Der maßgebliche Unterschied ist, dass man dauernd auf sein Blatt kuckt und deswegen die Reaktionen des Publikums schlechter bewerten kann. Aber vielleicht kann man das ja üben, so eine Art Read-Ahead-Strategie.

Die werbewirksame Zusammenfassung des Abends: Ganz schön viel Spaß für die fünf Euro Eintritt. Für das Publikum dürfte sich die Veranstaltung sicherlich gelohnt haben. Es war rappelvoll. Und Inhalt und so und was ging da? Keine Ahnung, ich hab ja nur was vorgelesen, was kümmert mich da Inhalt. Klickt mal rein bei Eldersign und Dia-Blog. Einige mehr Links gibt es unter Rückblicke auf der Seite von das Letz niest.

Interessant auch die vom geschätzten Pädagogen S. gedächtnis­protokollierten und feingranular beobachteten Publikums­reaktionen, die sich zum Teil mit der Kritik bestimmter Personen in bestimmten Blogs und Tweets decken. Hier meine überspitzte Zusammen­fassung: Lustig ist gut. Wenn es um traurige oder womöglich gar nachdenkliche Themen geht, wird es für viele öde. Und wenn man böse Wörter benutzt sinkt automatisch das Niveau.

Fazit des Abends: Ich sag Fickscheisse auch auf der Bühne, ich darf das.